Eisbären Berlin

Eisbären-Trainer Aubin: „Wir hätten etwas mehr verdient“

Der Coach der Eisbären ärgert sich über dumme Strafzeiten, bewertet aber Leistung und Einstellung insgesamt als sehr gut.

Eisbären-Trainer Serge Aubin (3.v.l) gestikuliert auf der Bank.

Eisbären-Trainer Serge Aubin (3.v.l) gestikuliert auf der Bank.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Das zweite Wochenende in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) ist gespielt. Wieder gab es einen Heimsieg am Freitag und eine Auswärtsniederlage am Sonntag. Beides gegen Topteams der Liga. Dem 3:2 n.V. gegen die Kölner Haie folgte ein 2:4 bei Red Bull München. In unserer neuen Rubrik wollen wir künftig das Berliner DEL-Wochenende in einem kurzen Interview noch einmal Revue passieren lassen. Diesmal erzählt Trainer Serge Aubin, was ihn bewegt hat.

Berliner Morgenpost: Wie zufrieden sind Sie nach dem zweiten Wochenende in der DEL, Herr Aubin?

Serge Aubin: Wenn man mal das Spiel in Bremerhaven (0:5, der Autor) weglässt, bewegen wir uns in die richtige Richtung. Wir waren in jedem Spiel dabei, hatten eine Chance zu gewinnen. Aber wir müssen auch die Punkte holen.

Sie meinen damit sicher die Partie in München. Was ging Ihnen danach durch den Kopf?

Natürlich war ich enttäuscht, die Strafzeiten kosten uns gerade viel. Fünf gegen Fünf haben wir München nicht viel gegeben. Aber wir müssen sicherstellen, dass wir weniger Strafzeiten nehmen und unser Unterzahlspiel besser wird.

Wie wichtig war es für Sie zu sehen, dass die Mannschaft bei Fünf gegen Fünf ebenbürtig, teilweise sogar besser war als München?

Was wir gerade merken, ist, dass wir eine gute Mannschaft sind, wenn wir wirklich zeigen, was wir können. Aber das müssen wir über die komplette Spielzeit bringen, und es müssen alle bringen. Nur so können wir unser Spiel durchziehen. Unser Überzahlspiel wird besser, in der Zeit am Puck hatten wir eine hohe Qualität.

Werden Sie noch einmal besonders am Unterzahlspiel arbeiten?

Machen wir. Aber das beste, was wir tun können, ist die Strafen gar nicht erst zu nehmen. Vor allem die völlig unnötigen. Die tun besonders weh. Wir schauen uns diese Situationen auf Video genau an, ich denke, dass wir das in den Griff bekommen.

Sie sind gerade in der glücklichen Position, nicht alle Spieler einsetzen zu können, die Ihnen zur Verfügung stehen. Zuletzt war der erfahrene Florian Busch zweimal in Folge draußen. Warum er?

Ich versuche, die beste Formation auf das Eis zu bringen, von der ich denke, dass sie die beste Chance hat zu gewinnen. Busch hatte viele Trainingseinheiten verpasst, deshalb braucht er noch etwas Zeit.

Sie treffen nun am Donnerstag auf Meister Mannheim. Was wird da wichtig?

Wir wollen einfach fortsetzen, was wir bisher getan haben. Wir haben gezeigt, dass wir mit den Besten mithalten können. Jetzt wollen wir das mal ein ganzes Spiel lang tun.

Die Eisbären haben gegen Köln gespielt, gegen München. Mannheim liegt vor ihnen, dann kommt mit Chicago das Testspiel gegen ein Team aus der NHL, der besten Liga der Welt. Wie klar können Sie danach sehen, wo Ihre Mannschaft tatsächlich steht?

Was ich jetzt sehe, ist, dass wir viele gute Sachen machen. Aber dafür sind wir noch nicht so belohnt worden, wie wir es verdient gehabt hätten. Ein paar Punkte mehr wären drin gewesen. Aber so ist es, ich schaue auf das große Bild. Die Leistung und die Einstellung stimmen, das wird sich auf Dauer auszahlen. Und das ist besser, als jetzt irgendwie zu gewinnen, sich durchzumogeln, aber zu wissen, dass wir auf dem falschen Weg sind.

Mehr zu den Eisbären lesen Sie hier