Eisbären Berlin

Eisbären bezwingen München in letzter Minute

Die Eisbären setzen sich mit einer kämpferischen Glanzleistung 4:3 gegen den Tabellenführer der DEL durch.

Eisbären-Stürmer James Sheppard erzielt zwei Treffer gegen den Tabellenführer aus München.

Eisbären-Stürmer James Sheppard erzielt zwei Treffer gegen den Tabellenführer aus München.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Es gab ganz sicher Aufklärungsbedarf. Wie wird der neue Torhüter der Eisbären Berlin denn nun ausgesprochen? Justin Pogge heißt er, aber als Kanadier ist der Name bestimmt mit einem anderen Zungenschlag versehen, als es die Schreibweise vermuten lässt. Also vielleicht „Poggi“? Oder eben „Pogg“? Hallensprecher Uwe Schumann half den Fans des EHC vor dessen Debüt aus, schließlich rufen sie laut die Namen der Spieler beim Einlaufen. „Pogi“, gesprochen wie „Po“ mit einem „g“ und „i“, heißt es korrekt.

Der erste Auftritt des neuen Mannes zwischen den Pfosten, der einen Tag vor dem Jahreswechsel verpflichtet worden war, erzeugte bei den Fans der Berliner für das erste Spiel des Jahres eine gewisse Spannung. Mehr vielleicht als das Spitzenspiel der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gegen den Tabellenführer aus München selbst. Gegen den setzte es nämlich in der Vergangenheit sehr zuverlässig Niederlagen in der Mercedes-Benz Arena, zwölf in den vergangenen 16 Partien. Diesmal gewannen sie 4:3 (2:0, 1:2, 1:1) vor 14.200 Zuschauern in der zum dritten Mal in Folge ausverkauften Halle. Nicht nur wegen Pogge, sondern aufgrund eines enormen Kampfgeistes.

Sechs Ausfälle bei den Eisbären

Die Münchner beeindrucken in dieser Saison. Nachdem ihnen Mannheim den Titel abgejagt hat, scheint die Motivation keine Grenzen zu kennen. Mit großem Vorsprung führen die Bayern die Tabelle an, nur eine kleine Schwächephase leistete sich das Team bisher. Schon 20 Zähler trennten den Vierten aus Berlin, der bereits zwei Spiele in dieser Saison gegen Red Bull verlor, vor der Partie des 34. Spieltags von München.

Die Ausgangslage war auch diesmal nicht unbedingt gut. Während die Gäste vier komplette Sturmreihen aufbieten konnten, reichte es ohne sechs Ausfälle beim EHC nur zu drei Reihen. Entsprechend kraftraubend wurde das Spiel für das Team von Trainer Serge Aubin, zumal die Eisbären forsch anfingen und durch zwei Geniestreiche von James Sheppard 2:0 in Führung gingen (5./7.). Jeweils mit starken Soli hatte der Angreifer Erfolg.

Torwart Pogge mit solider Leistung bei Debüt

Das forderte die Bayern heraus, sie agierten bissiger, nachdem sie anfangs unter Druck einige Unsicherheiten gezeigt hatten. Kaum hatte das zweite Drittel begonnen, musste der solide Torhüter Pogge, für den die bisherige Stammkraft Sebastian Dahm auf die Bank rückte, den Puck passieren lassen. Jason Jaffray hatte abgezogen (21.). München gab nun die Richtung vor, es fiel den Berlinern nicht leicht, dem Elan der Gäste zu widerstehen. Doch nach einem Konter erhöhte Pierre-Cédric Labrie auf 3:1 (34.).

Mitreißend war der Kampf der Eisbären, denen allerdings in Überzahl ein Patzer unterlief, so dass Patrick Hager verkürzen konnte (38.). Ein von Jaffray abgefälschter Schuss landete dann zum 3:3 im Netz der Berliner (45.). Diese drängten noch einmal nach vorn, wurde aber durch fragwürdige Strafzeiten erneut geschwächt. Doch die Eisbären ließen sich nicht bremsen, Leonhard Pföderl lenkte 30 Sekunden vor Schluss den Puck zum 4:3 und damit zum Sieg beim Pogge-Debüt ins Tor.

Noch mehr zu den Eisbären finden Sie hier.