Eishockey

Meister Mannheim zeigt den Eisbären die Grenzen auf

Die Berliner verlieren 1:4 bei den Kurpfälzern, weil sie Probleme in Unterzahl bekommen. Einen kleinen Trost gab es für Talent Reichel.

Da fliegt der Eisbär: Kai Wissmann (r.) im Zweikampf mit Mannheims Tommi Huhtala.

Da fliegt der Eisbär: Kai Wissmann (r.) im Zweikampf mit Mannheims Tommi Huhtala.

Foto: Uwe Anspach / dpa

Mannheim.  Viel wurde bei den Eisbären vor der Saison darüber gesprochen, dass man mit den Adlern Mannheim schon bald wieder auf Augenhöhe sein möchte.

Vor dem jüngsten Aufeinandertreffen der Rivalen lagen beide Klubs in der Tabelle tatsächlich eng beisammen, wenngleich ganz anders als erwartet. Denn neben den Eisbären hatte auch der deutsche Meister bis dahin einen eher mäßigen Saisonstart hingelegt und ebenfalls schon zwei der ersten vier Spiele verloren.

Am Donnerstagabend wurden aber die tatsächlichen Kräfteverhältnisse offensichtlich. Die Berliner unterlagen in Mannheim mit 1:4 (1:2, 0:2, 0:0) und bleiben damit als einzige Mannschaft in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) punktlos auf fremdem Eis.

Entscheidung durch die Strafzeiten

Nur die ersten Minuten gehörten dem EHC. Torwart Maximilian Franzreb, der diesmal den Vorzug vor Sebastian Dahm erhalten hatte, wurde zunächst kaum gefordert. Doch dann leisteten sich die Berliner wieder einmal zu viele Strafzeiten, die von einem Spitzenteam wie Mannheim eiskalt bestraft wurden. Adler-Topscorer Benjamin Smith (9.) traf bei 5-gegen-3-Überzahl zum 1:0 – und gerade, als die zweite Strafe abgelaufen war, legte Borna Rendulic nur eine Minute später den zweiten Treffer für die Gastgeber nach.

Nach Gegentor übernahm Mannheim die Kontrolle

Kurz darauf gelang den Eisbären zwar der Anschluss: Jonas Müller spielte einen langen Pass aus der eigenen Zone zu Lukas Reichel, der vor dem gegnerischen Kasten die Nerven behielt – das erste DEL-Tor für das 17-jährige Riesentalent. „Das war ein schönes Gefühl. Der Pass von Mülli war überragend, da musste ich den Puck nur noch versenken“, sagte er.

Danach übernahm jedoch Mannheim zunehmend die Kontrolle über das Spiel. Beim 3:1 durch Matthias Plachta (21.) rutschte Franzreb ein eher harmloser Handgelenksschuss durch, später erhöhte Jan-Mikael Järvinen (38.) sogar auf 4:1.

Kurz vor Spielende gewann Eisbär Pierre-Cédric Labrie wenigstens noch einen Faustkampf gegen Björn Krupp. Es war an diesem Abend allerdings die einzige Situation, aus der die Berliner als Sieger hervorgingen.