Eisbären Berlin

Eisbären-Stürmer Tuomie: Mehr als ein Talent

Parker Tuomie geht bei den Eisbären Berlin in sein erstes Profijahr, die Erwartungen an ihn sind ungewöhnlich groß.

Eisbären-Stürmer Parker Tuomie (Mitte) im Trainingsduell mit Frank Hördler (l.).

Eisbären-Stürmer Parker Tuomie (Mitte) im Trainingsduell mit Frank Hördler (l.).

Foto: Marcel Stein (FMG) / Marcel Stein

Berlin. In Sachen Kommunikation kann den Eisbären Berlin so schnell wohl keiner mehr etwas vormachen. Die Kombination von Eishockey und der Lehre der Verständigung ist in Nordamerika recht beliebt. Dafür gibt es ein Stipendium an der Universität, „und wenn du nicht so auf Mathematik stehst, dann gehst du die Kommunikationsroute“, sagt Parker Tuomie. Er ist einer von fünf Profis des EHC, die nach der Juniorenzeit vier Jahre am College verbracht haben. Die meisten besitzen nun einen Abschluss in Kommunikation.

Der von Tuomie ist noch ganz frisch, im Frühjahr beendete er die Zeit an der Minnesota State. Vorerst auch die Zeit in Nordamerika, die für ihn inklusive drei Spielzeiten in Juniorenligen sieben Jahre währte. Fast hätte sich etwas anderes ergeben, ein paar Teams aus der NHL waren an ihm dran. „Aber durch die Pandemie sind die Gespräche weniger geworden, viele Free Agents wurden nicht unterschrieben“, erzählt der 24-Jährige. Stattdessen nun also Berlin. Nicht zum ersten Mal.

Schon als Schüler war er bei den Eisbären

Vor elf Jahren trug der Stürmer bereits den Eisbären-Kopf auf der Brust, in der Schüler-Bundesliga. „Mein Papa war zu der Zeit als Trainer in der Oberliga tätig und hatte eine sehr gute Beziehung zu Jeff Tomlinson“, so Tuomie. Tomlinson (50), damals Co- und später Cheftrainer der Berliner und heute bei den Rapperswil-Jona Lakers an der Bande, arrangierte den Transfer nach Berlin. Doch mit dem Wechsel seines Vaters Tray (52) als Assistent von Tomlinson nach Düsseldorf 2010 ging auch der Sohn an den Rhein. Nach einem kurzen Aufenthalt in Mannheim dann in die USA.

Als Uni-Spieler dort aufzufallen, ist nicht einfach. „Ich glaube, auf das College-Eishockey wird generell in Amerika nicht so der große Blick geworfen“, erzählt Tuomie. Ganz verborgen bleiben die Talente allerdings auch nicht. Zwei Jahre in Folge war er zuletzt gemeinsam mit Marc Michaelis (25) Topscorer seines Teams. Michaelis unterzeichnete einen Vertrag bei den Vancouver Canucks und ist nun ganz nah dran an der besten Liga der Welt.

Tuomie, in Haßfurt geboren, ist mit Berlin vorerst auch sehr zufrieden. „Die Eisbären waren in den letzten Jahren oft bei den Spielen. Da ist eine gute Beziehung entstanden“, sagt Angreifer. Die jüngste Entwicklung der Mannschaft hat ihn bestärkt, es hier zu versuchen. Die enge Verbindung der Berliner zum NHL-Klub Los Angeles Kings, die denselben Eigentürmer haben, ebenso. „Ich denke, dass die Eisbären mich dabei unterstützen, wenn es noch mal die Chance geben würde, nach Nordamerika zu gehen“, erzählt Tuomie.

Sein Vater trainiert den Eisbären-Konkurrenten Augsburg

Für diese Chance muss er nun zeigen, dass er auch als Profi seine Leistung bringen kann. „Er ist ein echter Kämpfer, das ist seine große Stärke. Ein toller Junge mit einer tollen Einstellung“, sagt Trainer Serge Aubin. Offensiv und schnell ist Tuomie, und „auch, wenn ich jetzt nicht der Größte bin, habe ich keine Angst, Körper zu spielen“. Seine Kombination an Fähigkeiten führte ihn sogar schon wie Michaelis ins Nationalteam. Obwohl er in Deutschland noch recht unbekannt ist, stehen vier Länderspiele in der Vorbereitung zur WM 2019 in der Vita.

In dieser Hinsicht sind die nächsten beiden Jahre in Berlin sehr wichtig, der Fokus liegt auf den Eisbären, „aber die Nationalmannschaft ist immer in meinem Hinterkopf, gerade mit Olympia 2022“. Die guten Jahre an der Uni und seine möglichen Perspektiven machen den Stürmer zu einer der interessanten Personalien der Berliner. Zwar geht er in sein erstes Profijahr, doch er besitzt schon einige Erfahrung und ist weit mehr als ein Talent. Das will Tuomie bei den ersten Testspielen am 3./4. Oktober beim Turnier in Dresden zeigen, wo die Eisbären zunächst auf München treffen. Und falls er mal Unterstützung braucht, kann er sich gewiss nicht nur auf die Hilfe der Berliner verlassen. Auch in Augsburg steht jemand bereit, Vater Tray trainiert den dortigen DEL-Konkurrenten.

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