DEL

Eisbären-Torwart Dahm wird zum Showstar

Eisbären-Torhüter Dahm bleibt diese Saison erstmals ohne Gegentor. Nicht nur deshalb hat er seinen Platz bei den Berlinern gefestigt.

Eisbären-Torwart Sebastian Dahm blieb gegen Iserlohn ohne Gegentor.

Eisbären-Torwart Sebastian Dahm blieb gegen Iserlohn ohne Gegentor.

Foto: nordphoto / Engler / picture alliance / nordphoto

Berlin. Der Torhüter der Eisbären Berlin, Sebastian Dahm, hätte durchaus das Zeug zum Fernsehstar. In diesen Tagen ist dort die neue Staffel von „Dancing on Ice“ angelaufen, bei der Prominente gemeinsam mit professionellen Eiskunstläufern eine Choreographie vorführen. Das Tänzchen, das der Torhüter der Eisbären Berlin nach dem Heimspiel gegen die Iserlohn Roosters aufs Eis der Mercedes-Benz Arena legte, konnte sich ebenfalls sehen lassen. „Das hat Spaß gemacht“, sagte Dahm und lachte. „Und immerhin hatte ich den Fans eine kleine Show versprochen, wenn mir ein Shutout gelingt.“

Beim klaren 4:0 der Eisbären blieb er am Sonntag zum ersten Mal in dieser Saison ohne Gegentor. Und das ausgerechnet in einem für ihn ganz besonderen Spiel: Denn bei aller Aufregung über die Rückkehr von Ex-Eisbär Jens Baxmann an seine alte Wirkungsstätte war es fast ein wenig untergegangen, dass die Partie auch für Dahm ein Wiedersehen mit seinem früheren Klub war.

Trainer der Eisbären Berlin lobt Dahm

„Ich wollte meinen ehemaligen Teamkollegen zeigen, was ich kann“, sagte er. Sie machten es ihm allerdings auch einfach. Iserlohn war erschreckend schwach, das Schussverhältnis von 61:18 für die Eisbären Ausdruck eines Klassenunterschieds. „In Iserlohn war es früher meist andersherum, dass ich so viele Schüsse bekommen habe“, sagte Dahm, dem deshalb am Sonntag zwischenzeitig fast „ein bisschen langweilig“ geworden war, wie er offen zugab.

„Wenn man nicht so viele Schüsse bekommt, muss man als Torwart einen Weg finden, wie man trotzdem fokussiert bleibt. Ich mache dann meist ein paar Bewegungen vor meinem Kasten. Oder man spritzt sich Wasser ins Gesicht. Auch das ist ein Trick, um frisch zu bleiben.“

Für Berlins Trainer Serge Aubin sind gerade solche Spiele für einen Torhüter besonders tückisch. „Aber Dahm war jederzeit konzentriert und hat die Schüsse gehalten, die er halten musste.“ Dahms Zu-Null-Premiere war aus seiner Sicht ebenso verdient wie konsequent. „Er spielt schon seit längerem sehr gut für uns und gibt uns in jedem Spiel die Chance zu gewinnen“, sagte Aubin.

Eisbären-Torwart: "Das ganze Team macht große Fortschritte

Der Torwart selbst gab das Lob an seine Vordermannschaft weiter. „Die Jungs haben hart verteidigt, sie wollten diesen Shutout für mich“, sagte Dahm. Tatsächlich ist das Ergebnis gegen Iserlohn auch Ausdruck einer wachsenden Stabilität in der Verteidigung insgesamt. Nur Tabellenführer Red Bull München und die Düsseldorfer EG haben weniger Gegentore kassiert als die Eisbären. „Das ganze Team macht große Fortschritte. Wir erarbeiten uns viele Torchancen, haben viel Puckbesitz, stehen auch in Unterzahl sehr gut. Das sind alles sehr gute Zeichen. Wir stehen jetzt da, wo wir hingehören“, meinte Dahm.

Dahm ist bei den Eisbären Berlin unangefochten

Das gilt auch für ihn. Nachdem manch einer zu Beginn der Saison noch Zweifel hegte, ob er die Rolle als Nummer eins im Berliner Kasten ausfüllen könnte, dürften diese inzwischen verschwunden sein. Der 32-Jährige ist in der Liga momentan der Torwart mit den meisten Siegen, auch beim Gegentorschnitt und bei der Fangquote rangiert er unter den besten Zehn.

Bei den Eisbären ist er derzeit unangefochten. Dahm hütete in 17 der ersten 18 Partien das EHC-Tor, lediglich einmal kam bislang sein Stellvertreter Maximilian Franzreb zum Einsatz. Trotzdem wirkt der Däne bisher keineswegs überspielt. „Für mich passt das sehr gut, ich weiß dann, worauf ich mich einstellen kann“, sagte er. Wenn der Verein es so wollte, würde er auch 50 Spiele bestreiten. Aus Sicht der Berliner dürfte dabei gern noch das eine oder andere Tänzchen folgen.