DEL-Viertelfinale

Eisbären nach Debakel vor dem Aus

Die Eisbären kassieren im vierten Play-off-Viertelfinale ein 2:5 gegen München. Schon am Sonntag droht das Saisonende für die Berliner.

Für Eisbär Austin Ortega (Mitte) gibt es kaum ein Durchkommen

Für Eisbär Austin Ortega (Mitte) gibt es kaum ein Durchkommen

Foto: Britta Pedersen / dpa

Berlin. Viele der Gesichter, die am Freitagabend die Mercedes-Benz Arena verließen, sahen nach Abschied aus. Nach mehr als nur einer kleinen Pause bis zum nächsten Spiel. Nach Enttäuschung über eine Niederlage, die eine Rückkehr der Mannschaft des EHC Eisbären in dieser Saison wenig realistisch erscheinen lässt.

Mit 2:5 (0:2, 0:2, 2:1) unterlagen die Berliner im Viertelfinale der Deutschen Eishockey Liga (DEL) vor 14.200 Zuschauern gegen Red Bull München. In der „Best of seven“-Serie liegen die Eisbären damit nach vier Partien 1:3 zurück.

Wochenlang lief es bei ihnen geradezu perfekt, seit der Länderspielpause Anfang Februar siegten sie fast in einem fort. Nun verloren die Berliner erstmals seit fünf Wochen wieder zwei Partien in Folge. Zum ungünstigsten Zeitpunkt, nicht nur, weil sie sich inzwischen in der K.o.-Phase der Saison befinden, sondern weil München jetzt nur noch ein Sieg fehlt, um in das Halbfinale einzuziehen. Und die Spielzeit der Eisbären am Sonntag beendet sein kann (17 Uhr, Sport1).

München demonstriert Stärke

Vor einer Woche war das nicht zu erahnen. Die Mannschaft von Trainer Stéphane Richer trat im ersten Heimspiel der Serie so stark auf (4:0) , dass Münchens Ära nach drei Meisterschaften hintereinander dem Ende nah schien. Doch unterschiedlicher hätte der Eindruck nun nicht ausfallen können.

Die Bayern hatten in Spiel drei geantwortet (1:4) , in der vierten Partie demonstrierten sie in aller Deutlichkeit, dass sie zurück sind in der Play-off-Form, die man von ihnen kennt.

Einen kleinen Moment der Hoffnung, den gab es. Als Marcel Noebels allein vor Münchens Torwart auftauchte. Doch der Stürmer verzog (33.). Kaum eine Minute später fuhren die Bayern einen ihrer vielen Angriffe, Frank Mauer erzielte den dritten Treffer für Red Bull (34.). Es war das 0:3, und es war der Punkt, an dem feststand, wer gewinnen würde. Zu begrenzt waren die Mittel der Berliner.

Eisbären liegen nach nur 28 Sekunden zurück

Es hatte schon schlecht begonnen, nach nur 28 Sekunden lag der EHC zurück. Justin Shugg stand allein vor dem Tor von Goalie Kevin Poulin. Das nahm den Berlinern den Mut, zumindest war von den Emotionen, die sie hatten zeigen wollen, kaum etwas zu sehen.

Während die Bayern äußerst lauffreudig den Weg zum gegnerischen Tor überbrückten, spielten die Berliner behäbig, suchten lange nach Passwegen und produzierten nichts Gefährliches. Torwart Poulin musste sein Team im Spiel halten, was ihm irgendwann nicht mehr gelang, weil seine Vorderleute dem Treiben der Gäste keinen Einhalt gebieten konnten.

Daryl Boyle traf zum 0:2 (18.), Derek Joslin schoss das 0:4 (40.). Kreatives der Eisbären vermissten die Fans, die Mannschaft hatte Schwierigkeiten im Zusammenspiel. Dazu mangelte es an Durchsetzungsvermögen im Zweikampf. „Aufwachen“, riefen die Fans zur zweiten Pause.

Ehrentreffer durch Sheppard und Rankel

Ihre große Dynamo-Choreografie, die in Erinnerung an die Erfolgstradition noch einmal Mut vermitteln sollte, verfehlte ihre Wirkung. James Sheppard (52.) und André Rankel (59.) konnten nach dem 0:5 durch Yasin Ehliz (50.) nur Ehrentreffer markieren.

Mit 1:3 liegen die Berliner also nach vier Spielen zurück gegen den Titelverteidiger. Genau wie vergangene Saison. Damals glichen sie die Serie noch zum 3:3 aus und unterlagen erst im siebten Finalspiel endgültig. Ein bisschen Hoffnung, dass die Saison noch etwas andauert, besteht also.