Eisbären Berlin

Absichern statt angreifen ist das neue Eisbären-Motto

Die Eisbären müssen nicht mehr nach vorn schauen, sondern eher nach hinten. Die gute Position für das Play-off ist unsicher geworden.

Die Eisbären, hier John Ramage (l.) und André Rankel (r.) müssen am Sonntag gegen Ingolstadt ran.

Die Eisbären, hier John Ramage (l.) und André Rankel (r.) müssen am Sonntag gegen Ingolstadt ran.

Foto: Eibner-Pressefoto / picture alliance / Eibner-Pressefoto

Berlin. Im Schlussdrittel kam auf einmal die Durchsage an die Zuschauer. Wegen einer Demonstration auf der Warschauer Brücke wurden die Besucher beim Spiel der Eisbären Berlin gegen die Straubing Tigers gebeten, sich für den Heimweg doch lieber eine andere Route zu suchen. Es passte zu diesem Abend, der auch auf dem Eis anders ausging, als von den Heimfans erhofft. Im Kampf um Platz drei in der deutschen Eishockey Liga (DEL) wollten die Berliner eigentlich mit einem Sieg gegen Straubing den Druck auf die Tigers weiter erhöhen.

Stattdessen verloren sie die Partie mit 1:2 und müssen den Blick nun erst einmal wieder nach hinten richten, um zumindest Platz vier abzusichern. Knackpunkt war am Freitag die mangelnde Chancenverwertung. „Wir hatten allein im letzten Drittel vier, fünf große Chancen“, sagte Berlins Trainer Serge Aubin, „aber uns hat heute das Geschick und auch die Energie gefehlt“, um diese zu nutzen. In gewisser Weise ließ sich das gesamte Geschehen auf dem Eis mit einer einzigen Sequenz aus dem Schlussabschnitt zusammenfassen, in der sich der Spielverlauf auf wenige Sekunden verdichtete.

Platz drei ist jetzt weit weg, Rang vier ein realistisches Ziel

Zunächst waren die Eisbären zu dritt auf das Straubinger Tor losgestürmt, wobei der einzige Verteidiger der Gäste sogar noch seinen Schläger verloren hatte – und trotzdem erfolgreich abwehrte. Im direkten Gegenzug fiel dann der Siegtreffer für die Tigers durch Antoine Lagarniere. „Wir sind selbst schuld an der Niederlage. Wir machen die Chancen vorne nicht, und die hauen sie uns rein“, sagte EHC-Stürmer Leonhard Pföderl. Schon zuvor hatten die Berliner beste Gelegenheiten verpasst. Im zweiten Drittel war Straubings Torwart Jeffrey Zatkoff gleich zweimal unglücklich ausgerutscht und das Tor quasi leer. Doch beide Male gelang es den Eisbären nicht, den Puck im gegnerischen Kasten unterzubringen.

Zu diesem Zeitpunkt führten sie durch den Treffer von Pföderl noch mit 1:0. „Im zweiten Drittel haben wir aber ein bisschen den Schwung verloren“, sagte Trainer Serge Aubin. Der Torschütze meinte: „Wir haben uns von den Straubingern einlullen lassen.“

Die Gäste aus Bayern zeigten ein gutes Forechecking und gewährten den Berlinern nur wenig Raum zur Entfaltung. Nach einer vermeidbaren Strafe für Constantin Braun kassierten die Eisbären prompt den Ausgleich. „Straubing hat das clever gemacht. Man hat gesehen, dass sie nicht umsonst Dritter sind“, sagte Pföderl. Auf diesem Platz stünden die Eisbären auch gern, hätten sie damit doch für die kommende Saison einen Startplatz in der Champions Hockey League sicher. Allerdings ist die Aufholjagd nun erst einmal vorbei. „Wenn wir noch einmal den dritten Platz angreifen wollen, wäre es schon nicht schlecht gewesen, die drei Punkte zu holen“, konstatierte Pföderl.

Nächster Gegner Ingolstadt ist direkter Konkurrent

Durch die Niederlage ist der Abstand auf Straubing nun jedoch wieder auf zehn Punkte gewachsen. Selbst mit noch einem Spiel in der Hinterhand wird das ein schwieriges Unterfangen. Vielmehr geht es nun darum, nicht noch weiter abzurutschen. Bremerhaven zog bereits am Freitag an den Eisbären vorbei auf Platz vier, die damit momentan im Viertelfinale kein Heimrecht hätten.

Sogar der sechste Platz, mit dem man automatisch im Viertelfinale stünde, ist dem EHC noch nicht sicher – denn der ERC Ingolstadt liegt nur sechs Punkte zurück. Am Sonntag (17 Uhr, Mercedes-Benz Arena) kommt es in Berlin zum direkten Duell zwischen diesen beiden Klubs. Alle im Team seien sich der Tabellensituation bewusst, so Trainer Aubin. Leonhard Pföderl forderte: „Gegen Ingolstadt wird es wieder eine harte Nuss, aber da müssen wir einen Dreier holen.“ Die Mannschaft schaue zurzeit weder nach vorn noch nach hinten, sondern ausschließlich auf sich selbst. „Wir müssen gucken, dass wir unsere Spiele gewinnen, vor allem die knappen“, so Pföderl: „Dann kommt der Rest von allein.“

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