Eishockey

Eisbären-Profi Jonas Müller geht in die Offensive

Eisbären-Profi Müller ist das neue Werbegesicht bei den Berlinern und will auch gegen Wolfsburg im Angriff eine größere Rolle spielen.

Berlins Jonas Müller (M.) gibt auf dem Eis immer alles.

Berlins Jonas Müller (M.) gibt auf dem Eis immer alles.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. An Jonas Müller führt in der laufenden Saison bei den Eisbären kein Weg vorbei. Auf dem Eis ist der Nationalspieler schon seit Längerem eine feste Größe, doch seit dieser Spielzeit ist er auch neben dem Feld allgegenwärtig. Müller ist die neue Werbefigur des Hauptsponsors, sein Gesicht prangt im Programmheft, auf Plakaten und dem Videowürfel. Als im Sommer die Anfrage kam, ob er Lust auf ein Fotoshooting hätte, war ihm die ganze Tragweite noch gar nicht bewusst.

Auch ahnte er nicht, wie anstrengend die Sache werden würde. Vier Stunden dauerte der Termin, im Scheinwerferlicht schwitzte der Verteidiger in seiner Montur kaum weniger als im Spiel. „Einige Fotopositionen waren auf Dauer ganz schön schwierig zu halten“, sagt er. Dennoch ist der 24-Jährige stolz auf das Ergebnis, das für ihn auch eine Art Ritterschlag bedeutet.

Das vergangene Jahr mit Eisbären und Nationalteam hat viel Kraft gekostet

Er tritt damit in die Fußstapfen des legendären Sven Felski, der von 1992 bis 2012 das EHC-Trikot getragen hatte und seit 2016 als Vorstand und Geschäftsführer Sport bei den Eisbären Juniors Berlin fungiert. Kein anderer Spieler bestritt so viele Einsätze in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) und in der 1. Bundesliga für die Berliner.

„Einen so großen Spieler abzulösen, ist eine große Ehre“, sagt Müller. Fast scheint es, als ob ihn die Auszeichnung in dieser Saison zusätzlich beflügelt. Im Vergleich zur Vorsaison ist Müller wieder deutlich stabiler geworden. „Es war mein Ziel, dass ich konstanter werde und nicht in einem Spiel gut und im nächsten schlecht zu spielen. Das ist mir bisher gut gelungen“, sagt er. In der Saison 2018/19 war er lange verletzt, eine Schultereckgelenksprengung setzte ihn fast zwei Monate außer Gefecht.

Aber auch danach kam er nicht richtig in Schwung und leistete sich in der Abwehr einige Aussetzer. Die Plus-Minus-Bilanz war mit -8 die schwächste seiner gesamten Karriere. Müller hat es selbst zwar nie so gesagt. Doch der ganze Trubel mit Olympia-Silber 2018, der DEL-Vizemeisterschaft wenige Wochen später und der Auszeichnung als Berliner Sportler des Jahres sowie als Deutschlands Mannschaft des Jahres im vergangenen Dezember dürfte neben all den schönen Momenten auch viel Kraft gekostet haben. „Es ist oftmals auch eine mentale Sache“, deutet er an. In dieser Saison liegt der Fokus wieder an der richtigen Stelle, wie beim gesamten EHC-Team.

Müller konnte bisher nicht als Torschütze glänzen

In Krefeld gewannen die Eisbären am Freitag souverän mit 4:1 und kletterten in der Tabelle auf Platz vier. „Es war insgesamt ein gutes Spiel, und da wollen wir weitermachen“, sagt Trainer Serge Aubin. Am Sonntag (14 Uhr, Mercedes-Benz Arena) gegen die Grizzlys Wolfsburg bauen die Berliner auf ihre Heimstärke: Sieben der ersten acht Spiele zu Hause haben die Eisbären gewonnen. Dagegen ist die Punktebilanz von Jonas Müller noch ausbaufähig: Lediglich sechs Scorerpunkte stehen für ihn bisher zu Buche, ein Tor blieb ihm bislang verwehrt.

„Offensiv könnte ich noch ein bisschen mehr bringen“, sagt er selbstkritisch. Überhaupt haben die Berliner Abwehrspieler zusammen erst vier Mal getroffen – Ryan McKiernan als einziger schon doppelt, dahinter folgen John Ramage und Frank Hördler mit je einem Treffer. „Chancen habe ich genug, es geht halt bloß keiner rein. Aber so etwas kann man nicht erzwingen. Ich werde so weiterspielen und irgendwann wird auch einmal einer reinrutschen“, sagt Müller. Auch beim Torjubel will er künftig wieder stärker in den Vordergrund rücken.

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