Eisbären Berlin

Eisbären Berlin: Jetzt ist es Zeit für echte Männer

Eisbären empfangen mit Ingolstadt direkten Kontrahenten und müssen hart um ihren Tabellenplatz kämpfen. Saisondebüt für Talent Mik.

Mark Olver (l.) kehrt nach seiner Verletzung zurück in das Team der Eisbären Berlin.

Mark Olver (l.) kehrt nach seiner Verletzung zurück in das Team der Eisbären Berlin.

Foto: Andreas Gora / picture alliance/dpa

Berlin. Eric Mik steht gelassen vor der Kabine der Eisbären Berlin. Er ist erst 19 Jahre alt, war bislang gerade einmal bei einem halben Dutzend Spielen in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) dabei. Am Freitag gegen den ERC Ingolstadt soll nun der erste Einsatz in dieser Saison stattfinden (19.30 Uhr, Mercedes-Benz Arena), doch der Verteidiger wirkt überhaupt nicht nervös, vielmehr abgeklärt. „Ich habe mich jetzt an das Männerhockey gewöhnt“, erzählt der Berliner, so als wollte er damit sagen, dass er nun erwachsen geworden sei.

Vergangene Saison stand Mik in seinen ersten Profispielen auf dem Eis, die meiste Zeit verbrachte er aber noch im Nachwuchsteam der Berliner. Inzwischen spielt er beim Kooperationspartner Weißwasser in der zweiten Liga, zuletzt war Mik sogar bei der U20-WM und hielt dort mit dem deutschen Team die Klasse. „Das war ein guter Selbstbewusstseinsschub, den ich da bekommen habe. Das Tempo war sehr hoch dort, das gibt mir viel mit auf den Weg“, sagt der Abwehrspieler, der nun als siebter Verteidiger beim EHC mitmachen darf. Da zudem Stürmer Mark Olver nach überstandener Verletzung wieder fit ist, können die Berliner nach längerer Zeit wieder alle Positionen besetzen.

Eisbären-Stürmer Mark Olver ist wieder fit

Olvers Rückkehr kommt Trainer Serge Aubin gelegen, die Eisbären möchten ihren vierten Platz in der Tabelle verteidigen, den sie vor dem 38. Spieltag innehatten. Seit Wochen halten sie diesen, doch der Kampf um die Positionen wurde immer härter in den vergangenen Partien. Mit Ingolstadt reist jetzt ein direkter Kontrahent an, der sogar vorbeiziehen könnte. Ein Spiel für Männer also, genau richtig für Mik. „Man sieht deutlich, dass die Intensität wächst. Für jede Mannschaft geht es jetzt um etwas“, sagt Aubin. Die DEL biegt in das letzte Viertel der Hauptrunde ein, das Play-off ist nicht mehr weit entfernt.

Ihren Tabellenplatz wollen die Berliner natürlich nicht mehr hergeben in den letzten Wochen der Punkterunde. Dennoch verschenkten sie zuletzt wichtige Zähler in Düsseldorf (1:2) und Köln (4:3 n.V). Trainer Aubin ist trotzdem weitgehend zufrieden: „Wir waren insgesamt schon lange nicht mehr zwei Spiele in Folge so solide. Unser Spiel gefällt mir.“ Wenn die Eisbären diesem Weg folgen, würde sich das bald auszahlen, so der Kanadier.

EHC-Gegner Ingolstadt ist besonders auswärtsstark

Die Enge in der Tabelle empfindet Aubin keineswegs als unliebsamen Druck. „Ich mag das, das ist eine gute Vorbereitung auf die nächsten Wochen. Es präpariert einen für die Schlüsselmomente im Play-off, wo man unter Druck zeigen muss, was man kann“, sagt der Trainer. Gerade Ingolstadt bietet eine besonders gute Überprüfung des eigenen Leistungsstandes. Die Oberbayern sind eines der auswärtsstärksten Teams der Liga. Im Duell mit dem EHC setzte sich in den vergangenen sechs Partien – die Berliner gewannen in dieser Saison zweimal in Ingolstadt – ohnehin stets der Gast durch, was die Herausforderung nun noch einmal steigert.

Natürlich auch für Mik, der gegen einen starken Gegner um Einsatzminuten ringt und mit den ersten Wechseln bewertet wird. „Wir sehen uns das an und werden dann Schritt für Schritt vorgehen“, sagt Aubin. Seit den DEL-Auftritten im Vorjahr habe er sich „recht gut entwickelt“, findet Talent Mik selbst und hat ein klares Ziel: „Ich will zeigen, was ich drauf habe. Ich will meine Chance nutzen.“

Noch mehr zu den Eisbären finden Sie hier.