Eishockey

Eisbären-Talent Reichel: „Ich mache mir keinen Druck“

Eisbären-Toptorjäger Lukas Reichel im Dienstags-Interview über seinen wichtigsten Teamkollegen und seine Wünsche mit der deutschen U20.

Lukas Reichel spielt mit einer Gittermaske, da er noch nicht 18 Jahre alt ist.

Lukas Reichel spielt mit einer Gittermaske, da er noch nicht 18 Jahre alt ist.

Foto: nordphoto / Engler / picture alliance / nordphoto

Berlin. Beim 4:0 gegen die Augsburger Panther hat der Mann mit der Maske wieder zugeschlagen. Lukas Reichel (17) erzielte für die Eisbären am Sonntag bereits seinen achten Saisontreffer. Warum er seinen Fortschritt aber nicht nur in Toren misst, verrät er hier. Und sagt auch, was er sich von den Älteren noch abgucken muss.

Berliner Morgenpost: 3:7 in Mannheim, 4:0 daheim gegen Augsburg: In welchem Spiel haben wir am vergangenen Wochenende die wahren Eisbären gesehen?

Lukas Reichel: Das Wochenende war ein Auf und Ab. Aber es gibt eben so Spiele wie gegen Mannheim oder am zweiten Spieltag in Bremerhaven. Wir müssen bloß dafür sorgen, dass so etwas nicht allzu oft passiert, das kann uns sonst wichtige Punkte kosten. So wie wir gegen Augsburg gespielt haben, wollen wir eigentlich auftreten: mit Zug zum Tor und vielen Schüssen.

Sie haben in beiden Spielen getroffen und sind nun wieder alleiniger Top-Torjäger beim EHC. Was bedeutet Ihnen das?

Das ist eine coole Sache und gibt zusätzlich Selbstvertrauen. Wenn man in jedem Spiel sein Bestes gibt, wird man auch dafür belohnt. Aber letztlich versuche ich vor allem, der Mannschaft zu helfen.

Die Vorlage zu Ihrem Tor gegen Augsburg kam wieder einmal von Maxim Lapierre. Welchen Anteil hat er an Ihrer Leistung in dieser Saison?

Lapierre ist ein sehr erfahrener Spieler, der genau weiß, was er mit dem Puck anfangen muss. Von ihm kann ich noch sehr viel lernen.

Vor der Partie in Mannheim hatten Sie in den ersten beiden Spielen nach der Länderspielpause noch nicht getroffen. Spüren Sie, dass die Erwartungen nach dem guten Saisonstart gestiegen sind?

Ich mache mir deshalb keinen Druck. Mit unserem Coach hatte ich die beiden Spiele nach der Pause gegen Bremerhaven und Iserlohn analysiert. Er meinte, dass es zwei meiner besten Auftritte gewesen sind, was das körperbetonte Spiel angeht, selbst wenn ich am Ende kein Tor erzielt habe. Gerade in diesem Bereich muss ich noch am meisten an mir arbeiten, das ist bislang noch meine Schwäche. Die Entwicklung war deshalb sehr positiv.

Sie waren jetzt zwei Mal Spieler des Monats. Sehen Sie sich wieder gut im Rennen für den Hattrick?

Es ist natürlich eine große Ehre, von den Fans zum Spieler des Monats gewählt zu werden. Aber ob ich diese Auszeichnung jetzt zwei oder drei Mal bekomme, ist letztlich auch egal. Ich trage sowieso keine Uhren...

Das deutsche U20-Nationalteam trifft sich demnächst zur Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften im Dezember. Wie lange sehen wir Sie noch im Eisbären-Trikot?

Am Freitag in Krefeld und am Sonntag gegen Wolfsburg spiele ich auf jeden Fall noch, vielleicht auch noch das darauffolgende Wochenende, das klärt sich noch. Ich freue mich schon sehr auf die WM. Wir haben in diesem Jahr ein gutes Team zusammen – auch Moritz Seider wird kommen, der von den Detroit Red Wings die Freigabe erhalten hat. Unser primäres Ziel ist es, die A-Klasse zu halten, aber vielleicht ist sogar etwas mehr drin.