Eishockey

Eisbären-Chef Richer: „Könnten schon unter Top Vier sein“

Eisbären-Sportdirektor hält die Ziele des Klubs für erreichbar. Franzreb soll mehr Chancen bekommen. Jahnke wechselt.

Eisbären-Profis im Jubel vereint: Austin Ortega (l.) und Maxim Lapierre.

Eisbären-Profis im Jubel vereint: Austin Ortega (l.) und Maxim Lapierre.

Foto: Matthias Balk / dpa

Berlin. Manchmal muss man auch mit weniger zufrieden sein. Zwei Wochenenden mit jeweils sechs Punkten folgten bei den Eisbären Berlin zwei Wochenenden mit jeweils drei Zählern. Nach den beiden letzten Partien vor der Länderspielpause in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) fuhren die Berliner nach dem 3:2 n.P. in Nürnberg und dem 3:5 in Straubing nun mit nur zwei Punkten wieder nach Hause. Eisbären-Sportdirektor Stéphane Richer ordnet die Partien nach fast einem Drittel der Hauptrunde in die Gesamtlage ein.

Berliner Morgenpost: Herr Richer, die meisten Spieler können jetzt durchatmen, drei Akteure (Marcel Noebels und Jonas Müller beim Deutschland Cup sowie Lukas Reichel für die U20) sind mit Nationalteams unterwegs. Wie zufrieden gehen Sie in die DEL-Pause?

Stéphane Richer: Ich wäre zufriedener, wenn wir mehr Punkte geholt hätten zuletzt. Auch gegen München und Nürnberg vorher war wie gegen Straubing mehr drin. Wir sind in den Top Sechs, könnten aber schon in den Top Vier sein. Mit der Entwicklung und damit, wie wir unser Spiel verbessert haben in den letzten Wochen, bin ich aber zufrieden. Man darf nicht vergessen, dass wir die meisten Auswärts- und die wenigsten Heimspiele hatten.

Warum waren es nur zwei Punkte am vergangenen Wochenende?

Wir müssen nach der Pause daran arbeiten, dass unsere Überzahl besser wird. Diese wichtigen Tore fehlen uns, in Nürnberg hatte wir da die Gelegenheit, das Spiel kurz vor Schluss zu gewinnen. In Straubing hatten wir bei Fünf gegen Drei die Chance, das Spiel zu drehen.

Mit Platz sechs sind die Eisbären in Reichweite ihres Ziels. Aber München und sogar Straubing marschieren weit vorweg. Überrascht Sie das?

Ein bisschen schon. München hat nur eine Niederlage nach 17 Spielen. Ansonsten gibt es zur ersten Pause immer eine Überraschungsmannschaft, die später nicht mehr vorn dabei ist. Ich denke, die Tabelle wird sich noch etwas verändern. Wie viel, weiß ich aber nicht. Straubing etwa gehört zu den Mannschaften mit den bisher meisten Heimspielen, dort haben sie eine sehr gute Bilanz. Wir müssen jetzt die Pause nutzen, um gut zu regenerieren. Es sind noch viele Spiele zu spielen, gerade der Dezember wird ein schwerer Monat

Welche Aspekte fielen Ihnen bislang positiv oder negativ auf im Spiel des Teams?

Zwei Dinge gibt es für mich, die zu verbessern sind. Die Chancenverwertung und unser Überzahlspiel. Das ist mit ein Grund, warum Sechter sind und nicht Vierter. Wir müssen aus solchen Spielen wie in Straubing mehr mitnehmen. Wir waren dort insgesamt besser. Bei unserem Spiel Fünf gegen Fünf mit und ohne Scheibe hat man die Entwicklung gesehen. Wenn wir als Mannschaft so weiterspielen, lässt mich das denken, dass wir unsere Ziele erreichen können.

Wenn man auf die Einsätze schaut, ist der zweite Torhüter Maximilian Franzreb mit einem Spiel von Beginn an etwas kurz gekommen. Wie beurteilen Sie das?

Bis November waren wir fast nur am Wochenende im Einsatz, Trainer Serge Aubin hat entschieden, da mit Sebastian Dahm zu spielen. Nach der Pause werden wir mehr Spiele haben, daher bin ich sicher, dass Maxi seine Einsätze bekommen wird. Er arbeitet hart.

Bezüglich des bis zu Pause nach Düsseldorf ausgeliehenen Charlie Jahnke ist eine Entscheidung gefallen. Warum wechselt er zur DEG?

Charlie ist auf uns zugekommen und hat uns darum gebeten, in Düsseldorf bleiben zu können. Es ist nicht einfach, Spieler aus dem eigenen Nachwuchs gehen zu lassen. Wir sind zusammen zu dem Schluss gekommen, dass es für ihn das Beste ist. Wir wünschen ihm für seine Karriere viel Erfolg.