Eishockey

Eisbär Olvers schwieriger Weg zu sich selbst

Mark Olver kann das Ende der Pause nicht erwarten und will mit den Eisbären in Bremerhaven Revanche für eine schwere Schlappe nehmen.

Mark Olver hat eine schwere Saison hinter sich, die ihm aber auch zeigte, was für ein Spieler er sein wollte.

Mark Olver hat eine schwere Saison hinter sich, die ihm aber auch zeigte, was für ein Spieler er sein wollte.

Foto: Fotostand / Jakob / picture alliance / Fotostand

Berlin. Es kribbelt schon wieder bei den Eisbären. Am Donnerstag konnten es die Spieler gar nicht erwarten, aufs Feld zu kommen – schon einige Minuten vor Trainingsbeginn stürmten sie die Eisfläche. „Wir haben die Länderspielpause genutzt und noch einmal gut trainiert“, sagte Trainer Serge Aubin. „Aber jetzt wird es Zeit, dass es endlich wieder losgeht. Die Jungs sind schon voller Vorfreude.“ Am Freitag (19.30 Uhr, Magentasport) trifft seine Mannschaft im ersten Spiel nach der Pause auswärts auf die Fishtown Pinguins Bremerhaven.

Olver hat Pleite bei den Pinguins nicht vergessen

Als die Berliner am zweiten Spieltag zuletzt an der Nordseeküste antraten, setzte es dort eine 0:5-Schlappe. „Beim letzten Mal haben sie uns ein paar Tore eingeschenkt. Das können wir ihnen jetzt hoffentlich zurückzahlen“, sagte EHC-Stürmer Mark Olver siegesgewiss.

Auch Trainer Aubin ließ keinen Zweifel an den Ambitionen der Eisbären: „Wir fahren nach Bremerhaven, um drei Punkte zu holen. Es wird eine harte Prüfung, aber wir nehmen die Herausforderung an.“ Mit Ausnahme von Sean Backman stehen ihm dazu sämtliche Spieler zur Verfügung. Er ist nach seiner Kopfverletzung noch nicht wieder einsatzbereit. „Wir geben ihm die Zeit, die er braucht, um wieder richtig gesund zu werden“, sagte Aubin.

Er ahnt, wie sich Backman als Zuschauer fühlt

Mark Olver kann gut nachvollziehen, wie sich Backman gerade fühlen muss. Auch er war in der vergangenen Saison lange verletzt. Nach nur neun Spielen schied er mit komplizierten Problemen an Hand und Handgelenk aus, war monatelang außer Gefecht gesetzt. So blieb der 31-Jährige erstmals in seiner DEL-Karriere in einer Saison ohne Torerfolg.

„Das war sehr frustrierend. Immer, wenn ich dachte, dass es endlich wieder einen Schritt vorangeht, ging es danach erst einmal zwei zurück“, sagte er. Gleich zweimal musste Olver operiert werden, erst im Play-off war er wieder mit von der Partie, die für die Eisbären jedoch frühzeitig endete. „Es war nicht schön, draußen zu sitzen und zu wissen, dass ich vielleicht dabei hätte helfen können, ein besseres Ergebnis zu erzielen“, sagte er.

Die Zwangspause hatte auch ihr Gutes

Umso größer ist nun auch bei ihm die Lust auf Eishockey. „Ich genieße es, zurück auf dem Eis zu sein“, sagte er. Das sieht man auch an den Zahlen: In den ersten 16 Partien sammelte der Kanadier bereits neun Scorerpunkte, mit vier Treffern gehört er momentan zu den besten Torschützen des EHC. Bislang sei er sehr zufrieden mit Olvers Leistung, sagte Aubin am Donnerstag. „Er ist ein wichtiger Spieler für uns, weil er die vielen kleinen Dinge richtig macht, die einen ein Eishockeyspiel erst gewinnen lassen“, sagte er.

„Mark ist mit viel Leidenschaft bei der Sache. Und gerade in den letzten Wochen hat er noch einmal einen Schritt nach vorn gemacht. Er hat sein Spiel wiedergefunden“, so der Coach. Tatsächlich hat ausgerechnet die Zwangspause im Vorjahr großen Anteil daran, dass es bei Mark Olver jetzt so gut läuft. Damals nutzte er die Zeit, um die Spiele intensiv von außen zu betrachten und dadurch für sich neu zu entdecken, was für ein Spieler er eigentlich sein wollte. „Ich habe im vergangenen Jahr viel dazugelernt und bin hungrig auf mehr“, sagte er. Nun kann er es kaum erwarten, es aufs Eis zu bringen.