Eishockey

Krupp gegen Eisbären: Wiedersehen mit Würze

Sportlich geht es im Duell zwischen Kölner Haien und Eisbären Berlin um nichts. Doch wegen Uwe Krupp bekommt es doch große Bedeutung.

Uwe Krupp ist wieder Trainer der Kölner Haie. Mit diesen spielt er gegen seinen Ex-Klub Eisbären Berlin.

Uwe Krupp ist wieder Trainer der Kölner Haie. Mit diesen spielt er gegen seinen Ex-Klub Eisbären Berlin.

Foto: Roberto Pfeil / dpa

Berlin. Uwe Krupp kann auf eine glanzvolle Karriere zurückblicken. Als Spieler wurde er zweimal deutscher Meister, 1996 mit Colorado und 2002 mit Detroit gewann er in der nordamerikanischen Profiliga NHL als erster Deutscher den Stanley Cup. Später als Trainer gelang ihm mit Köln und den Eisbären dreimal der Einzug ins Finale der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Mit dem Nationalteam wurde er 2010 WM-Vierter. Es war die beste WM-Platzierung einer DEB-Auswahl seit 57 Jahren.

In wenigen Tagen könnte Krupp nun erneut eine im deutschen Eishockey wohl einmalige Leistung erzielen und ungeschlagen das Play-off in der DEL verpassen. Seit 24. Februar ist der 54-Jährige wieder in Diensten der Kölner Haie und hat dort die ersten drei Partien gewonnen. Genützt hat es allerdings wenig – die Hypothek, die ihm sein Vorgänger Mike Stewart hinterlassen hatte, war schlicht zu groß. Unter seiner Führung hatten die Kölner zuvor 17 Spiele in Folge verloren und waren nur knapp an einem Negativrekord in der Liga vorbeigeschrammt.

Krupp und die Haie sind Zuschauer im Play-off

Seit dem vergangenen Wochenende steht fest, dass Köln beim diesjährigen Play-off zuschauen muss. Es ist erst das dritte Mal seit 1981, dass der Traditionsklub die Endrunde verfehlt. Trotzdem wird die Kölner Arena auch am Freitag (19.30 Uhr, Magentasport) beim Spiel gegen die Eisbären wieder rappelvoll sein. In der Zuschauertabelle sind die Haie trotz der verkorksten Saison weiterhin Spitze. Sportlich geht es für sie dagegen nur noch darum, „die Spielzeit zu einem würdigen Abschluss zu bringen“, so Geschäftsführer Philipp Walter. Dabei muss sich die Vereinsführung den Vorwurf gefallen lassen, zu lang an Stewart festgehalten zu haben.

Bereits Ende Januar hätte der Klub Uwe Krupp verpflichten können, nachdem dieser beim tschechischen Spitzenteam Sparta Prag entlassen worden war. Zu diesem Zeitpunkt wäre es noch nicht zu spät gewesen, um das Ruder herumzureißen. Doch die Haie-Chefetage erkannte die Signale zu spät. Erst unter Krupp spielt die Mannschaft wie befreit. Für ihn ist es das zweite Engagement in Köln, wo er bereits von 2011 bis 2014 hinter der Bande stand. Es folgten dreieinhalb Jahre bei den Eisbären, in denen sich das Team stetig verbesserte und 2018 im Finale gegen München erst nach sieben Spielen knapp unterlag.

Eisbären Berlin warteten zu lange mit einem Angebot

Weil der EHC damals jedoch zu lange mit einem neuen Vertragsangebot zögerte, fühlte sich Krupp vor den Kopf gestoßen und ging. Daraus ergibt sich die besondere Würze des Duells am Freitag. „Wie ich Uwe kenne, hat er den Jungs bestimmt etwas für die Mannschaftskasse versprochen, wenn sie uns schlagen“, sagt Eisbären-Stürmer Marcel Noebels.

Die Berliner könnten das Spiel eigentlich locker angehen. Der vierte Platz ist ihnen sicher und eine Verbesserung auf Rang drei wohl nur noch theoretisch möglich. EHC-Trainer Serge Aubin gönnt deshalb Maxim Lapierre und John Ramage eine Verschnaufpause, dafür rücken die jungen Erik Mik und Thomas Reichel ins Aufgebot. Trotzdem werde man alles geben, um die Partie zu gewinnen. „Wir haben jetzt noch zwei Spiele, um an uns zu arbeiten und den Schwung ins Play-off mitzunehmen“, so der Coach. Stürmer James Sheppard meint: „Wir wollen erst gar nicht riskieren, dass sich irgendwelche schlechten Gewohnheiten einschleifen.“

An das Play-off braucht Uwe Krupp in dieser Saison nicht mehr zu denken. Sein Blick ist längst auf die neue Spielzeit gerichtet. Derzeit analysiert er sämtliche Saisonspiele, auch die vor seiner Zeit, um so ein möglichst schlagkräftiges Team für die Zukunft zusammenzustellen. „Der KEC ist generell gut aufgestellt und hat eine riesige Bedeutung für Köln. Ich will mithelfen, dass wir sportlich wieder erfolgreich werden“, sagt er. Damit der alte Glanz bald zurückkehrt.

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