Eishockey

Die schwarze Punktspielserie der Eisbären hält an in München

Eisbären zeigen beherzten Auftritt beim Tabellenführer, verlieren wegen ihres Unterzahlspiels aber 2:4. Dahm: „Das war Scheiße“.

Eisbären-Verteidiger Ryan McKiernan beim Schussversuch in München.

Eisbären-Verteidiger Ryan McKiernan beim Schussversuch in München.

Foto: Matthias Balk / dpa

Berlin/München. Zur Wiesn-Zeit wird es zünftig, sogar auf dem Münchner Eis. Dann lassen die Red Bulls ihre normalen Trikots beim Warmmachen in der Kabine und tragen etwas deutlich Bajuwarischeres, blau und weiß im Karomuster. Sogar im Janker-Stil. Zur Wiesn-Zeit haben die Bayern allerdings auch noch eine andere Tradition, sie sind Ende September, Anfang Oktober daheim besonders erfolgreich in der Deutschen Eishockey Liga (DEL).

Keine gute Voraussetzung also, unter der die Eisbären Berlin am vierten Spieltag nach München reisten. Zumal sie dort in Punktspielen schon seit neun Partien nicht mehr gewonnen hatten. Doch diese Umstände schienen die Berliner kaum zu beeinflussen bei ihrem diesjährigen Herbstauftritt bei den Bayern, sie zeigten sich als widerspenstiger Gegner. Trotzdem unterlagen sie erneut, 2:4 (0:1, 2:2, 0:1) verloren die Berliner beim Tabellenführer, der als einziges Team der Liga noch ungeschlagen ist.

Special Teams machen den Unterschied

„A bisserl ärgern“ wollte der Neu-Berliner Leonhard Pföderl den Vizemeister und großen Favoriten, sagte er vor der Partie. Mit frischem Mut kam das Team nach dem 3:2 n.V. gegen Köln zuvor in der Olympiaeishalle an. Zunächst mussten sich die Eisbären allerdings selbst ärgern, kaum lief das Spiel, lagen sie zurück. Konrad Abeltshauser traf in Überzahl (3.). Der wichtige gute Start war also schnell dahin. Allerdings erholte sich das Team von Trainer Serge Aubin ebenso schnell davon, kämpfte sich in das Spiel. Dabei ergaben sich sogar Vorteile für die Eisbären, sie erzeugten mehr Druck und waren die präsentere Mannschaft.

Während die Berliner aber ihre Gelegenheiten in Überzahl verstreichen ließen, überragten die Münchner bezüglich ihrer Konsequenz. Erst war es Mark Voakes (25.), dann Philip Gogulla (27.), die Bayern nutzten auch die nächsten Powerplays und warfen Fragen bezüglich des Berliner Unterzahlspiels auf. „Das ist nicht gut genug, das war echt Scheiße heute. Wir müssen mehr Disziplin haben und besser in Unterzahl spielen“, sagte Torhüter Sebastian Dahm.

Trotz dieses erheblichen Nachteils blieben die Eisbären aber dran, denn Pföderl hatte zwischendurch mit seinem ersten Tor für den EHC das 1:2 erzielt (26.). Und Austin Ortega gelang bei zwei Mann mehr auf dem Eis der ersehnte Überzahltreffer zum 2:3 (30.).

Vor dem Tor fehlt die Durchsetzungsfähigkeit

Die Partie wurde immer mitreißender, allerdings zahlte sich der Kampf der Berliner nicht aus. Denn sie mussten kurz nach dem Start des letzten Drittels erneut einen Treffer hinnehmen – Sekunden nach einer EHC-Strafzeit traf Yasin Ehliz (43.). Eisbären-Torhüter Dahm hatte einen Schuss zuvor nicht festhalten können.

Diesen Vorsprung wussten die cleveren Gastgeber gut zu verwalten, obwohl die Eisbären weiterhin spielerische Akzente setzten und eine weitgehend ordentliche Vorstellung ablieferten. „Wir haben mehr erwartet“, so der enttäuschte Goalie. Vor dem Tor fehlte jedoch die Durchsetzungsfähigkeit, sodass auch die zweite Auswärtspartie der Saison verloren ging und die schwarze Punktspiel-Serie in München anhält.