Maxim Lapierre

Eisbären Berlin: „Wir haben noch eine Menge mehr drin“

Maxim Lapierre zeigt seine Bedeutung für die Eisbären. Der Topscorer der Berliner über die Fortschritte des Teams und seinen Antrieb.

Maxim Lapierre (l.) führt die Scorerliste der Eisbären an.

Maxim Lapierre (l.) führt die Scorerliste der Eisbären an.

Foto: Andreas Gora via www.imago-images.de / imago images/Andreas Gora

Berlin. Schon wieder sechs Punkte. Zwei Wochenenden in Folge gelang es den Eisbären Berlin in der Deutschen Eishockey Liga (DEL), die Maximalausbeute für sich zu reklamieren. Zunächst gewann der EHC mit 6:2 gegen Krefeld, dann mit 4:2 in Ingolstadt. Bei diesen Siegen zeichnete sich ab, wie wichtig der neue, NHL-erfahrene Mittelstürmer Maxim Lapierre (34) für die Eisbären ist. Diesmal erzählt der Kanadier, der vergangene Saison in der Schweiz spielte, was ihn am Dienstag bewegt hat.

Berliner Morgenpost: Herr Lapierre, die Eisbären haben sich binnen zwei Wochen vom letzten Platz der Tabelle wieder in eine aussichtsreiche Position gespielt. Wie fühlt sich das an?

Maxim Lapierre: Ich denke, das war einfach ein normaler Fortschritt. Wenn man zurückdenkt, wir haben einen neue Trainerstab, viele neue Spieler, da gibt es viel, das zusammenkommen muss. Zunächst muss eine Beziehung hergestellt werden, das neue System gelernt, das Timing angepasst. Du denkst über so viele Dinge nach. Jetzt sehen wir, dass wir jedes Spiel besser werden.

Zeigt die Mannschaft jetzt schon ihr ganzes Potenzial?

Wir spielen gut als Team, das wollten wir ja auch. Hier gibt es viele tolle Fähigkeiten, ein tolles Team, gute Trainer. Wir mussten nur alle Teile zusammenfügen, das gelingt uns jetzt gut. Wir sind genau da, wo wir sein wollen. Wir wissen aber auch, dass wir nicht vor Weihnachten perfekt sein werden über die ganzen 60 Minuten eines Spiels. Ich glaube, wir haben noch eine Menge mehr drin.

Wo sehen Sie den größten Spielraum für Verbesserungen?

Wir haben jetzt einen großen Schritt im Über- und Unterzahlspiel gemacht. Aber die Umsetzung unserer Ideen im Powerplay kann noch besser werden. Doch natürlich gibt es viele Details wie den Forecheck, an denen man immer arbeiten kann.

Wie lässt sich für Sie persönlich alles an? Sie sind Topscorer des Teams mit vier Toren und fünf Vorlagen.

Ich versuche immer, strukturiert zu spielen, das System zu halten, hart zu arbeiten. Gerade habe ich auch eine Menge Spaß, mit seinem jungen Mann wie Lukas zu spielen. Er bringt noch mal eine spezielle Motivation mit, das ist schön zu sehen.

Sind Sie überrascht, dass Lukas Reichel mit 17 Jahren in seiner ersten Profisaison in der teaminternen Scorertabelle direkt hinter Ihnen liegt mit vier Toren und vier Vorlagen?

Nein, er hat so viel Talent und ist ein richtig guter Spieler. Seine größte Stärke ist, dass du ihm nun einmal etwas sagen musst und er setzt das sofort um. Zwischen zwei Wechseln, er versteht alles sofort.

Für Lukas ist es natürlich gut, Sie in seiner Reihe zu haben mit Ihrer riesigen Erfahrung in der NHL. Gibt es auch für Sie einen Vorteil, den Sie aus dem Zusammenspiel ziehen können?

Wir müssen aufhören, auf sein Alter zu schauen, sondern seinen Wert für das Team betrachten. Und der ist sehr hoch, weil er ein sehr guter Spieler ist. Für mich ist das auch eine große Herausforderung, ich möchte jedes Spiel mein Bestes geben, denn immer sind Scouts da, die ihn beobachten. Er hat eine große Chance, nächste Saison in der NHL gedraftet zu werden. Und ich will ihm das nicht versauen.

Sie führen viele Statistiken der Eisbären an. Aber in derjenigen, in der Sie viele vorn erwartet haben aufgrund Ihrer Vergangenheit, sind Sie ganz hinten. Sie haben erst zwei Strafminuten. Geht es in der DEL friedlicher zu?

Das nicht. Man kann die Strafminuten aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Ein Spieler, der auf die Bank muss, setzt sein Team unter Druck. In der Schweiz war es oft so, dass ich die Strafminuten bekommen habe, wenn die Spiele schon entschieden waren, wenn wir 1:5 zurückgelegen haben. Ich spiele immer gleich, in jeder Liga. Ich will mein Team nicht unnötig in eine schlechte Position bringen.