DEL-Viertelfinale

Eisbären stehen in einem Play-off ohne Rhythmus

Im Viertelfinale der DEL wird jetzt weniger gespielt als gewohnt. Den Eisbären könnte die kleine Auszeit sogar guttun.

Die Eisbären können sich erst einmal erholen

Die Eisbären können sich erst einmal erholen

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Freie Tage passen nicht so ganz in die Zeit. Es ist Play-off in der Deutschen Eishockey Liga (DEL), alle zwei bis drei Tage wird gespielt, so ist es üblich. Nur wer seine Serie schnell beendet, hat die Chance auf etwas Ruhe. Dieses Jahr aber sieht der Plan der Liga etwas anderes vor, ein Play-off ohne Rhythmus. Jetzt geht es weiter wie in der Hauptrunde, Freitag und Sonntag sind bis Ende des Monats die Spieltage.

Ungewohnt für die Profis. „Mir wäre es lieber durchzuspielen“, sagt Verteidiger Kai Wissmann vom EHC Eisbären. Doch die Weltmeisterschaft in der Slowakei beginnt diesmal erst spät (10. bis 26. Mai), das bot der DEL die Chance, die Zahl der für die Zuschauer weniger attraktiven Dienstage im Viertelfinale etwas zu verringern und den Klubs ein größtmögliches Forum zu offerieren.

Strafzeiten als großes Problem

Ganz ungelegen kommt den Berlinern diese Unterbrechung nicht, obwohl Wissmann sie aus der Routine heraus als eher komisch empfindet. Schon bei der dritten Partie der Serie gegen den Titelverteidiger in München fehlte den Eisbären am Sonntag der Rhythmus, 1:4 verloren sie. „Das war nicht unser bestes Spiel“, sagt Trainer Stéphane Richer, dessen Mannschaft lange nicht in die Partie fand.

Schuld daran waren die vielen Strafzeiten. Schon beim ersten Auftritt in München (2:3 n.V.) erwies sich die Disziplin als Hauptmanko beim EHC. „Wenn wir die Serie gewinnen wollen, müssen wir weg von der Strafbank“, fordert Richer eindringlich. Im Heimspiel beherzigte sein Team das und setzte sich mit 4:0 klar durch.

Dauerhaft hohe Anspannung zuletzt

Ein Faktor, der sich negativ auf das Auftreten der Berliner auswirkte, könnte die hohe Intensität der vergangenen vier Wochen gewesen sein. „Wir haben sehr viel gespielt, vielleicht fehlte dadurch ein wenig die Konzentration“, so Richer, dessen Team wusste, dass die Bayern es daheim mit einem stürmischen Spiel empfangen würde, sich aber dennoch nicht richtig wehren konnte.

Seit der Länderspielpause kämpften die Eisbären erst um den Einzug in das Pre-Play-off, dort dann um den ins Viertelfinale. Die dauerhaft hohe Anspannung – die die Bayern nicht hatten, weil sie kein Pre-Play-off spielen mussten – kann kleine Spuren hinterlassen.

Erholung in der kurzen Pause

Jetzt ist mal wieder ein bisschen Zeit. „Die Pause sollte uns guttun“, sagt der Trainer. Richer gönnt dem Team Erholung, um die geistige Frische zurückzuerlangen und so die Konstanz in der Leistung zu finden, die notwendig ist, um die „Best of seven“-Serie am Freitag im zweiten Heimspiel zum 2:2 auszugleichen. „Ich denke, die Mannschaft ist gefestigt genug, um das zu schaffen“, sagt Richer im Vertrauen auf das durch viele Siege gewachsene Selbstvertrauen.

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