Eisbären Berlin

Eisbären wollen beim Letzten mehr als nur Charakter zeigen

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Marcel Stein
Eisbären-Kapitän André Rankel (sitzend) hat es schwer, sich vor dem Kölner Tor durchzusetzen.

Eisbären-Kapitän André Rankel (sitzend) hat es schwer, sich vor dem Kölner Tor durchzusetzen.

Foto: Andreas Gora / dpa

Eigentlich sollten die Eisbären in Schwenningen auf einen alten Bekannten treffen. Doch der ist plötzlich nicht mehr da.

Berlin. Es hätte ein Wiedersehen werden sollen, eines, bei dem Jamie MacQueen den Eisbären aus Berlin mal so richtig zeigt, dass sie im Sommer die falsche Entscheidung getroffen haben. In den ersten 17 Partien der Saison in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) traf der Kanadier elf Mal für die Schwenninger Wild Wings. Dorthin war der 31-Jährige gewechselt, nachdem er drei Jahre in Berlin gespielt und dort sehr konstant seine Tore geschossen hatte.

Dass er in Schwenningen daran anknüpft, überraschte niemanden. Es gab eher Stimmen im EHC-Umfeld, die den Wechsel bereuten. Doch zum ersten Wiedersehen mit dem EHC kommt es am Sonntag nun nicht mehr (19 Uhr, Magenta Sport). Die Wild Wings haben ihren besten Torschützen überraschend freigestellt. „Dies ist das Ergebnis aus intensiven Gesprächen zur aktuellen Situation und der Entwicklung der Mannschaft in den letzten Wochen. Wir brauchen gerade in dieser Situation Mitarbeiter und Spieler, die sich zu 100 Prozent mit den Wild Wings identifizieren und abseits sowie auf dem Eis als Leader und Vorbild vorangehen“, hieß es in einer Mitteilung des Klubs dazu.

Ex-Eisbär MacQueen nach nur zwei Monaten freigestellt

In Berlin ist man schon erstaunt ob der Entwicklung beim Tabellenletzten. „Alle wissen, dass er kein Defensivspieler ist“, sagt Sportdirektor Stéphane Richer nur. Bei den Eisbären sei das weniger ins Gewicht gefallen, MacQueen war einer vor vielen Spielern. In Schwenningen genoss er so etwas wie einen Star-Status, da wurde mehr verlangt, als lediglich Tore zu schießen.

Mehr verlangt auch Trainer Serge Aubin nach dem Spiel der Berliner am Freitag gegen Köln von seiner Mannschaft. 4:5 nach Verlängerung hieß es am Ende, ein unbefriedigendes Resultat, da das Team einmal mehr zu wenig Konstanz in seinem Spiel zeigte. Erst ein furioser Endspurt rettete überhaupt noch einen Punkt. „Wir müssen sechzig Minuten spielen“, so Aubin, der sauer war ob der zwischenzeitlichen Einstellung mancher Profis.

Die schwierige Lage gegen die Haie habe sich ergeben, weil „wir nicht ins Laufen gekommen sind“, so Kapitän André Rankel. Ansonsten habe man am Ende gezeigt, wie die Eisbären spielen wollen. „Wir haben Charakter gezeigt“, so Rankel. So etwas hätten sich die Wild Wings wohl auch von MacQueen gewünscht, der immerhin noch einen Vertrag für die nächste Saison besitzt und dem Letzten damit eine große Bürde ist.

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