Eisbären Berlin

Was Sie zur neuen Saison der Eisbären wissen müssen

Das Personalkarussell rotierte gewaltig, das soll die Eisbären wieder nach vorn bringen. Alles Wichtige zum DEL-Start der Berliner.

Maxim Lapierre, NHL-erfahren und olympiaerprobt, soll die Eisbären zu besseren Leistungen führen.

Maxim Lapierre, NHL-erfahren und olympiaerprobt, soll die Eisbären zu besseren Leistungen führen.

Foto: Melanie Duchene / picture alliance/KEYSTONE

Berlin. Die vergangene Spielzeit in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) war für den EHC Eisbären von Verletzungen und schwachen, teils lustlosen Spielen geprägt. Erst zum Ende konnte sich die Mannschaft stabilisieren, doch das änderte nichts daran, dass im Team etwas passieren musste. Vielleicht ein Jahr zu spät vollzogen die Berliner in diesem Sommer einen großen personellen Wandel, der die Mannschaft wieder in die Spitze führen soll. Die Morgenpost gibt einen Überblick über die wichtigsten Fakten zur neuen DEL-Saison der Eisbären.

Wohin wollen die Eisbären?

Nach einer schwachen Hauptrunde in der Vorsaison mit Platz neun und dem Ausscheiden im Viertelfinale steht zunächst im Vordergrund, eine solide Punkterunde zu absolvieren. Die Zuschauer sollen wieder spüren, dass die Mannschaft bereit ist, in jeder Partie ihr Bestes zu geben. Im Idealfall streben die Berliner einen Platz unter den ersten Vier an, um im Play-off zumindest im Viertelfinale zunächst das Heimrecht zu haben. Natürlich ist es der Anspruch der Eisbären, um den Titel mitzuspielen. Eine Teilnahme am Halbfinale sollte allerdings Pflicht sein für den EHC, wenn die Saison keine Enttäuschung werden soll.

Wie hat sich das Team der Berliner verändert?

Es war mehr los im Sommer als gewöhnlich. Die Berliner setzen zwar lieber auf Kontinuität, aber nachdem sie vergangenes Jahr zu zaghaft in der Kaderveränderung gewesen sind, geblendet durch die Finalteilnahme 2018, sollten diesmal nicht dieselben Fehler gemacht werden. Das führte sogar dazu, dass Sportdirektor Stéphane Richer auch zu Vertragsauflösungen griff wie bei Daniel Fischbuch (jetzt Nürnberg) und Martin Buchwieser (Frankfurt/DEL2). Von den Spielern, die vergangene Saison regelmäßig zum DEL-Team gehörten, mussten zwölf gehen. Darunter der siebenmalige Meister-Verteidiger Jens Baxmann, der jetzt in Iserlohn spielt. Unpopulär war auch die Entscheidung, Torhüter Kevin Poulin wegen seines schwierigen Charakters nicht weiter zu binden. Keiner der Abgänge konnte bei einem ambitionierten Verein unterkommen.

Neu sind bislang acht Spieler. Besonders die Stürmer Maxim Lapierre (Kanada/34/zuletzt Lugano), der 694 NHL-Spiele bestritt, und Leonhard Pföderl (26/Nürnberg) als deutscher Nationalspieler verkörpern die Hoffnung auf bessere Auftritte. Mit Fabian Dietz (20) wurde ein Angriffstalent aus Weißwasser geholt. Hinzu kommen die Abwehrspieler Ryan McKiernan (USA/29/Düsseldorf) und John Ramage (USA/28/Binghamton), die vor allem für die Punkteproduktion im Powerplay vorgesehen sind. Ebenso ist der deutsch-dänische Torhüter Sebastian Dahm (32/Iserlohn) neu und soll mit Marvin Cüpper das Duo zwischen den Pfosten bilden. Erst kürzlich wurden der NHL-erfahrene Pierre-Cédric Labrie (32/Wichita), der vor allem eine körperliche Komponente ins Spiel bringt, und Sebastian Streu (19/Regina) als junger Perspektivspieler unter Vertrag genommen. Da die Eisbären in dieser Saison verstärkt auf junge deutsche Spieler setzen, wird auch Sturmtalent Lukas Reichel (17) aus dem Nachwuchs zu den Profis befördert.

Insgesamt wirkt die Mannschaft in dieser Saison ausgewogener als zuletzt, das Team ist jünger, läuferisch stärker und körperlich robuster. Allerdings scheint die Besetzung im Tor ein Risiko darzustellen. Doch bislang haben die Eisbären erst acht Lizenzen für ausländische Spieler vergeben. Elf Lizenzen sind möglich (aber nur neun Ausländer dürfen pro Spiel aufs Eis). Es besteht also noch die Möglichkeit, korrigierend einzugreifen.

Viel wird zudem davon abhängen, wie der neue Trainer Serge Aubin sich einbringt. Der Kanadier (44) hatte zuletzt in Zürich wenig Glück, zuvor in Österreich gewann er allerdings mit den Vienna Capitals die Meisterschaft. Er ist ein junger Coach, der viel kommuniziert und die Eisbären wieder attraktives Eishockey spielen lassen soll. In der Vorbereitung brachte Aubin, der auch bereits in Hamburg Cheftrainer der Freezers war, den Eisbären ein arbeitsintensives Offensivsystem bei, das die Mannschaft nach anfänglichen Schwierigkeiten immer besser verstanden hat. Vier Niederlagen in den Tests folgten vier Siege.

Auf wen treffen die Eisbären in den ersten Heimspielen?

Die Saison beginnt für die Berliner am 13. September mit einer Partie gegen Wolfsburg (19.30 Uhr). In der Mercedes-Benz Arena empfangen die Eisbären bis zur Länderspielpause als nächstes die Kölner Haie (20. September, 19.30 Uhr), die Straubing Tigers (6. Oktober, 14 Uhr), die Krefeld Pinguine (11. Oktober, 19.30 Uhr), die Nürnberg Ice Tigers (20. Oktober, 19 Uhr) und Red Bull München (27. Oktober, 14 Uhr).

Als besonderes Highlight treffen die Berliner am 29. September zudem auf die Chicago Blackhawks (19.30 Uhr). Das Team aus der NHL, der besten Liga der Welt, bereitet sich auf seinen Saisonstart vor, den die NHL dieses Jahr wieder teilweise in Europa austrägt. Die Berliner haben die Ehre, ein Testspielgegner zu sein.

Wo gibt es Tickets für die Heimspiele?

Über die Vereinsseite der Eisbären im Internet kommen Sie an Karten für die Spiele – als Einzelticket (ab 15 Euro/Erwachsener) oder Dauerkarte (ab 299 Euro). Wer lieber zum Telefon greift, kann sich an die Hotline 030/97184040 wenden. Auch verschiedene Mini-Abos (ab 42 Euro) sind verfügbar.

Wer gibt in der DEL das meiste Geld aus?

Insgesamt sind die Ausgaben in der DEL etwas gestiegen. Dabei entfernen sich die Adler Mannheim (16 Millionen Euro Etat) und Red Bull München (15,5 Mio.) immer mehr vom Rest der Liga. Die Kölner Haie (12,5 Mio.), die Eisbären (12 Mio.), die Düsseldorfer EG (11 Mio.), die Nürnberg Ice Tigers (10,2 Mio.) und der ERC Ingolstadt (10 Mio.) liegen ebenfalls im zweistelligen Millionenbereich. Am wenigsten Geld geben die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven aus (4,9 Mio./alle Angaben vom Fachmagazin „Eishockey News“ geschätzt).

Wer sind die Favoriten?

Um den Titel dürften sich vor allem Mannheim und München streiten. Die Adler haben die Bayern nach dem Titelhattrick im Frühjahr als Meister abgelöst. Unter Trainer Pavel Gross hat Mannheim sich enorm entwickelt, das motiviert wiederum die Münchner. Interessant wird sein, wie sich die Kölner Haie mit Mike Stewart als neuem Coach schlagen. Er führte jüngst den Mittelklasseklub Augsburg auf Platz drei und ins Halbfinale, dort scheiterten die Schwaben äußerst knapp an München. In Köln hat Stewart ganz andere Möglichkeiten, spannend also, was er daraus macht. Die Eisbären gehören zu den Teams, die um Platz vier und das Halbfinale kämpfen, müssen sich dabei aber auch gegen Düsseldorf und Ingolstadt behaupten.

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