Eishockey

Heimserie der Eisbären endet gegen Spitzenreiter München

Die Eisbären kämpfen aufopferungsvoll, verlieren nach 2:0-Führung und schwachem Mitteldrittel aber 3:5 gegen den Vizemeister.

Landon Ferraro (l.) im Zweikampf mit dem Münchner Maximilian Daubner.

Landon Ferraro (l.) im Zweikampf mit dem Münchner Maximilian Daubner.

Foto: Andreas Gora via www.imago-images.de / imago images/Andreas Gora

Berlin. Am Ende hatte alles einen guten Zweck. Die Spieler der Eisbären zogen ihre Trikots aus und übergaben sie noch auf dem Eis mit freundlichen Gesichtern. Nicht an den Gegner, sondern an Fans. Über den Oktober hatte man die Stücke online erwerben können, das Geld fließt in den Kampf gegen Brustkrebs, was die Berliner seit Jahren mit vielen Aktionen unterstützen. Ein schönes Finale des sogenannten „Pinktober“ bei den Eisbären, obwohl es eben auch genau auf das Ende der Heimserie fiel, welche die Berliner in dieser Saison in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) pflegten.

Ganz überrascht wirkte später niemand davon. Sehr sachlich reagierten die Spieler der Eisbären. „Wir waren nah dran“, sagte Kapitän André Rankel nach dem 3:5 (2:1, 0:3, 1:1) gegen Red Bull München, das die erste Niederlage nach fünf Heimerfolgen bedeutete. Seit Februar 2018 gelang kein Heimsieg in der Punkterunde mehr gegen die Bayern. Die kamen zudem als unangefochtener Tabellenführer mit nur einer Niederlage nach Berlin. Für diese Umstände schienen die Eisbären mit ihrem Auftritt nicht groß hadern zu wollen. Außer vielleicht mit dem zweiten Drittel. „Das war ausschlaggebend“, fand Marcel Noebels. Aber die Bilanz mit sechs Erfolgen aus den jüngsten acht Partien mochte er nicht geschmälert sehen.

Auch die tolle Serie im Unterzahlspiel endet

Stürmer Noebels war einer der Faktoren, die dem EHC einen guten Start in das Spiel bescherten. In der mit 14.200 Zuschauern erstmals in dieser Saison ausverkauften Mercedes-Benz Arena kamen die Gäste überaus motiviert aus der Kabine, liefen sehr viel und agierten hart in den Zweikämpfen. Doch trotz der schwungvollen Münchner Anfangsminuten fanden sich die Berliner gut zurecht, sie waren konzentriert und hielten sich an ihren Plan. Durch frühes Attackieren eroberten sie den einen oder anderen Puck und kamen schnell vor das Tor der Bayern. Noebels traf zur Führung (8.), wenig später erhöhte Leonhard Pföderl, der im Liegen von Mark Olver angeschossen wurde, auf 2:0 (14.).

Mit dem Vorteil der Treffer wirkten die Eisbären kurzzeitig wie aufgedreht. Doch Strafzeiten wendeten das Blatt. In doppelter Unterzahl mussten die Berliner das 2:1 durch Trevor Parkes hinnehmen (19.). Damit endete die Serie von sieben Partien ohne Gegentreffer mit einem Mann weniger. Und München war zurück im Spiel und demonstrierte das im zweiten Durchgang mit Nachdruck. Die Bayern erzwangen sogar Konter gegen die Eisbären, was diese sonst kaum zulassen. Mark Voakes nutzte einen solchen zum Ausgleich (26.).

Mark Olver trifft noch einmal zum Anschluss

Obwohl die Berliner aus ihren jüngsten Darbietungen einiges an Selbstvertrauen mitbrachten, war es den Bayern mit ihrer Siegesroutine und dem entsprechend fordernden Auftreten möglich, die Eisbären zu beeindrucken. „Wir haben den Faden verloren nach dem Ausgleich, da hat uns der Mut gefehlt, unser Spiel hundertprozentig durchzuziehen. Wir waren ein bisschen zu weit weg vom Mann“, sagte Rankel. Fast ein bisschen ängstlich wurde das Spiel des EHC, während Red Bull nervenstark das Tempo erhöhte. In Überzahl traf Yasin Ehliz (35.), ein unvermittelter Schuss von Keith Aulie landete ebenso im Netz (36.) – 2:4. „Da wussten wir, dass es nicht einfach wird gegen eine Mannschaft wie München, da hinterherzulaufen“, sagte Trainer Serge Aubin.

Sein Team zeigte jedoch Kampfgeist, überließ den Bayern nicht einfach den Sieg, sondern wollte selbst noch mehr. Olver konnte sogar verkürzen (52.). Doch mit dem Treffer von Chris Bourque in das bereits leere Berliner Tor wurde der Aufwand zunichte gemacht. „Wir hatten mehr verdient“, fand Kapitän Rankel, während sein Coach ein wenig unzufriedener war. „Wir hätten ein paar Zweikämpfe mehr gewinnen und ein paar Spielzüge mehr machen können“, sagte Aubin. Irgendwie sah er nicht so aus, als würde er für den Moment die guten Dinge betrachten wollen, die sich aus der Partie ergaben. Ein Sieg hätte geholfen, endlich den Blick mehr nach oben richten zu können in der Tabelle. Stattdessen hat München mit ein paar intensiven Minuten gezeigt, wo der Unterschied zwischen Spitze und oberem Mittelfeld gerade liegt.

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