Eisbären Berlin

Die Sehnsucht der Eisbären nach mehr Spielern

Wegen der vielen Ausfälle sehen die Eisbären-Chefs das 2:5 in Iserlohn nicht so kritisch. Bis zu vier Spieler werden zurückerwartet.

Eisbären-Trainer Serge Aubin hätte gern wieder mehr Personal auf der Bank.

Eisbären-Trainer Serge Aubin hätte gern wieder mehr Personal auf der Bank.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Es war wohl seine Spielweise, die Justin Pogge im zweiten Einsatz für die Eisbären Berlin zum Kurzarbeiter machte. Von der Mittellinie aus drosch Robert Raymond den Puck nach vorn, und Pogge erwartete eher, dass die Scheibe neben das Tor gehen würde. Pogge spielt den Puck gern, deshalb wollte er sofort einen Schritt zur Seite machen, um ihn schneller zu erreichen. Doch da wurde das Spielgerät leicht abgefälscht und landete im Tor. Nach nur 2:33 Minuten Spielzeit schon der zweite Gegentreffer für den Vierten der Deutschen Eishockey Liga (DEL) beim Letzten.

Trainer Serge Aubin reagierte. „Er wollte einen Weckruf an das Team senden“, sagt Sportdirektor Stéphane Richer, „aber das hatte nicht den richtigen Effekt.“ Fünf Minuten später stand es trotz Torwartwechsel 0:4, mit 2:5 endete die Partie im Sauerland. Und der schwache Start, kein neues Thema bei den Eisbären, wird nun sicher noch mal ein Tagesordnungspunkt bei den nächsten Teambesprechungen werden. „Wir müssen uns gerade auswärts besser vorbereiten und können nicht so oft erst anfangen zu spielen, wenn wir hinten liegen“, so Richer.

Eisbären-Stürmer Noebels mit fast 27 Minuten Eiszeit

Weder Pogges Missgeschick noch die augenscheinlich desaströse Anfangsphase der anderen Kollegen wollte der Kanadier aber zu streng bewerten: „Wir spielen seit Wochen mit einem sehr kleinen Kader. Die Luft war jetzt einfach raus.“ Genauso sah es auch Aubin: „Wir waren am Anfang nicht bereit. Ich glaube, unser Tank war etwas leer. Wir hatten am Freitag viel in das Spiel gegen München investiert und konnten uns nicht genug erholen.“ Das 4:3 gegen den Spitzenreiter hatte dem Team sehr viel abverlangt, Iserlohn war so etwas wie die Quittung.

Bei den ausgedehnten Eiszeiten für manche Spieler – Stürmer Marcel Noebels war in Iserlohn mit 26:52 Minuten am meisten im Einsatz, die Verteidiger Ryan McKiernan 25:47 und Florian Kettemer 25:39 folgten – zeitigen irgendwann Folgen. Neben der körperlichen fehlte es auch an geistiger Frische. Nach drei Wochen mit acht Spielen, zwei davon binnen 27 Stunden, freuen sich die Berliner daher nicht nur auf den normalen Hauptrunden-Rhythmus, der jetzt bis zum Monatsende vor ihnen liegt.

Reichel, Ramage, Olver und Ferraro auf dem Sprung

Auch die Sehnsucht nach zurückkehrendem Personal ist sehr groß. So rückt der 17-jährige Angreifer Lukas Reichel nach dem Klassenerhalt mit dem deutschen Team bei der U20-WM, wozu er drei Tore und zwei Vorlagen beitrug, wieder in den Kader. Zudem erwarten die Berliner, dass in Landon Ferraro (Knochenprellung) und Mark Olver (Oberkörper) zwei weitere Stürmer wieder bereitstehen. Auch Verteidiger John Ramage (Oberkörper) scheint einsatzfähig. „Es sieht gut aus bei allen“, so Richer, der dann nur noch Louis-Marc Aubry (Innenband-Teilruptur) und Sean Backman (Gehirnerschütterung) auf der Verletztenliste hat. Wobei Aubry noch etwa vier Wochen fehlt, Backman auf unbestimmte Zeit.

Mit fast vollzähliger Mannschaft dürfte Trainer Aubin beim Blick auf das kommende Wochenende deutlich wohler sein. Am Freitag müssen die Berliner nach Düsseldorf, am Sonntag nach Köln. Auf einen erneuten Weckruf würde der Trainer dann gern verzichten.

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