Eishockey

Auf dem Eis kennt der ECC Preussen keine Freunde

Im Derby gegen die Eisbären Juniors am Freitag ist der ECC klarer Favorit. Abseits des Feldes arbeiten die beiden Teams aber zusammen.

Am Freitag steigt das Derby zwischen dem ECC Preussen und den Eisbären Juniors.

Am Freitag steigt das Derby zwischen dem ECC Preussen und den Eisbären Juniors.

Foto: Mika Volkmann / picture alliance / Mika

Berlin. Als Rheinländer hat es Holger Wettlaufer nicht immer leicht, die Spiele des ECC Preussen zu besuchen, den er mit seiner Firma seit einiger Zeit finanziell unterstützt. Am Freitag will er jedoch unbedingt dabei sein, wenn für seinen Verein mit der Partie gegen die Eisbären Juniors das Spiel des Jahres ansteht (19.30 Uhr, Eissporthalle Charlottenburg). „Es ist ein Derby wie Köln gegen Düsseldorf oder im Fußball Schalke gegen Dortmund“, sagt ECC-Vizepräsident Holger Wettlaufer.

Bis 2002 trafen sich beide Klubs noch in der Deutschen Eishockey Liga (DEL), ehe sich die Wege trennten. Während die Eisbären zum DEL-Rekordmeister aufstiegen, stürzten die Preussen danach bis in die viertklassige Regionalliga ab.

1000 Fans werden in der Eissporthalle Charlottenburg erwartet

Dort geht es für die Charlottenburger jetzt zwar nicht mehr gegen die Eisbären-Profis, sondern nur noch gegen die zweite Mannschaft des EHC. „Aber es bleiben immer noch die Eisbären. Es ist immer noch ein besonderes Duell“, sagt Preussens sportlicher Leiter und Trainer Simon Braun. Nicht nur für ihn, der die vergangenen fünf Jahre noch beim jetzigen Gegner tätig war. Auch die Fans fiebern der Begegnung entgegen. Schon jetzt sind knapp 600 Karten verkauft; auch die Eisbären reisen mit großem Anhang an, weil das DEL-Team an diesem Abend auswärts spielt. „Wir rechnen mit einem vollem Haus und rund 1000 Besuchern“, sagt Holger Wettlaufer.

Die Gastgeber gehen als klarer Favorit in die Partie. In der vergangenen Saison spielten die Preussen noch in der Oberliga Nord, wo man sportlich jedoch überfordert war und sang- und klanglos abstieg.

Danach hatte es zwischenzeitlich so ausgesehen, als könne man als Nachrücker trotzdem die Klasse halten. Nachdem jedoch seitens des Verbands eine zusätzliche Bürgschaft gefordert wurde, die den Klub arg belastet hätte, entschied man sich „für die wirtschaftlich einzig vernünftige Lösung“, so Holger Wettlaufer. In der Regionalliga ist der ECC nun das Team, das es zu schlagen gilt, und aktuell auch Tabellenführer. Trotzdem würden die Preussen selbst im Falle eines Titelgewinns eher nicht gleich wieder aufsteigen.

Das langfristige Ziel ist die Bewährung in der Oberliga

„Wir werden wohl zwei, drei Jahre benötigen, um den Verein zu konsolidieren und die nötigen Strukturen zu schaffen, damit wir künftig auch eine Liga höher eine gute Rolle spielen können“, sagt Simon Braun. Ein wichtiger Baustein soll dabei ausgerechnet die Zusammenarbeit mit dem Stadtrivalen sein.

Im Sommer hatten die Preussen verkündet, dass sie künftig stärker mit den Eisbären und deren Partner aus der DEL2, Weißwasser, kooperieren wollen. Talente sollen je nach Leistungsstand bei einem der drei Klubs zum Einsatz kommen. Zwar wird diese Idee wohl erst dann richtig umgesetzt werden, wenn der ECC wieder in der Oberliga mitmischt, doch der erste Schritt ist gemacht. Im Kampf um mehr Eiszeiten für den Nachwuchs und bei der Materialbestellung arbeiten die Eisbären und die Preussen ohnehin schon jetzt zusammen. „Alle Seiten haben erkannt, dass wir mehr erreichen können, wenn wir mit einer Stimme sprechen“, sagt Holger Wettlaufer. Auf dem Eis werden sich beide Vereine im Derby trotzdem nichts schenken.