Eishockey

Eisbären müssen noch lernen, was der neue Trainer will

Serge Aubin fordert die Spieler der Eisbären in der Vorbereitung enorm. Nicht jeder hat sich schon an die neuen Anforderungen gewöhnt.

Trainer Serge Aubin muss den Spielern noch viel erklären.

Trainer Serge Aubin muss den Spielern noch viel erklären.

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Berlin.. Selbstverständlich wirkt noch nicht vieles. Immer wieder greift Serge Aubin ein, unterbricht die Spieler und lässt die Übungen von seinen Assistenten erneut ganz langsam erklären. Im Training des EHC Eisbären offenbaren sich in den Gesichtern der Profis derzeit viele Fragen, nicht alles, was Aubin möchte, wird sofort verstanden.

Unter dem neuen Coach des Rekordmeisters der Deutschen Eishockey Liga (DEL) vollziehen sich gerade ein paar Änderungen im Spiel der Berliner. Das führte am Wochenende im ersten Test beim Zweitligisten in Weißwasser zu einem 4:5 nach Penaltyschießen. „Die Jungs denken noch sehr viel nach. Sie wollen sicher gehen, dass sie das tun, was wir von ihnen sehen wollen“, sagt Aubin, der die Niederlage unschön fand, sie aber nicht zu tragisch nahm.

Übungsstunden mit viel Nachdruck

Fast zwei Wochen lang bereiten sich die Berliner nun auf die neue Saison in der DEL vor, die am 13. September beginnt. In der Anfangsphase ging es vor allem darum, den Körper nach dem Sommer wieder in Schwung zu bringen. Jetzt stehen spielerische Aspekte im Vordergrund. Das System wird angepasst, „Forechecking, Eintritt ins gegnerische Drittel, aber auch das Zurückkommen in die neutrale und defensive Zone“, so Aubin. Das Auftreten der Eisbären soll wieder aggressiver werden, die Mannschaft mehr in Bewegung sein.

Mit den Fortschritten ist der 44-Jährige fürs Erste zufrieden. „Ich habe viele gute Dinge gesehen, aber natürlich müssen wir uns weiter mit allen Sachen beschäftigen“, sagt der Kanadier. Wer in diesen Tagen im Wellblechpalast vorbeischaut, der stellt fest, dass Aubin mehr Zug in die Einheiten gebracht hat. Seinen formulierten Anspruch, auch im Training harte Arbeit von den Spielern zu verlangen, setzt er kompromisslos um. Co-Trainer Gerry Fleming erklärt den Profis mit Nachdruck, dass sie auf dem Eis miteinander sprechen sollen, damit sie besser zusammenspielen.

Vier Spiele und ein Trainingslager

Noch befindet sich die Mannschaft mitten in der Lernphase. „Je mehr alles voranschreitet, desto mehr Selbstvertrauen wird sie begleiten, sie werden die sensiblen Punkte verinnerlichen“, sagt Aubin. Die nächsten Tage bieten eine gute Chance dazu. Am Freitag begeben sich die Eisbären auf Reisen. Zunächst nach Südtirol, um am Dolomiten Cup teilzunehmen. Dort treffen sie auf den SC Bern (Sonnabend) und die Augsburger Panther oder Valerenga Oslo (Sonntag). Anschließend folgt nach vielen Jahren mal wieder ein ausgedehntes Trainingslager.

In Berchtesgaden setzt Aubin die Saisonvorbereitung dann fort. „Es ist gut, ein bisschen unterwegs zu sein“, so der Trainer, „wir sind noch dabei, unsere Beziehung zueinander zu finden.“ Gemeinsam Zeit auch abseits des Eises zu verbringen, helfe dabei. „Manchmal reicht es schon, ein bisschen miteinander zu sprechen, etwas über den anderen zu erfahren, um eine bessere Chemie in die Mannschaft zu bekommen“, so der Kanadier, der auch spezielle Teambuilding-Maßnahmen plant für die Reise, die mit zwei Spielen in Wien (23.8.) und in Hradec Kralove/Tschechien (25.8.) endet. Niederlagen würden Serge Aubin da vermutlich immer noch nicht groß stören. Vorausgesetzt, die Spieler haben langsam verstanden, was der Trainer genau von ihnen verlangt.

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