Eisbären Berlin

Eisbären Berlin: Zwei Neue für die Problemzone

Die Eisbären Berlin verpflichten Mark Zengerle und Stefan Espeland. Der Stürmer und der Verteidiger sollen das Überzahlspiel beleben.

Mittelstürmer Mark Zengerle (2.v.l) wechselt aus Bremerhaven zu den Eisbären Berlin.

Mittelstürmer Mark Zengerle (2.v.l) wechselt aus Bremerhaven zu den Eisbären Berlin.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Die aktuelle Lage beschäftigt die Klubs der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) unablässig, erst am Dienstag tagten die Klubvertreter per Telefonkonferenz, um über die Folgen des Saisonabbruchs nach der Hauptrunde zu sprechen und mögliche Perspektiven zu thematisieren. Die Dinge, die den Verantwortlichen gerade durch den Kopf gehen, sind vielfältig. „Vielleicht spielen wir erst einmal ohne Ausländer“, sagt Peter John Lee, der Geschäftsführer der Eisbären Berlin mit Blick auf die aktuellen Reisebeschränkungen. Niemand weiß derzeit, wann diese aufgehoben werden.

In jedem Fall wollen sich die Klubs wappnen für künftige Krisen vom Ausmaß der Corona-Pandemie und beschäftigen sich mit entsprechenden Klauseln, die in neue Spielerverträge einfließen könnten und den finanziellen Druck der Klubs in solchen Situationen senken sollen. „Darüber muss man sich ernsthafte Gedanken machen“, so Lee. In den vergangenen Tagen sei so viel passiert, dass viele Klubs ihre Planungen für die neue Saison sicher werden anpassen müssen. Die etwa bei den Krefeld Pinguinen gebannt geglaubte Existenzangst ist wieder zurück.

Espeland ist zweitbester DEL-Verteidiger

Die Berliner versuchen derzeit, mit guten Nachrichten die Lust auf die neue Saison zu schüren. Mit Mathias Niederberger wurde ein Spitzentorhüter verpflichtet, nun gaben die Eisbären auch die Unterschrift von Mark Zengerle (30) und Stefan Espeland (31) bekannt. Der Mittelstürmer (7 Tore/32 Vorlagen) und der Verteidiger (9/29) kommen beide aus Bremerhaven, waren dort die Nummer zwei und drei der internen Scorerliste. In seinen zwei Jahren in der DEL war der Deutsch-Amerikaner Zengerle, der mindestens zwei Jahre bleibt, zudem einer der punktbesten Profis mit deutschem Pass in der Liga. Der Norweger Espeland überzeugte gerade in seiner ersten DEL-Saison als zweitbester Punktesammler unter den Abwehrspielern und hat für ein Jahr unterschrieben.

„Sie passen gut zur Mannschaft“, sagt Lee. Das Überzahlspiel der Berliner etwa zeigte große Defizite, die sollen mit Zengerle und Espeland minimiert werden. Sie gelten als Spezialisten im Powerplay, die „das schon gemeinsam gespielt haben und sich bei uns nicht erst aneinander gewöhnen müssen“, so der Geschäftsführer. Durch den deutschen Pass von Spielmacher Zengerle, der Louis-Marc Aubry ersetzt, ergeben sich in der Abwehr mehr Optionen, sodass dort nun drei Ausländer im Kader stehen. „Zengerle ist ein sehr talentierter, vielseitig einsetzbarer Stürmer, guter Spielmacher und Bullyspieler“, sagt Sportdirektor Stéphane Richer. Espeland beschreibt Lee als „eine Mischung aus den früheren Eisbären-Verteidigern Derrick Walser und Micki DuPont, nicht ganz so offensiv wie Walser, aber so viel unterwegs wie DuPont“.

Weitere neue Spieler könnten lange auf sich warten lassen

Nach den jüngst verkündeten Abgängen von Aubry, den Torhütern Sebastian Dahm, Marvin Cüpper und Justin Pogge sowie von Kapitän André Rankel und Verteidiger Florian Kettemer stehen nun 19 Profis im Kader (inklusive Lukas Reichel sogar 20, doch sein Verbleib hängt mit dem Draft in der NHL zusammen). Über Verlängerungen verhandelt wird noch mit Pierre-Cédric Labrie, James Sheppard und Landon Ferraro. Lee betont, dass die Verträge von Niederberger, Zengerle und Espeland „alles Sachen sind, die vor der Krise gemacht wurden“. Wie der weitere Spielraum aussieht, lässt sich derzeit schwer sagen. Kaum einer nimmt aktuell neue Gespräche mit Profis auf, die bisher nicht im Klub waren. Unterschriften von bislang vereinsfremden Spielern könnten noch eine ganze Weile auf sich warten lassen.

Die Eisbären, die Ende Juli mit dem Teamtraining für die neue Spielzeit beginnen wollen, könnten mit ihrem derzeitigen Kader allerdings in die Saison starten. Und dann später nachjustieren. Gut wäre es dabei allerdings schon, wenn Sheppard, Ferraro und Labrie weiterhin in Berlin blieben. Was ohnehin das Ziel wäre beim EHC, denn nach Platz vier in der Hauptrunde war man sehr zufrieden mit dem Team und wollte nicht zu viel ändern. Sondern es nur punktuell verbessern.

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