Eishockey

Jens Baxmanns emotionale Rückkehr zu den Eisbären

18 Jahre lang trug Jens Baxmann das Trikot der Eisbären. Bis er nach Iserlohn wechselte. Nun kommt er erstmals als Gegner nach Berlin.

18 Jahre trug Jens Baxmann (vorn) das Trikot der Eisbären. In dieser Saison jedoch ist der 34-Jährige für die Iserlohn Roosters am Start.

18 Jahre trug Jens Baxmann (vorn) das Trikot der Eisbären. In dieser Saison jedoch ist der 34-Jährige für die Iserlohn Roosters am Start.

Foto: masterpress via www.imago-images.de / imago images/masterpress

Berlin. Es war ein außerordentlich gutes Pilzjahr im Sauerland. Derart üppig sprossen sie aus dem Boden, dass der Gefrierschrank von Jens Baxmann inzwischen aus allen Nähten platzt. Der Eishockeyspieler hat ein Auge dafür, wo sich die besten Exemplare aufspüren lassen. „Ich gehe gern in die Pilze“, sagt er. „Da haben sich die Jungs bei den Eisbären früher schon lustig gemacht, dass das doch eigentlich nur etwas für alte Herren sei. Aber ich liebe das eben: die Ruhe und die frische Luft.“

Sieben Mal wurde Baxmann mit den Eisbären Meister

Von beidem gibt es im Sauerland ausreichend. Dorthin ist Jens Baxmann im Sommer zu den Iserlohn Roosters gewechselt. Mit 34 Jahren wagte er noch einmal den Neuanfang. 18 Jahre, sein halbes Leben, verbrachte er bei den Eisbären, die ihn einst bei einem Showmatch auf dem Halberstädter Weihnachtsmarkt entdeckt hatten. Baxmann ging nach Berlin, kämpfte sich über das Nachwuchsteam in den DEL-Kader und wurde dort eine feste Größe.

Als einer von nur vier Spielern – neben André Rankel, Frank Hördler und Florian Busch – war der Defensivspezialist bei allen sieben Meistertiteln der Eisbären mit von der Partie. 860 Mal trug er insgesamt das EHC-Trikot, einzig Sven Felski bestritt noch mehr Einsätze für den Verein. „Wenn man sich das Profigeschäft anschaut, ist es schon etwas Seltenes, wie lange ich da war“, sagt Baxmann. Am Sonntag (14 Uhr, Mercedes-Benz Arena) kommt er mit den Roosters erstmals seit seinem Abgang wieder nach Berlin und dürfte auch im neuen Trikot von den Heimfans gefeiert werden. „Ich denke, es gibt viele Leute, die sich freuen, mich einmal wiederzusehen“, sagt er.

Wechsel zu Roosters war richtige Entscheidung

Sein Herz schlägt immer noch für die alte Heimat. „Die Eisbären sind für mich weiterhin ein grandioser Verein“, so Baxmann. Trotzdem sei der Wechsel nach Iserlohn die richtige Entscheidung gewesen. Denn beim EHC spielte er zuletzt keine große Rolle mehr, im vergangenen Play-off kam er nicht einmal zum Einsatz.

„Wenn man am Ende nicht mitspielen kann, ist man nie glücklich“, blickt Baxmann auf dieses bittere Ende zurück. In Iserlohn ist er nun wieder Stammspieler und sogar stellvertretender Kapitän. Zwar vermisse er seine Kinder, und natürlich sei in Iserlohn auch alles etwas kleiner als in Berlin. „Aber es ist jetzt nicht so, dass man in Iserlohn hinterm Mond lebt. Wir haben Internet, man kann einkaufen gehen, es gibt ein Kino, das geht schon“, meint er.

In Iserlohn riecht es noch nach Bratwurst

In der Iserlohner Eissporthalle am Seilersee fühlt er sich an seine Anfänge bei den Eisbären im Wellblechpalast erinnert. „Beim Spiel riecht es nach Bier und Bratwurst. Das ist in den großen Multifunktionsarenen heute nicht mehr der Fall“, sagt er. Um die Meisterschaft wird Jens Baxmann mit seinem neuen Klub wohl nicht mehr spielen. „Das Pre-Play-off sollte aber ein realistisches Ziel sein“, meint er. Aktuell ist Iserlohn Zwölfter, die Eisbären stehen nach dem 3:2 am Freitag in Bremerhaven auf Rang fünf.

Das letzte Duell mit den Roosters verloren sie Anfang Oktober allerdings mit 1:3. Nach diesem Spiel traf Jens Baxmann noch einige seiner ehemaligen Mitspieler, um ein bisschen zu quatschen. „Da geht es dann nicht um Eishockey, sondern wir sitzen einfach nur nett zusammen“, sagt er. Auch dieses Mal will er die Reise nutzen, um alte Kontakte zu pflegen. Ob er ihnen Pilze als Mitbringsel eingepackt hat, bleibt sein Geheimnis.