Eisbären Berlin

Eisbär Braun: „Stürmer zu spielen, ist für mich entspannter“

Der Verteidiger der Eisbären darf jetzt vorn mitmischen, seine Ausbildung hilft ihm dabei. Und Spaß macht es auch noch.

Eisbären-Profi Constantin Braun (2.v.l.) ist jetzt öfter vor dem Tor des Gegners zu sehen als sonst.

Eisbären-Profi Constantin Braun (2.v.l.) ist jetzt öfter vor dem Tor des Gegners zu sehen als sonst.

Foto: nordphoto / Engler / picture alliance / nordphoto

Berlin. Constantin Braun (31) strahlt auffällig, selbst das besonders harte Dienstagstraining der Eisbären Berlin konnte das Lächeln des Profis nicht eindämmen. Zwar blieben die Berliner am zurückliegenden Wochenende in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) unter den Erwartungen beim 1:2 in Düsseldorf und dem 4:3 n.V. in Köln. Doch Brauns Rolle hat sich zuletzt verändert, zu seinem Vorteil. Der Verteidiger ist als Stürmer im Einsatz und findet Gefallen daran.

Berliner Morgenpost: Zwei Punkte sind es geworden am Wochenende, Herr Braun. Gut oder zu wenig?

Constantin Braun: Wir hatten am Freitag und am Sonntag die Chance, drei Punkte zu holen. Am Ende hat es in Düsseldorf ausgereicht, einen Fehler mehr zu machen als der Gegner, um das Spiel zu verlieren. Es war sehr eng. In Köln darf es uns nicht passieren, dass wir in die Overtime müssen.

Ihr Team führte in Köln 3:0, verspielte den Vorsprung in den letzten acht Minuten. Wie konnte das geschehen?

Wir haben es einfach nicht clever runtergespielt. Wir haben vorn die Risikopässe zur Mitte versucht, die abgefangen wurden. Dazu waren wir im letzten Drittel viel in Unterzahl, dadurch haben wir sie wieder ins Spiel gebracht.

Sie selbst sind auch wieder besser im Spiel. Nach Wochen als siebter Verteidiger mit eher wenig Eiszeit sind Sie seit Kurzem aufgrund der Verletzungen im Angriff nach langer Zeit wieder als Stürmer im Einsatz. Mussten Sie sich umstellen?

Natürlich ist es ein Vorteil für mich, dass ich Stürmer gelernt habe bis ich 20 war und dann umgeschult wurde. Ich habe immer wieder mal zwischendrin auch vorn gespielt. Vor zwei Jahren war es, glaube ich, das letzte Mal. Aber nur für ein Spiel. Über so eine lange Zeit jetzt vorn zu sein, das ist das erste Mal seit zehn Jahren oder so.

Brauns Eiszeit ist zuletzt deutlich gestiegen

Und es macht sicher auch mal wieder Spaß, oder?

Ja, es ist mal wieder was anderes, eine andere Aufgabe. Das ist schon schön. Für mich ist Stürmer zu spielen auch entspannter als Verteidiger. Als Verteidiger muss ich die Scheibe korrekt anbringen, als Stürmer muss ich mich bloß so hinstellen, dass ich sie kriegen kann. Es ist eine andere Verantwortung.

Sie helfen trotzdem auch viel hinten aus, waren in den Spielen zuletzt sehr viel unterwegs auf dem Eis. Weniger anstrengend ist es also nicht.

Das ist natürlich der Gedanke dabei, weil quasi drei Verteidiger auf dem Eis sind. Da brennt weniger an. Ich war aber mehr vorn, würde ich sagen. Für den Trainer ist es schön, dass er drei Jungs auf dem Eis hat, die hinten spielen können und auch vorn. Für mich ist schön, dass ich auf dem Eis bin.

Angesichts der Verletztenlage könnte es noch bis zur Februar-Pause so weitergehen. Was glauben Sie?

Es könnte von mir aus auch noch darüber hinaus so weitergehen. Ich spiele zwar da, wo mich der Trainer hinstellt, aber die Eiszeit ist zuletzt immer mehr geworden. Jetzt habe ich eine neue Reihe bekommen mit Maxim Lapierre und Landon Ferraro. Ich könnte mir vorstellen, dass es so bleibt mit dem Sturm, solange wir sechs gesunde Verteidiger haben.

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