Eishockey

Eisbären steigern sich, aber nun kommt die Bewährungsprobe

Der erste Auswärtssieg der Saison hat dem EHC Selbstvertrauen geschenkt, doch Defizite bleiben. Und: Die nächste Hürde wartet schon.

James Sheppard (r.) brachte die Eisbären in Augsburg auf die Siegerstraße.

James Sheppard (r.) brachte die Eisbären in Augsburg auf die Siegerstraße.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Wozu so eine längere Bahnfahrt doch gut sein kann. Die Eisbären jedenfalls hatten die Anreise zu den Augsburger Panthern produktiv genutzt und lange darüber gesprochen, was bis dahin auf fremdem Eis falsch gelaufen war. Mit Erfolg, denn mit dem 2:1 am Freitag beendeten die Berliner ihre Durststrecke und konnten im fünften Auswärtsspiel erstmals gewinnen.

Zugleich verließen die Eisbären den letzten Tabellenplatz, auf den sie zwischenzeitig abgerutscht waren. „Der erste Auswärtssieg war wichtig“, sagte Trainer Serge Aubin. Anders als bei den vorherigen Gastspielen lief sein Team dieses Mal nicht von Anfang an einem Rückstand hinterher, sondern war durch James Sheppard selbst früh in Führung gegangen, die Lukas Reichel später ausbaute. „Wir sind gut gestartet. Es war wichtig, dass alle Spieler voll im Spiel waren“, lobte Aubin.

Das Powerplay bleibt ein Sorgenkind

Der Erfolg darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass etliche Defizite, mit denen sich die Eisbären im bisherigen Saisonverlauf das Leben schwer gemacht haben, nach wie vor bestehen. Weiterhin fehlt es der Offensive an Durchschlagskraft. Nur 13 Treffer nach sieben Spielen, nicht einmal zwei pro Partie, sind die wenigsten in der Liga – auch gegen Augsburg konnte der Schnitt nicht wesentlich verbessert werden.

Das Powerplay bleibt ebenfalls ein Sorgenkind: Selbst gegen das zweitschwächste Unterzahlspiel der Liga gelang erneut kein Treffer.

Stattdessen musste der EHC mit einem Mann mehr sogar einen Gegentreffer hinnehmen. Danach verloren sie zeitweise ihre Linie, das Forechecking verschwand im Schlussdrittel fast komplett aus dem Berliner Spiel. Kämpferisch aber stimmte der Einsatz. „Wir wussten, dass Augsburg noch einmal kommt, aber wir haben gut dagegengehalten“, sagte Kapitän André Rankel.

Gegner Straubing steht für Offensiv-Feuerwerk

Ob das Spiel aber wirklich die Wende zum Besseren war, wird sich am Sonntag (14 Uhr, Mercedes-Benz Arena) gegen die Straubing Tigers zeigen. Die Bayern kommen als Tabellenzweiter mit sieben Siegen aus den ersten acht Spielen, auch die 33 Tore werden nur von Spitzenreiter München übertroffen.

Allein Straubings Topscorer Jeremy Williams hat mit acht Toren schon so oft getroffen wie weite Teile des Eisbären-Sturms zusammen. Die Partie wird eine echte Bewährungsprobe für die Berliner. Doch immerhin hatten sie auf der Heimreise aus Augsburg noch einmal ausreichend Gelegenheit, um die Lage zu analysieren.