Eisbären Berlin

Eisbären-Supertalent Reichel: Schnelle U20, schlaue DEL

Der junge Eisbären-Stürmer ist zurück von der WM und bringt vor dem Spiel gegen die DEG ein paar interessante Erkenntnisse mit.

Lukas Reichel (l.) ist nach der U20-WM wieder einsatzbereit für die Eisbären.

Lukas Reichel (l.) ist nach der U20-WM wieder einsatzbereit für die Eisbären.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Die gemeinsame Zeit fiel sehr kurz aus. Für ein Essen reichte sie noch, dann musste Thomas Reichel schon wieder nach Weißwasser aufbrechen, um in der zweiten Liga seinem Beruf nachzugehen. Für seine Anwesenheit in Berlin bei den Eisbären gab es keine Notwendigkeit mehr nach der Rückkehr einiger verletzter Spieler und eines jungen Profis, der gerade mit der U20-Nationalmannschaft unterwegs gewesen ist. Mit diesem besonderen Talent verbrachte der 20-Jährige die letzten Stunden vor der Abreise, tauschte sich noch einmal aus über seine ersten Erfahrungen in der Deutschen Eishockey Liga (DEL), alles ganz familiär. Denn es ist sein jüngerer Bruder Lukas, der ein Grund dafür ist, weshalb Thomas vorerst nicht mehr gebraucht wird beim EHC.

Gut vier Wochen durfte der ältere der Reichel-Brüder bei den Berlinern mitmachen. Hauptsächlich trainieren, denn die Einsätze bei den Spielen beschränkten sich fast ausschließlich auf Bankaufenthalte. „Ich freue mich, dass ich hier dabei sein konnte“, sagt er und zeigt keine Enttäuschung. Er kam aus Weißwasser, weil Lukas mit dem deutschen U20-Team bei der WM um den Klassenerhalt kämpfte und diesen auch schaffte. Doch Trainer Serge Aubin sah Thomas noch nicht bereit für die DEL, so dass es mehr ein Erstliga-Schnupperkurs wurde.

Bruder Thomas wieder zurück nach Weißwasser

Die Auftritte des Bruders bei der WM verfolgte er natürlich. „Da hat er mal gesehen, dass es auf der Welt noch eine ganze Menge besserer Spieler gibt“, sagt Thomas Reichel und grinst. Er meint es nicht so. Sicher, in Tschechien waren eine Menge Spitzentalente versammelt, aber Lukas schlug sich sehr ordentlich dort. Drei Tore und zwei Vorlagen gelangen ihm. „Wir hatten eine harte Gruppe, haben uns aber immer konstant gut präsentiert“, so Lukas.

Er brachte sogar ein paar interessante Erkenntnisse mit. Bei der WM sei „ein bisschen schneller“ gespielt worden als in der DEL, „weil auch die Eisfläche ein bisschen kleiner war“. Ein wenig körperlicher ging es daher ebenso zu. In der heimischen Top-Liga dominieren dafür mehr System und Taktik, „da wird schlauer gespielt, weil die älteren Spieler ihre Erfahrung aufs Eis bringen“. Generell aber könnten alle aus dem U20-Team dauerhaft in der DEL auflaufen, „wenn sie ihre Rolle finden“ würden.

Auch Ferraro und Ramage wieder dabei, Dietz verletzt sich

Vielleicht sehen das die Trainer grundsätzlich ein wenig anders. „Das Level in der Liga hat sich im letzten Monat noch einmal erhöht. Und es wird noch höher werden jetzt. Lukas muss weiter hart arbeiten“, sagt Aubin, der sich freut, den Jungprofi wieder im Team zu haben: „Wir haben seine Schnelligkeit schon wieder im Training gesehen, das ist besonders. Er hat außergewöhnliche Fähigkeiten, und wir wollen seine Stärken nutzen.“ Acht Tore und sieben Vorlagen verbuchte der Stürmer bisher in 24 Partien.

Mit Angreifer Landon Ferraro und Verteidiger John Ramage kann Aubin in Düsseldorf am Freitag (19.30 Uhr, Magentasport) sogar auf zwei weitere Spieler setzen, so dass sich die Personallage etwas entspannt. Bei Stürmer Mark Olver (Oberkörper) sind dagegen erneut Schmerzen aufgetreten. Mit Angreifer Fabian Dietz haben die Eisbären zudem schon den nächsten Verletzten zu beklagen. Er verdrehte sich am Mittwoch nach dem Training das Knie und fehlt drei bis sechs Wochen.

Talent Mik soll nächste Woche mit DEL-Team trainieren

Ein anderer junger Profi wird dafür schon nächste Woche zu den Berlinern stoßen. Erik Mik (19) spielt sonst in Weißwasser beim Kooperationspartner, war gerade mit Reichel bei der U20 und steuerte dort ein Tor bei. „Er hat einen guten Job gemacht“, so Lukas Reichel. Aubin sagt: „Er wird zum Training nach Berlin kommen, dann sehen wir weiter.“ Mik hatte vergangene Saison bereits ein paar Einsätze bei den Eisbären, vielleicht kommen nun bald weitere hinzu.

Bei Lukas Reichel stellt sich dagegen eher die Frage, wie fix er sich von der schnellen U20 wieder auf die schlaue DEL umschalten kann. Er gibt sich selbstbewusst. „Das wird nicht schwer. Ich weiß, in welcher Reihe ich spiele und welches System“, sagt der Stürmer, der wieder mit Maxim Lapierre und Austin Ortega auflaufen wird – und weiter warten muss, bis er mal mit seinem Bruder zusammen in einem Spiel auf dem Eis steht.

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