Eisbären

Eisbären auf Tuchfühlung mit ihren Fans

Die Eisbären absolvieren zum ersten Mal ein komplettes Eistraining unter freiem Himmel und suchen in Lankwitz die Nähe zu ihren Fans.

Die Eisbären Berlin trainieren am Sonntagvormittag vor den Augen ihrer Fans in Lankwitz.

Die Eisbären Berlin trainieren am Sonntagvormittag vor den Augen ihrer Fans in Lankwitz.

Foto: Reto Klar / FUNKE Foto Services

Berlin. Es ist schon ein paar Jahre her, dass André Rankel zuletzt auf der Eisbahn in Lankwitz seine Runden drehte. Als Bambini hatte der Kapitän der Eisbären dort kurz nach der Wende ein Spiel bestritten, damals noch im Trikot der Preussen, bei denen der 34-Jährige einst das Eishockeyspielen erlernte. Sein Vater kann sich noch gut daran erinnern: „Er hat mir erzählt, dass es damals wohl ziemlich kalt gewesen ist und er am Spielfeldrand ganz schön gefroren hat“, sagte Rankel.

Am Sonntag waren die Bedingungen deutlich angenehmer. Die Sonne strahlte über der Lankwitzer Anlage, keine Wolke trübte den hellblauen Himmel. Und wäre nicht ab und an eine S-Bahn vorbeigefahren, hätte man angesichts des großen Plakats neben der Eisfläche mit dem Alpenpanorama glatt vergessen können, dass man sich mitten in der Großstadt befindet.

Eisbären Berlin trainieren zum ersten Mal unter freiem Himmel

Zum ersten Mal in ihrer Geschichte absolvierten die Eisbären ein komplettes Eistraining unter freiem Himmel. „Die Fans aus dem Süden von Berlin und den angrenzenden Brandenburger Gemeinden kommen oft zu uns und unterstützen uns“, sagte Eisbären-Geschäftsführer Peter John Lee. Mit dem Besuch in Lankwitz wolle man sich bei seinen treuen Anhängern revanchieren. Viele der rund 300 Besucher trugen Eisbären-Trikots, doch auch das eine oder andere Preussen-Leibchen war in der Menge zu entdecken. Ein weiteres Zeichen, dass der EHC längst in der ganzen Stadt angekommen ist.

„Das hat Spaß gemacht“, befand Rankel. „Für unsere Fans ist das eine gute Gelegenheit, einmal ganz nah dran zu sein. Aus meiner Sicht können wir das gern wiederholen.“

Das Event erinnert an die Kieztrainings von Hertha BSC

Ein wenig erinnerte die Veranstaltung an die Kieztrainings von Hertha BSC, die der Fußballklub seit rund anderthalb Jahren durchführt. Rund um das Spielfeld herrschte Volksfestcharakter; es gab Bratwurst und Burger direkt an der Bahn. Auch einige Spieler ließen es sich nach dem Training schmecken: Verteidiger Ryan McKiernan biss noch hastig von seiner Wurst ab, bevor ihn schon wieder die nächsten Fans um Autogramme und Fotos baten.

Noch zehn Spiele bis zum Beginn des Play-offs

Bei der ersten Einheit nach zuvor sechs trainingsfreien Tagen ging es auch auf dem Eis eher locker zu. Die Spieler trugen ein Lächeln auf den Lippen und hatten sichtlich Spaß an der Sache. „Für das erste Training nach der Pause war das genau das Richtige. Die Jungs sollten erst einmal wieder ein Gefühl für das Eis bekommen. Ab Montag werden wir das Tempo erhöhen“, sagte EHC-Trainer Serge Aubin, ehe am Freitag mit dem Auswärtsspiel bei den Krefelder Pinguinen der Saisonendspurt eingeläutet wird.

Zehn Spiele sind in der Hauptrunde vor Beginn des Play-offs noch zu absolvieren. Noch nicht dabei waren in Lankwitz die Nationalspieler Kai Wissmann und Sebastian Streu sowie Torwart Sebastian Dahm, der mit Dänemark ebenfalls international im Einsatz war.

Angreifer Aubry nach Knieverletzung wieder fit

Dafür mischte Stürmer Louis-Marc Aubry nach überstandener Knieverletzung wieder mit. Gegen Krefeld sei er „zu 95 Prozent“ wieder mit von der Partie, sagte Aubin. Nachdem er nach einer Dreiviertelstunde das offizielle Training beendet hatte, durften anschließend noch Hobbyspieler und Kinder und Jugendliche aus dem Projekt „Kick on Ice“ aufs Feld und mit den Profis trainieren.

„Das war sehr aufregend. Ein Erlebnis, dass ich so schnell nicht vergessen werde“, erzählte der 15-jährige Till Kroner vom Brandenburger Amateurklub Oder Griffins aus Schwedt. Eine andere Spielerin hatte sich extra eine kleine Kamera an ihrem Helm befestigt, um die Eindrücke dieses besonderen Tages festzuhalten. Auch sie wird ihren Auftritt auf dem Lankwitzer Eis sicher nicht so schnell vergessen.