Eishockey

WM-Torwart Dahm kommt zu den Eisbären

Die Eisbären verpflichten den Dänen Sebastian Dahm aus Iserlohn, Publikums-Liebling Poulin muss gehen. Cüpper wird der zweite Mann.

Dänemarks Torhüter Sebastian Dahm im WM-Spiel gegen Deutschland.

Dänemarks Torhüter Sebastian Dahm im WM-Spiel gegen Deutschland.

Foto: Monika Skolimowska / dpa

Berlin. Den deutschen Stürmern machte er es schwer, zwei Treffer ließ Sebastian Dahm nur zu, so dass die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) beim 2:1 gegen Dänemark bei der Weltmeisterschaft in der Slowakei zittern musste.

Vielleicht lag es daran, dass Dahm viele der Angreifer aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL) so gut kennt. Schließlich spielt er selbst dort. Nach zwei Jahren in Iserlohn wechselt der dänische Torhüter nun aber den Verein und schließt sich dem EHC Eisbären für die nächste Saison an.

Der Transfer ist jetzt offiziell. Die Morgenpost hatte schon vergangene Woche über die Pläne der Berliner berichtet. Der 32-jährige Däne wird damit Nachfolger von Kevin Poulin als Nummer-eins-Torhüter. Vor allem wegen seines eher schwierigen Charakters konnte sich die sportliche Leitung des EHC nicht zu einem weiteren Engagement des Kanadiers durchringen. „Das ist natürlich eine harte Entscheidung für uns, gerade wenn man die starken Leistungen von Kevin Poulin in der letzten Saison betrachtet“, so Sportdirektor Stéphane Richer über die Trennung vom Publikumsliebling.

In Iserlohn zuletzt im Jobsharing

Dahm hat schon mehrere WM-Turniere für Dänemark bestritten, in der Slowakei ist er die Nummer eins seines Teams und absolvierte bislang alle drei Partien der Dänen. Die Fangquote dabei betrug 91,78 Prozent. „Berlin ist ein Verein, der in die oberen Tabellenregionen gehört“, sagt der Däne: „Mein Ziel für dieses Jahr ist es, dem Team dabei zu helfen, wieder unschlagbar zu sein in der Mercedes-Benz Arena und mit viel Selbstvertrauen zu spielen. Natürlich wären wir sehr gern dabei, wenn die Teams im April nächstes Jahr um die Meisterschaft kämpfen.“

Besser zu vergleichen als die Daten der WM sind sicher die Werte aus der DEL, dort lag Dahm (89,7) in der vergangenen Saison weit hinter Poulin (91,5) in der Hauptrunde. Zudem teilte er sich den Job mit dem Finnen Niko Hovinen. Insofern dürften einigen im Umfeld des Klubs wohl Zweifel kommen, ob Dahm den hohen Ansprüchen genügt. Zumal die Eisbären nach zuletzt schwacher Hauptrunde und Ausscheiden im Viertelfinale unter Zugzwang stehen.

Franzreb soll viel in Weißwasser spielen

Trotzdem sind die Verantwortlichen von Dahm überzeugt, in seiner ersten Saison in Iserlohn zeigte er stabile Leistungen, ebenso in den beiden Jahren zuvor in Österreich bei den Graz 99ers. Anders als Poulin fügt er sich problemlos in ein Team ein. „Unter Abwägung aller verschiedener Optionen ist Sebastian Dahm in Kombination mit unseren jungen Goalies die beste Lösung für die Eisbären und die Entwicklung des Klubs“, so Richer.

Was konkret bedeutet, dass Marvin Cüpper (25) an der Seite von Dahm nach einer Saison voller Verletzungen wieder aufgebaut werden und als Backup agieren soll. Maximilian Franzreb (22) wird überwiegend in Weißwasser beim Zweitliga-Kooperationspartner spielen. Nachwuchs-Torhüter Tobias Ancicka (18) steht ebenso weiter in Berlin unter Vertrag, wird aber in der nächsten Saison bei Lukko Rauma in Finnland spielen und dort unter anderem von Ex-EHC-Torwart Petri Vehanen betreut.

Durch Dahm wird erst einmal eine Lizenz gespart

Da Dahm aufgrund seiner deutschen Mutter auch einen deutschen Pass besitzt, muss keine Ausländerlizenz für ihn ausgegeben werden. Damit stehen den Berlinern, deren fünfter Zugang Dahm ist, noch drei Lizenzen zur Verfügung, um auf neun Ausländer zu kommen (neun dürfen spielen, zwei Lizenzen zusätzlich vergeben werden). „Gerade angesichts der Erfahrungen der vergangenen Saison werden wir uns für den Fall einer Verletzung so eine Importlizenz für einen Torwart aufsparen“, so Richer. Was auch ein wenig danach klingt, als hielten sich die Berliner eine Rückversicherung offen für den Fall, dass man mit den Leistungen auf der Goalie-Position nicht zufrieden sein sollte.

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