Eisbären Berlin

Eisbären Berlin: Wenn der kleine Gegner groß aufspielt

Die Eisbären treten in Straubing bei der Überraschungsmannschaft der DEL an. Aber sie haben genug Grund, nicht in Demut zu versinken.

Sean Backman (l.) geht es nach einem harten Check jetzt besser.

Sean Backman (l.) geht es nach einem harten Check jetzt besser.

Foto: Thomas Hahn / Eibner-Pressefoto / picture alliance / Hahn / Eibner-Pressefoto

Berlin. Wenn die Großen bei den Kleinen vorbeischauen, machen sich die einen oft über die anderen lustig. „Kniet nieder, wenn die Hauptstadt kommt“, ist in sportlichen Duellen durchaus eine gebräuchliche Formel, wenn Teams aus Berlin, der mit 3,75 Millionen Einwohnern größten Stadt des Landes, in der Provinz auftauchen.

In niederbayerische Gefilde verschlägt es am Sonntag die Eisbären Berlin (16.30 Uhr, Magentasport), nach Straubing müssen sie, wo 47.800 Menschen zu Hause sind. Mehr Provinz geht nicht in der Deutschen Eishockey Liga (DEL), kein Standort ist kleiner.

Warum Straubing so erfolgreich ist

Trotzdem kommen die Eisbären mit reichlich Respekt im Gepäck. Sportlich legen die kleines Tigers gerade den besten Saisonstart der Klubgeschichte hin. In Zahlen bedeutet das: Platz zwei in der Tabelle hinter München, mit 62 Treffern den besten Sturm der Liga. Als einzige konnten die Straubinger in dieser Saison bislang München schlagen. Ein ganz starkes Stück. „Wir stehen in der Tabelle da, wo wir es uns verdient haben“, so Trainer Tom Pokel,

Der letzte Sieg mit drei Punkten für die Eisbären in Straubing datiert vom 18. Dezember 2015 (7:4), auch so ein Grund, warum die Berliner sicher nicht mit einer zu großspurigen Attitüde nach Niederbayern fahren. Die Tigers spielen sehr aggressiv und ärgern damit die Gegner.

Die Wohlfühl-Atmosphäre, die man um die Mannschaft herum zu schaffen versucht, zahlt sich aus. Profis, die vielleicht anderswo mehr verdienen könnten, bleiben. Auch die Mischung passt, weil man junge Spieler gern einbezieht. So lässt sich auch mit einem nur halb so großen Etat wie bei den Topteams mehr als nur mitspielen.

Backman fehlt mit einer Gehirnerschütterung

Die Eisbären stehen gegen die Straubinger durchaus unter Druck. Sie müssen gewinnen, soll der Rückstand von acht Zählern vor der Länderspielpause nicht noch größer werden. Immerhin konnten die Berliner jüngst in Nürnberg gewinnen (3:2 n.P.). „Das war ein großer Charaktersieg und nicht einfach“, sagt Trainer Serge Aubin. Auch bei den Franken gab es eine lange Durststrecke, zudem fiel Sean Backman nach einem harten Check aus.

„Ihm geht es besser, aber es wird eine Weile dauern“, so Aubin, der wegen einer Gehirnerschütterung vorerst nicht auf den Amerikaner zählen kann. Die Stimmung stimmt nach der jüngsten Serie von sieben Siegen in neun Spielen aber dennoch bei den Eisbären, mit zu viel Demut müssen sie also nicht in Straubing antreten.

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