Eishockey

EHC-Profi James Sheppard: „Wir sind jetzt viel aggressiver“

Eisbären-Profi James Sheppard spricht vor dem Gastspiel in Mannheim über seine Vorliebe für Baseball und die Entwicklung des EHC.

Berlins James Sheppard (r.) sieht die Eisbären deutlich stärker als noch in der vergangenen Saison.

Berlins James Sheppard (r.) sieht die Eisbären deutlich stärker als noch in der vergangenen Saison.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. James Sheppard ist mit 431 NHL-Spielen einer der erfahrensten Spieler im Eisbären-Kader. Ein solches Tor wie am Sonntag gegen die Iserlohn Roosters (4:0) hat aber auch er noch nicht erlebt. Nach dem Sechs-Punkte-Wochenende blickt der 31-Jährige optimistisch auf die kommenden Aufgaben, zumal er mit seinen Sturmpartnern zuletzt immer besser harmonierte.

Berliner Morgenpost: Spielen Sie gern Baseball? Gegen Iserlohn haben Sie ein Tor in bester Baseballmanier direkt aus der Luft erzielt.

James Sheppard: Eigentlich bin ich nicht wirklich gut beim Baseball. Das war ein einzigartiger Treffer. In der vergangenen Saison habe ich schon einmal ein Tor mit dem Gesicht erzielt, aber auf diese Weise noch nie. Ich habe in der Situation nicht groß darüber nachgedacht, es war eine spontane Reaktion. Wenn ich versucht hätte, den Puck erst zu kontrollieren, hätte ich wahrscheinlich verfehlt.

Die Sturmreihe mit Leonhard Pföderl, Marcel Noebels und Ihnen war am Sonntag an zwei Treffern beteiligt. Gerade Pföderl kommt immer besser in Fahrt.

Leon hat einen heißen Schläger im Moment. Er hat einen der besten Schüsse in der Liga, und wenn er den Puck richtig serviert bekommt, dann geht er auch rein. Wenn man als Reihe zwei Tore in einem Spiel erzielt, hat man etwas richtig gemacht. Am wichtigsten ist aber, dass wir am Wochenende als Team sechs Punkte geholt haben und in der Tabelle weiter nach oben geklettert sind.

Gegen Iserlohn feuerten die Eisbären insgesamt 61 Schüsse ab. Waren es angesichts dieser Chancenfülle dann nicht „nur“ vier Tore?

Wir sind mit dem 4:0 schon zufrieden. Am wichtigsten ist, dass wir die Schüsse überhaupt aufs Tor bekommen und damit das Momentum auf unsere Seite ziehen. Wenn wir die Pässe auf den Schläger spielen und in die richtigen Positionen laufen, ist das schon die halbe Miete.

Wo wir gerade bei Chancen sind: Am Freitag (19.30 Uhr, Magentasport) hat der EHC gegen die Adler Mannheim die große Chance, sich an Mannheim vorbei auf Platz drei zu schieben.

Das ist ein wichtiges Spiel. Es ist eine großartige Rivalität zwischen diesen beiden Klubs. Es ist immer schwer, in Mannheim zu spielen, aber nach den sechs Punkten am Wochenende reisen wir mit viel Selbstvertrauen dorthin. Wir wollen gewinnen!

Beim letzten Gastspiel in Mannheim unterlagen die Eisbären im September mit 1:4. Warum läuft es dieses Mal anders?

Das wirkt jetzt schon wieder ewig her. Wir sind mit unserem neuen Team jetzt fast doppelt so lang zusammen und in dieser Zeit gewachsen. Wir sind durch einige Auf und Abs gegangen und dadurch als Team reifer geworden. Generell macht dieses Jahr, wo wir wieder mehr gewinnen, viel mehr Spaß als das letzte. Wir spielen schnelles, attraktives Eishockey. Ich denke nicht, dass die Mannschaft in der vergangenen Saison weniger hart gearbeitet hat. Es ist eher eine System- und Einstellungsfrage. Wenn man defensiv denkt, ist man automatisch einen Schritt langsamer. Jetzt sind wir viel aggressiver und jederzeit voll bei der Sache.