Eishockey

Eisbären gehen auf Platz vier in die Pause

Die Eisbären bezwingen den Verfolger Ingolstadt mit 6:2 und können guter Dinge auf die letzten zehn Partien der Hauptrunde schauen.

Eisbären-Stürmer Maxim Lapierre (M.) erzielt gegen den ERC Ingolstadt zwei Tore.

Eisbären-Stürmer Maxim Lapierre (M.) erzielt gegen den ERC Ingolstadt zwei Tore.

Foto: nordphoto / Engler via www.imago-images.de / imago images/Nordphoto

Berlin. Fachleute aus der nordamerikanischen NHL sind in dieser Saison öfter Gäste bei den Spielen der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Talente wie John Peterka in München, Tim Stützle in Mannheim oder Lukas Reichel bei den Eisbären Berlin wecken das Interesse der Scouts. So saßen am Sonntag auch wieder Talentspäher in der Mercedes-Benz Arena, als die Eisbären den ERC Ingolstadt empfingen. Jedoch gleich mehr als ein Dutzend, was einen inoffiziellen Klubrekord der Hauptstädter bedeutete.

Allerdings fand der Auflauf nicht allein wegen des 17-jährigen Reichel statt. Vielmehr waren die Scouts eine Art Vorhut, die von den Ereignissen der kommenden Tage kündete. Von Dienstag bis Sonnabend findet im Wellblechpalast in Hohenschönhausen ein U19-Fünf-Nationen-Turnier mit dem deutschen Nationalteam als Gastgeber statt. Da ließ sich der Besuch der EHC-Partie gut einrichten, zumal Reichel für den kommenden Draft im Sommer, bei dem die jungen Spieler seines Jahrgangs auf die Klubs verteilt werden, ohnehin eine interessante Figur ist. Mit zwei Vorlagen trug Reichel schließlich seinen Teil zum Sieg der Berliner bei, 6:2 (3:1, 2:1, 1:0) setzten sich die Eisbären durch.

Ingolstadts Negativtrend begann mit Sieg in Berlin

Es war ein wichtiger Sieg gegen den oberbayerischen Verfolger, nachdem die Eisbären am Freitag im Duell mit dem Dritten aus Straubing 1:2 verloren hatten und in der Tabelle von Bremerhaven vom vierten Rang verdrängt worden waren. Da die Norddeutschen am Sonntag gegen den Zweiten aus Mannheim unterlagen (3:4 n.P.), konnten die Berliner den vierten Platz umgehend wieder zurückerobern und somit guter Dinge in die Länderspielpause gehen. „Das war ein guter Schritt vorwärts für uns. Nach Freitag habe ich auf eine Antwort gewartet“, so EHC-Trainer Serge Aubin.

Vor der Erholungsphase mussten die Eisbären allerdings einen intensiven Nachmittag überstehen. Die Partie gegen Ingolstadt entwickelte sich zu einer körperbetonten Auseinandersetzung, in der die Oberbayern mit einer gewissen Verzweiflung darum kämpften, im Rennen um den vierten Platz nicht zu sehr den Anschluss zu verlieren. Erst am 17. Januar hatte der ERC diesen Rang erklommen, nachdem man die Eisbären in Berlin mit 5:4 n.P. geschlagen hatte. Seitdem aber holte Ingolstadt nur noch zwei Punkte und rutschte ab auf Platz sieben. „Seitdem sind wir nicht mehr dasselbe Team. Wir haben unseren Willen und unsere Zweikampfhärte verloren“, sagte Trainer Doug Shedden.

Lapierre trifft in Unterzahl für die Eisbären

Dieser Trend endete auch in Berlin nicht, wo die Eisbären schon nach 57 Sekunden zum 1:0 durch Maxim Lapierre trafen. Zwar glich der ERC in Überzahl schnell durch Kristopher Foucault aus (11.), doch Lapierre brachte den EHC in Unterzahl erneut in Führung (12.). Im Powerplay legte anschließend Pierre-Cédric Labrie zum 3:1 nach (17.), womit die Berliner ein wenig aufregendes Drittel sehr effektiv gestalteten. Das hielten sie auch im zweiten Abschnitt bei, erst erzielte Ryan McKiernan das 4:1 wieder in Überzahl (24.), dann traf Marcel Noebels zum 5:1 (33.).

Hier schien die Partie entschieden, doch nach dem schnellen 5:2 durch Brett Findlay (34.) erhitzte eine Spieldauerstrafe für Fabian Dietz die Gemüter und brachte den EHC noch einmal in eine gefährliche Situation. Die lange Unterzahl überstanden die Berliner, bei denen Constantin Braun zusätzlich verletzt raus musste, jedoch und ließen sich anders als vor zwei Wochen das Spiel nicht noch einmal von den Ingolstädtern aus der Hand nehmen. Zehn Partien liegen in der Hauptrunde jetzt noch vor den Eisbären, für die Austin Ortega zum 6:2 traf (59.). Vorher können sie sich in der Liga-Pause ein bisschen ausruhen, haben sogar sechs Tage frei, denn die Trainingshalle im Sportforum ist mit dem Nachwuchs-Turnier belegt, das so viele Scouts anzieht.

Alles zu den Eisbären finden Sie hier.