Eishockey

Eisbären-Debüt: Wen verdrängt Ferraro?

EHC-Trainer Aubin muss einen Spieler auf die Tribüne setzen in Düsseldorf. Für die Eisbären ist das eine komfortable Situation.

Landon Ferraro (l.) im Einsatz für die Vancouver Canucks.

Landon Ferraro (l.) im Einsatz für die Vancouver Canucks.

Foto: Jason Franson / picture alliance/AP Photo

Berlin. Der Trainer denkt nach, die letzten Tage schon. Am Freitag wird es noch einmal sehr intensiv werden. Serge Aubin hat einen neuen Spieler zur Verfügung, wenn die Eisbären Berlin am Freitagabend in Düsseldorf antreten (19.30 Uhr, Magentasport). Was ihn in eine für die Deutsche Eishockey Liga (DEL) eher ungewöhnliche Position bringt. Weil sich die Ausfälle gerade in Grenzen halten, muss er einen anderen Profi auf die Tribüne setzen, wenn Landon Ferraro bei der DEG sein Debüt geben soll.

Es könnte schlechter laufen für Aubin. In seinem Team herrscht auf einmal ein echter Konkurrenzkampf, das Training verlief sehr lebhaft diese Woche, mit überaus viel Engagement. Weil die Kader groß sind, die Finanzen aber überschaubar, ergeben sich solche Konstellationen nur selten in der DEL. „Das ist eine gute Situation für das Team. Die Saison ist lang, wir wissen, jeder kann spielen und haben genug Tiefe“, sagt der Trainer. Wie genau sich das nun auswirken wird, wusste er aber am Donnerstag noch nicht.

Debüt in einer Reihe mit Lapierre und Reichel

Nur eines war sicher. „Ferraro wird spielen.“ Wahrscheinlich mit Maxim Lapierre und Lukas Reichel in einer Angriffsreihe. „Meine Beine werden jeden Tag besser, ich gewöhne mich an die größere Eisfläche“, so Ferraro, der vergangenen Freitag verpflichtet worden war. Er sei gespannt auf sein erstes Wochenende in der DEL: „Ich habe letzte Saison wenig gespielt, will das jetzt hinter mir lassen.“

Der Einstieg in Berlin war für den 28-Jährigen gar nicht so schwer. „Wir haben letztes Jahr in Iowa ganz ähnlich gespielt, wie es hier gemacht wird“, erzählt der Kanadier. Nur muss er sich ein paar neue Orientierungspunkte auf dem Eis suchen, weil hier viel mehr Platz ist und die Position sich ab und zu unterscheidet von der kleineren Eisfläche in Nordamerika.

Verteidiger oder Stürmer steht zur Disposition

Für Trainer Aubin ist Ferraro eine Bereicherung. „Er hat in seiner Karriere schon alles gemacht, kann überall helfen. Wir haben mit ihm einen kompletten Spieler bekommen und müssen jetzt sehen, wo er hier am besten passt“, sagt der Kanadier. Er muss nun schauen, wie er das Team an den Start bringt gegen den Vierten. „Ich überlege noch, ob ich mit sieben Verteidigern spiele und mit zwölf Stürmern oder mit sechs Verteidigern und 13 Stürmern“, sagt Aubin. Damit wäre nicht zwangsläufig ein Angreifer die erste Wahl für die Tribüne bei Ferraros Premiere. Auch einen Abwehrspieler könnte es treffen.

Aus dem Training am Donnerstag ließen sich keine Rückschlüsse ziehen. Vor allem an Über- und Unterzahl arbeitete der Coach, normale Formationen kamen dabei kaum zum Einsatz. „Es wird ein enges Spiel in Düsseldorf, sie sind sehr solide. Wir müssen daran anknüpfen, dass unsere Special Teams deutlich besser geworden sind und als Gruppe auftreten“, so Aubin, dessen Mannschaft sogar an den Rheinländern vorbeiziehen könnte, wenn der fünfte Sieg in Folge gelingen sollte. Um den zu realisieren, muss sich Aubin etwas einfallen lassen, also wieder viel nachdenken. Vielleicht kann Ferraro der entscheidende Faktor sein.

Alles zu den Eisbären finden Sie hier