Eishockey

Eisbären Berlin ärgern sich über fehlenden Biss

Den Eisbären Berlin fehlte im Spiel gegen Wolfsburg die mentale Bereitschaft. So setzte es die zweite Niederlage vor den eigenen Fans.

Kein Durchkommen: Landon Ferraro (l.) von den Eisbären Berlin wird von der Wolfsburger Defensive gestoppt.

Kein Durchkommen: Landon Ferraro (l.) von den Eisbären Berlin wird von der Wolfsburger Defensive gestoppt.

Foto: nordphoto / Engler / picture alliance / nordphoto

Berlin. Marcel Noebels redete nicht lang um den heißen Brei herum. In Interviews ist der Stürmer der Eisbären Berlin genauso gradlinig wie auf dem Eis, er versuchte deshalb erst gar nicht, seinen Frust über die 5:6-Niederlage seiner Mannschaft gegen die Grizzlys Wolfsburg in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) zu verbergen.

Persönlich ärgerte er sich zwar am meisten über seinen nicht gegebenen Treffer im Shootout, bei dem die Schiedsrichter zuvor eine Puckberührung von Wolfsburgs Torhüter Chet Pickard erkannt hatten, durch den der Penalty laut Regelwerk als gehalten galt. „Der Torwart liegt in der anderen Ecke und berührt den Puck erst in dem Moment, als ich ihn an ihm vorbeischiebe. Für mich ist es ein gutes Tor“, sagte Noebels.

Eisbären Berlin verlieren nicht erst im Penaltyschießen

Doch auch ihm war bewusst, dass die Berliner das Spiel am Sonntag nicht in dieser Szene verloren hatten. In Normalform hätten es die Eisbären gar nicht erst auf das Penaltyschießen ankommen lassen müssen. Nach den zuletzt so starken Auftritten zu Hause mit sieben Siegen aus den ersten acht Heimspielen schienen die Gastgeber dieses Mal allerdings nicht ganz bei der Sache zu sein.

„Man muss klar festhalten, dass wir insgesamt nicht gut genug waren. Wir hatten auch keine drei Punkte verdient“, konstatierte Noebels. Das EHC-Spiel wirkte fahrig und ließ vieles von dem vermissen, was die Eisbären in dieser Saison bislang auszeichnet. „Unser Laufspiel war nicht so gut wie sonst, außerdem haben wir zu viele Zweikämpfe verloren. Da waren wir immer einen Schritt zu spät“, sagte Noebels. Verteidiger Ryan McKiernan erklärte, man habe im Spielaufbau zu große Lücken zwischen der eigenen Abwehr und den Stürmern gelassen, weshalb nur selten ein geordnetes Angriffsspiel zustande kam.

Gegen die Kölner Haie ist eine Steigerung nötig

„Wir haben viel probiert, waren aber mental nicht ganz so auf der Höhe, wie wir es hätten sein müssen, um zu gewinnen“, sagte Berlins Trainer Serge Aubin. Es klang wie ein Appell an seine Spieler, dass sie künftig auch einen vermeintlich einfachen Gegner wie Wolfsburg nicht auf die leichte Schulter nehmen dürfen. „Dafür ist die Liga zu gut, um sich das leisten zu können“, meinte auch Noebels. Den nächsten Gegner werden die Eisbären aber sicher nicht unterschätzen: Am Freitag (19.30 Uhr, Mercedes-Benz Arena) kommen die Kölner Haie in die Hauptstadt, die zuletzt vier Mal in Folge gewonnen haben.