Eishockey

Richtige Play-off-Mentalität fehlt den Eisbären noch

Dritter Sieg in Folge, das Play-off kann kommen: Trotzdem hat Eisbär Louis-Marc Aubry noch einiges auszusetzen.

Die Eisbären haben Play-off-Schwung aufgenommen und hatten zuletzt häufiger Grund zum Jubeln. An diesem Sonntag endet die Punkterunde gegen Düsseldorf.

Die Eisbären haben Play-off-Schwung aufgenommen und hatten zuletzt häufiger Grund zum Jubeln. An diesem Sonntag endet die Punkterunde gegen Düsseldorf.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Von einigen Tierarten weiß man, dass sie erst bei höheren Temperaturen so richtig aktiv werden. Auf den Menschen als Warmblüter trifft das eigentlich nicht zu. Doch auch Eisbären-Stürmer Louis-Marc Aubry läuft immer dann zu Topform auf, wenn im Frühling das Thermometer steigt und mit dem Play-off auch in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) die heiße Jahreszeit beginnt. Bereits in der vergangenen Saison sammelte er in der Endrunde in 18 Spielen zehn Tore und 19 Punkte und hatte als bester Torschütze im Team großen Anteil daran, dass die Eisbären am Ende Vizemeister wurden. In diesem Jahr hat die K.o.-Runde noch gar nicht begonnen, aber Aubry kommt bereits wieder auf Betriebstemperatur.

Aubry: Play-off die beste Zeit des Jahres

„Das anstehende Play-off ist eine große Motivation. Ich liebe das Play-off, es ist die beste Zeit des Jahres“, sagt der 27-Jährige. Nach mäßigem Saisonstart holte er in den vergangenen sechs Spielen seit der Länderspielpause 14 Scorerpunkte – auch am Freitag beim 5:4-Sieg gegen die Kölner Haie erzielte er wieder zwei Tore selbst und bereitete ein weiteres vor.

In der teaminternen Scorerliste liegt er jetzt gleichauf mit Jamie MacQueen, beide haben 37 Punkte auf ihrem Konto.

Selbst EHC-Trainer Stéphane Richer, sonst eher nicht dafür bekannt, dass er einen Spieler besonders heraushebt, meint über ihn: „Seit der Pause spielt er überragendes Eishockey.“ Dabei profitiert Aubry auch von einer Umstellung der Sturmreihen.

Mit seinen neuen Partnern Austin Ortega und Brendan Ranford harmoniert er bislang blendend. „Momentan läuft es sehr gut für unsere Reihe. Das liegt daran, dass wir sehr hart forechecken, uns dadurch die Scheibe erkämpfen und folglich Chancen erarbeiten. Wir passen sehr gut zusammen und vervollständigen uns“, sagt er.

Ein klassischer Zwei-Wege-Stürmer

Während die Qualitäten von Ortega und Ranford eher in der Offensive liegen, ist Aubry ein klassischer Zwei-Wege-Stürmer, der auch defensiv hart arbeitet. In der Plus-Minus-Statistik weist er mit plus 9 sogar den besten Wert der gesamten Mannschaft auf, während beispielsweise Co-Topscorer MacQueen in dieser Hinsicht mit minus 20 ganz unten rangiert.

Bei den Berliner Fans kommt so viel Einsatz gut an: Beim gestrigen Dauerkartenfest war das Autogramm von Aubry deshalb heiß begehrt. Am Sonntag beschließen die Eisbären die DEL-Hauptrunde mit einem Heimspiel gegen die Düsseldorfer EG (14 Uhr, Mercedes-Benz Arena). Für diese Partie mahnt Louis-Marc Aubry trotz des jüngsten Erfolgs gegen die Haie eine weitere Steigerung an.

Noch immer fehlt es an Konzentration

„Ehrlich gesagt fand ich unser Spiel gegen Köln nicht so gut“, sagt er. Tatsächlich waren die Eisbären zwar im Angriff effektiv, vor allem im zweiten Drittel nutzten sie ihre Torchancen. Dafür mangelte es im Spielaufbau und vor dem eigenen Kasten gelegentlich ein wenig an der nötigen Konzentration, wie auch Trainer Richer negativ anmerkt: „Wir haben nicht generell schlecht verteidigt, aber insbesondere im ersten Drittel waren unsere Entscheidungen an der Scheibe nicht optimal. Da hatten wir viele Scheibenverluste.“

Aubry sagt: „Die endgültige Play-off-Mentalität hat noch gefehlt.“ Umso wichtiger sei es, die reguläre Saison mit einem Erfolgserlebnis gegen Düsseldorf abzuschließen. „Am Sonntag müssen wir alles geben und so gut spielen, wie wir können. Wir wollen das Momentum in das Play-off mitnehmen.“