Eishockey

Eisbären Berlin: Talent Dietz erkämpft sich Respekt

Die Eiszeit bei den Eisbären Berlin ist nicht immer zufriedenstellend, doch der 20-Jährige leistet gute Arbeit bei seinen Einsätzen.

Eisbären-Stürmer Fabian Dietz durfte bereits seinen Premierentreffer in der DEL bejubeln.

Eisbären-Stürmer Fabian Dietz durfte bereits seinen Premierentreffer in der DEL bejubeln.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Die nächsten Tage werden ein Fest, kulinarisch zumindest. Fabian Dietz, Stürmer der Eisbären Berlin, fährt nämlich nach Hause und verbringt dort die Länderspielpause in der Deutschen Eishockey Liga (DEL). „Ich werde mich von Mama und Oma bekochen lassen“, sagt der 20-Jährige. Seine Fähigkeiten am Herd sind begrenzt, die bajuwarische Hausmannskost daheim in Peißenberg wurde also durchaus herbeigesehnt.

Die Anreise war diesmal nicht sonderlich zeitintensiv, aus dem niederbayerischen Straubing fuhr der Angreifer nach Oberbayern. Mit einem 3:5 beim Tabellenzweiten im Gepäck – und wenig Einsätzen. Weil die Berliner zuletzt zweimal auswärts antraten und Trainer Serge Aubin dort in den Endphasen auf erfahrene Kräfte setzte, „Zufrieden bin ich noch nicht mit der Eiszeit“, so junge Stürmer. Er sagt das selbstbewusst, denn er hat sich in den vergangenen Wochen einigen Respekt erarbeitet.

Eisbären-Sportchef sieht solide Entwicklung

Für den jungen Stürmer ist es erst die zweite Saison bei den Profis. Die erste hatte er zuvor bei Kooperationspartner Weißwasser in der zweiten Liga verbracht, schoss zwölf Tore. Das half ihm beim Wechsel nach Berlin, obwohl hier vieles etwas anders ist, alles viel schneller geht auf dem Eis. „Er spielt solide, erfüllt seine Rolle“, findet Sportdirektor Stéphane Richer. Nur in zwei der 16 EHC-Partien war er nicht dabei, wurde zweimal nach Weißwasser abgestellt.

Die Eingewöhnung ist längst nicht abgeschlossen. „Ich muss schnellere Entscheidungen treffen, das Spiel noch besser lesen.“ Vorausschauender will er agieren. „Wenn ich das schaffe, tue ich mich leichter“, sagt Dietz, der in der vierten Reihe oft mit Pierre-Cedric Labrie und Mark Olver aufläuft. Die anfängliche Scheu in der Kabine, die hat er längst abgelegt. „Ab und zu denke ich schon, dass ich der Kleine aus der Oberliga bin. Aber ich habe es mir verdient, dass ich hier spiele und in der Kabine sitzen darf“, so Dietz. Sogar einen Treffer hat er bereits erzielt.

Eisbären-Topschütze ist Talent Reichel

Damit steht er deutlich im Schatten des erst 17-jährigen Lukas Reichel. Doch das nimmt Dietz gelassen: „Luki in sein Supertalent. In seinem Schatten stehen auch ganz andere Spieler.“ Reichel ist mit sechs Treffern der beste Torschütze des EHC. Und ein Kumpel von Dietz. Die beiden zocken gern zusammen an der Playstation, gehen gemeinsam Essen, da auch Reichel, in den nächsten Tagen mit der U20-Nationalmannschaft unterwegs, am Kochtopf weniger begnadet ist.

Zwar hat auch Dietz durchaus einen Torinstinkt, bei den Eisbären fällt er aber noch mehr durch beherztes Körperspiel auf, durch kämpferischen Einsatz und ein gutes Positionsspiel. Richer ist daher optimistisch. „Er wird mehr Verantwortung bekommen“, sagt der Sportdirektor, dessen Team am Sonntag wieder zum Training erwartet wird. Dietz hat sich dann im kleinen Peißenberg auch ein bisschen von der großen Stadt erholt, die ihm vom Naturell her nicht unbedingt liegt. Durchbeißen will er sich in Berlin aber auf jeden Fall, vor allem sportlich.

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