Eisbären Berlin

Kurios: Eisbären können über Play-off-Gegner mitentscheiden

Bremerhaven oder Düsseldorf? Im Spiel der Eisbären gegen die Norddeutschen geht es darum, auf wen der EHC im Viertelfinale trifft.

Eisbären-Stürmer Marcel Noebels (l.) schleicht sich gegen Bremerhaven vor das Tor.

Eisbären-Stürmer Marcel Noebels (l.) schleicht sich gegen Bremerhaven vor das Tor.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Die Situation hat schon einen komischen Beigeschmack. Eigentlich heißt es ja, dass man sich seinen Gegner im Play-off nicht aussuchen kann. Darauf legt auch Stéphane Richer Wert, der Sportdirektor der Eisbären Berlin. Doch auch ihm ist natürlich beim Blick auf die Tabelle der Deutschen Eishockey Liga (DEL) nicht entgangen, dass diese Faustregel ein wenig von ihrer Allgemeingültigkeit verloren hat. Die Liga geht am Sonntag in ihren letzten Hauptrunden-Spieltag, und auf Platz fünf und sechs liegen punktgleich Düsseldorf sowie Bremerhaven. Das Torverhältnis lässt alles offen.

Genau an diesem Punkt kommen die Berliner ins Spiel. Vierter sind die Eisbären, sie werden es auch bleiben und treffen damit im Viertelfinale auf den Fünften. Düsseldorf oder Bremerhaven also. Ausgerechnet gegen die Norddeutschen treten die Berliner nun zum letzten Punktspiel an (14 Uhr, Mercedes-Benz Arena) – und können also mitentscheiden, wer ihr Kontrahent im Viertelfinale wird. „Einen gewissen Einfluss gibt es, ja, aber der liegt auf beiden Seiten“, sagt Richer. Klar, auch Bremerhaven kann sich gut überlegen, ob nicht vielleicht Straubing oder Mannheim, die beide für Platz drei infrage kommen, nicht doch die besseren Gegner wären. Ob es sich also lohnt, vielleicht noch an der DEG vorbeizuziehen.

Eisbären bis jetzt mit negativer Saisonbilanz gegen beide Klubs

Diese ganzen Gedanken mag Richer gar nicht durchspielen: „Wenn du das machst und dann im Viertelfinale verlierst, was sagst du dann?“ Lieber nichts. Deshalb gehen die Berliner am Sonntag auch wieder mit Torwart Justin Pogge an den Start, mit Pierre-Cédric Labrie, die in Köln beim 3:5 am Freitag geschont wurden. Auch Maxim Lapierre und John Ramage könnten zurückkehren. Weil sie angeschlagen sind, soll das aber erst kurzfristig entschieden werden.

Da die Lage nun mal verschiedene Möglichkeiten zulässt, stellt sich allerdings schon die Frage, wer denn eventuell der passendere Gegner sein könnte. Wobei die Antwort keine eindeutige ist. „Beide wären harte Gegner, die offensiv gefährlich sind, defensiv kompakt stehen und auf Konter warten“, urteilt Richer. Beide Klubs gehören sicher nicht zu den Lieblingsgegnern der Eisbären. Gegen die DEG wurden drei von vier Hauptrunden-Partien verloren, gegen Bremerhaven bisher zwei von drei.

Düsseldorf mit schwerer Aufgabe in Nürnberg

Nimmt man die letzten fünf Spiele zum Maßstab, ist Bremerhaven (11 Punkte) am besten in Form als drittbestes Team der Liga vor der DEG (10). Die Berliner folgen erst auf Platz zehn mit nur sechs Punkten. Über die letzten zehn Partien betrachtet, holten die Eisbären 20 Zähler und waren das beste Team vor der DEG (19/3) und Bremerhaven (15/7). Während die DEG vor allem in der Defensive enorm stark ist und die beste Abwehr der Liga (113 Gegentore) sowie den besten Torhüter (2,03 Gegentore pro Spiel) stellt, punkten die offensiv besseren Norddeutschen mit ihrem aggressiven Körperspiel.

In der Tordifferenz liegen beide Teams nur um sechs Treffer auseinander, diese sind schnell egalisiert. Zumal auch die Aufgabe der DEG in Nürnberg keine leichte ist. Die Franken sind Siebter, wollen den Platz gegen Ingolstadt verteidigen – und sie sind ebenfalls in starker Form. Vorhersehbar ist damit nicht, was am letzten Spieltag der DEL passieren wird. Möglich ist noch einiges.

Für Richer zählt dabei vor allem, dem heimischen Publikum in der ausverkauften Arena eine gute Show zu bieten. Die ist nur mit einem Sieg perfekt. Der würde den Berlinern zudem ein besseres Gefühl vermitteln in der Pause, die bis zum 17. März dauert. Die Gedanken an das, was durch das Spiel eintreten kann, sollte bei den Eisbären also niemand zu lange in den Köpfen tragen. Egal wie komisch die Situation auch sein mag. Sich gut einzuspielen für das Play-off, das ist das einzige, was beim EHC zählt.

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