Eishockey

NHL kehrt zurück: Eisbären freuen sich auf Duell mit Kahun

Die beste Eishockeyliga der Welt gastiert wieder in Berlin. Die Eisbären treffen am 29. September auf das NHL-Team um Dominik Kahun.

Dominik Kahun (l.) im Spiel gegen die San Jose Sharks.

Dominik Kahun (l.) im Spiel gegen die San Jose Sharks.

Foto: Stan Szeto, USA Today Sports / USA Today Sports

Berlin. Der Blick geht oft zurück, nach München, auf das alte Team, die alten Kollegen. Dominik Kahun pflegt noch engen Kontakt zu den Spielern des Titelverteidigers der Deutschen Eishockey Liga (DEL), verfolgt genau, wie sich Red Bull schlägt. „Es ist eine super Serie“, sagt er zum Viertelfinal-Duell zwischen München und dem EHC Eisbären.

Mit Red Bull München drei Titel gewonnen

Natürlich drückt er den Bayern die Daumen, vier Jahre spielte er dort, reifte zum Nationalspieler, zum Olympia-Silberhelden, gewann drei Titel mit Red Bull. Dabei traf er in seinen letzten DEL-Partien in der vergangenen Saison auf die Berliner.

Bald werden sie wieder sein Gegner sein, diesmal aber kommt der 23-Jährige als ein Profi in die Hauptstadt, der es bis ganz oben geschafft hat: in die nordamerikanische NHL. Mit den Chicago Blackhawks trifft Kahun am 29. September in einem Testspiel in der Mercedes-Benz Arena auf die Eisbären (Ticketverkauf ab 27. März).

Kahun liebt die Stimmung in Berlin

Die beste Liga der Welt zeigt sich, will auf Märkten mit Potenzial noch mehr auf sich aufmerksam machen. „An erster Stelle ist es eine coole Sache, dass die NHL wieder nach Deutschland kommt. Aber ich liebe auch die Stimmung in Berlin“, sagt Kahun.

Zwischen 2007 und 2011 tingelte die Liga schon einmal durch Europa, unter anderem durften die Eisbären 2008 gegen Tampa Bay Lightning (1:4) antreten. Nach einer Pause ist die NHL seit vergangenem Jahr zurück und trägt 2019 ein Punktspiel zwischen Chicago und den Philadelphia Flyers in Prag aus (4.10.). Mit dem Vorprogramm in Berlin.

Zwölf Tore und 22 Vorlagen in der NHL

Kahun geht dann in seine zweite NHL-Spielzeit. „Für mein erstes Jahr habe ich eine super Saison gespielt bis jetzt. Ich bin froh über meine Leistung“, sagt der Stürmer. In bislang 72 Partien traf er zwölf Mal, gab 22 Vorlagen. Starke Zahlen für einen Neuling, noch dazu für einen eher schmächtigen Kerl. Wegen seiner Statur trauten ihm die Scouts aus Nordamerika den Durchbruch einst nicht zu, bei der jährlichen Auswahl der Talente wollte ihn vor ein paar Jahren kein Klub haben.

Jetzt ist er doch dort. Das fühlt sich ab und zu etwas verrückt an. „Ich lebe meinen Kindheitstraum. Mittlerweile ist es zu meinem Alltag geworden, mit den ganzen Stars in der Kabine sein zu dürfen. Manchmal muss ich mich aber immer noch kneifen“, erzählt der Angreifer.

Die Skeptiker hat er längst überzeugt

Mit seinen technischen Fähigkeiten, seinem Tempo hat er die Kritiker überzeugt. „Dominik ist sehr schnell und macht verschiedene Sachen wie kein anderer. Er hat es drauf“, lobte einst der frühere Bundestrainer Marco Sturm, der inzwischen selbst in der NHL als Assistent bei den Los Angeles Kings arbeitet.

Vor allem die Auftritte mit der Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen vor gut einem Jahr ließen das Interesse der NHL an deutschen Spielern steigen. Kahun zeigt nun auf sehr beeindruckende Weise, dass hiesige Profis durchaus das Zeug für große Aufgaben haben. „Viele Leute haben daran gezweifelt, dass es möglich ist, direkt aus der DEL in die NHL zu kommen. Ich war immer selbstbewusst genug, dass es geht“, sagt der Stürmer, der trotzdem überrascht war, wie schnell er sich an das Spiel dort anpassen konnte.

Große Chance für die Eisbären-Profis

Kahun sieht noch andere Kandidaten in der DEL, die seinem Weg folgen könnten. Eine bessere Chance, sich mit einer guten Leistung beim Test gegen Chicago zu empfehlen, werden die meisten Profis der Eisbären kaum mehr bekommen. Für den deutschen Angreifer im Dienste der Blackhawks, die noch um den Einzug in das Play-off kämpfen, bieten sich in Berlin ganz andere Möglichkeiten. „Ich werde viel Familie und Freunde da haben – und gegen Freunde spielen“, sagt Dominik Kahun, der auch mit den EHC-Profis Marcel Noebels und Jonas Müller in Kontakt steht.