Eisbären Berlin

Eisbären Berlin: Wie geht es nun weiter?

Nach der erneuten Verschiebung des Saisonstarts beraten die Eisbären Berlin nächste Woche über das weitere Vorgehen.

Wann die Eisbären Berlin wieder spielen können, ist aktuell sehr unsicher.

Wann die Eisbären Berlin wieder spielen können, ist aktuell sehr unsicher.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Am Tag danach klang Peter John Lee immer noch erschöpft. Der Freitag hatte Kraft gekostet, viel Kraft. Zwar gehört das Unerwartbare in diesen Tagen eher zum Alltäglichen. Doch die Verdichtung der Ereignisse verlangte dem Geschäftsführer der Eisbären Berlin viel ab. Erst musste er einen Corona-Fall im Umfeld der Teams managen, anschließend nach einer langen Telefonkonferenz mit den anderen Klubschefs der Deutschen Eishockey Liga (DEL) eine erneute Verschiebung des Saisonstarts akzeptieren. Ein düsterer Freitag.

Dessen Folgen sind derzeit noch nicht klar. „Vorerst wird sich erst einmal nichts ändern bei uns“, sagt Lee zwar. Doch die Berliner müssen nun schauen, was noch Sinn ergibt in den nächsten Wochen. Der für den 13. November vorgesehene Beginn der DEL ist ohne konkretes Datum nach hinten verlegt worden. „Das Ziel ist, einen Saisonstart in der zweiten Hälfte des Dezembers zu realisieren“, ließ DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke wissen. Das wäre in zweieinhalb bis drei Monaten. Die vor zwei Wochen gestartete Saisonvorbereitung verliert dadurch an unmittelbarer Bedeutung.

Die Eisbären Berlin führen am Montag Corona-Tests durch

Zunächst einmal werden die Eisbären daheim abwarten, befinden sich vorsorglich in Quarantäne, statt wie geplant in Dresden ein Turnier zu spielen an diesem Wochenende. Montag werden alle getestet, bei negativen Ergebnissen kann das Training schnell wieder aufgenommen werden. Parallel wird Lee viele Gesprächen führen, innerhalb des Klubs, der Gesellschafter-Organisation Anschutz Entertainment Group, mit der Liga und einigen anderen Vereinen. „Wir wollen nächste Wochen überlegen, wie wir unsere Planungen fortsetzen können“, erzählt Lee.

Dabei müssen die Berliner bedenken, dass sie neben der DEL auch an der Champions Hockey League (CHL) teilnehmen und dort am 17./18. November zwei Erstrunden-Partien in Lulea (Schweden) auf dem Programm stehen. „Wie sicher das ist, wissen wir aufgrund der aktuellen Fallzahlen überall aber auch nicht“, so Lee. Die Abwägung, wie es nun weitergehen soll, ist also schwer. Eine Idee wäre es, mit einigen Klubs in regelmäßigen Abständen kleine Testturniere zu spielen. Allerdings käme dafür nur eine Handvoll Vereine infrage. Denn schließlich hat die erneute Verlegung des Ligastarts ja einen Grund.

Eventuell Testurniere mit ein paar anderen Klubs

Viele der DEL-Vereine sehen sich aufgrund der unsicheren Einnahmesituation derzeit nicht in der Lage, ihre Teams in die Vorbereitung starten zu lassen. Erst in der zweiten Dezemberhälfte, ursprünglich hätte der Start am 18. September erfolgen sollen, zu beginnen, biete auch die Möglichkeit, „mit einer verkürzten Saison Kosten zu reduzieren“, so Tripcke. Viele Klubs würden erst sechs Wochen vor einem konkreten Starttermin in die Vorbereitung gehen. Ein paar Vereine, dazu gehören die Eisbären, hätten allerdings Interesse daran, schon früher in irgendeiner Form zu spielen. Neben der CHL etwa in den erwähnten kleinen Testturnieren. Die finanzstarken Klubs aus Mannheim und München, ebenfalls CHL-Teilnehmer, kämen dafür infrage.

Für das Gros der DEL stellt die ungewisse Situation allerdings ein unlösbares Problem dar. Die Liga hat nach dem Fußball die höchsten Zuschauerzahlen und ist von diesen Einnahmen stark abhängig. Vereinzelt machen sie bis zu 80 Prozent der Budgets aus. Mit der vorläufigen Deckelung auf eine 20-prozentige Auslastung der Arenen ist eine wirtschaftliche Umsetzung des Spielbetriebs unmöglich. Und ob die durch die Bundesregierung in Aussicht gestellte Unterstützung von 800.000 Euro pro Klub tatsächlich ankommt, ist aufgrund von Problemen mit dem EU-Recht unsicher.

Eine Saison könnte vielleicht ohne Play-off gespielt werden

Da die von der DEL bis zum 2. Oktober von der Politik geforderten Garantien für wirtschaftliche Hilfen ausblieben, sah man sich nun zu diesem Schritt gezwungen. „Wir werden weiterhin alles dafür tun, dass wir in die neue Saison starten können“, so Ligenchef Tripcke. Bis Mitte November soll nun eine Entscheidung darüber fallen, ob die Liga noch vor Weihnachten beginnen kann. Verbunden mit der Hoffnung, dass die Politik noch Hilfen anbietet oder die Zuschauerkontingente wieder erhöht werden bei einer Corona-Entwicklung, die dies auch erlaubt. „Von dem, was sich im November ergibt, hängt dann auch ab, wie die Saison aussehen kann. Da gibt es verschiedene Modelle“, sagt Lee. Vielleicht muss dann erstmals seit 1981 auf das Play-off verzichtet werden. Was Tripcke als „Luxusproblem“ betrachtet. Es wäre tatsächlich das deutlich kleinere Übel im Vergleich zur Absage einer ganzen Saison.

Alles zu den Eisbären Berlin finden Sie hier.