Eisbären auf Reisen

Die Berliner wollen in Bayern zusammenrücken

Die Eisbären begeben sich auf eine fast einwöchige Auswärtsfahrt und möcht vor dem Pre-Play-off noch einmal den Teamgeist beschwören

Louis-Marc Aubry (M.) war nicht aufzuhalten gegen Krefeld

Louis-Marc Aubry (M.) war nicht aufzuhalten gegen Krefeld

Foto: Andreas Gora / picture alliance / Andreas Gora

Berlin.  Martin Buchwieser hat es möglich gemacht. Zu einem kleinen Teil sicher auch aus Eigennutz, zuvorderst aber natürlich, um der Mannschaft des EHC Eisbären bestmögliche Bedingungen zu verschaffen. Drei Auswärtsspiele binnen sechs Tagen stehen dem Team in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) bevor, die Reiserei von und nach Berlin wäre ziemlich anstrengend. Da die ersten beiden Spielorte Straubing (Dienstag, 19.30 Uhr, Magentasport) und Ingolstadt (Freitag) in Bayern liegen, ebenso wie Buchwiesers Heimatstadt Garmisch-Partenkirchen, ließ der Stürmer seine Beziehungen spielen und organisierte für Mittwoch und Donnerstag quasi ein Kurztrainingslager am Fuße der Zugspitze.

Während Buchwieser bestimmt den einen oder anderen Familienbesuch einstreut, ist auch der sportlichen Leitung der Ausflug willkommen. „Wir können die Zeit für etwas Teambuilding nutzen“, sagt Geschäftsführer Peter John Lee. Die jüngsten Ergebnisse bieten dafür eine optimale Atmosphäre. Mit zwei Siegen starteten die Eisbären nach der Länderspielpause in die letzten sieben Partien der Hauptrunde. Mit dem 6:3 am Sonntag gegen Krefeld distanzierten sie zudem den Elften als wichtigsten Konkurrenten im Kampf um den letzten Platz für das Pre-Play-off auf acht Zähler. Sie überholten sogar Nürnberg und schoben sich auf Rang neun. Im Dreikampf dieser Teams über die letzten fünf Punktspiele haben die Eisbären nun die besten Karten. „Wir sind zufrieden“, sagt Trainer Stéphane Richer.

Erstmals elf Tore in zwei Spielen erzielt

Seine Mannschaft, das bewiesen die vergangenen beiden Partien, hat ihren Kampfgeist wiederentdeckt. Zwar bleibt in der Abwehr und in der Umsetzung der Spielvorgaben noch einiges zu tun, aber Einsatzwillen und Moral stimmen. Auch bei der Torgefährlichkeit legten die Eisbären zu, wie gerade elf Treffer in zwei aufeinander folgenden Spielen gab es in dieser Saison zuvor nicht. „Wir wussten alle, worum es geht. Wir bauen jetzt darauf, dass wir einige Verletzte zurückhaben und haben gezeigt, dass wir sehr gut spielen können“, so Louis-Marc Aubry, der gegen Krefeld gleich fünf Vorlagen beisteuerte.

Für die Rheinländer bleibt nach der Niederlage in Berlin nicht mehr viel Hoffnung. Gegen München, Bremerhaven (auswärts), Straubing, Düsseldorf (auswärts) und Augsburg treten sie noch an. Nürnberg misst sich noch mit Köln (auswärts), Düsseldorf, Mannheim, Bremerhaven (auswärts) und Schwenningen. Die Eisbären reisen nach Straubing und Ingolstadt weiter nach Iserlohn und empfangen dann Köln und Düsseldorf. Die Restprogramme sind also ähnlich schwer, wobei es Krefeld als einziges Team ausschließlich mit Gegnern zu tun bekommt, die besser platziert sind.

Straubing als möglicher Vorgeschmack

Zu früh wollen die Eisbären den Einzug in das Pre-Play-off aber nicht als gegeben hinnehmen. „Wir haben vor der Pause gesagt, dass die letzten sieben Spiele wie eine Play-off-Serie sind. Mit vier Siegen ist sie gewonnen, zwei brauche wir also noch“, so Richer über seine mehr theoretische Rechnung. Aber das Ziel hält die Spannung hoch, mentale Durchhänger könnten sich – wie so oft in dieser Saison – nämlich rächen. „Für uns ist es wichtig, von Spiel zu Spiel gehen, Spaß zu haben und noch mehr mannschaftlich zusammenzuwachsen“, sagt Verteidiger Florian Kettemer. Kollege Aubry denkt genauso, und sogar schon etwas weiter: „Wir müssen jetzt etwas aufbauen für das Play-off.“

Die gemeinsamen Tage in Garmisch können da nur helfen. Der Besuch in Straubing gibt zudem vielleicht schon einen Vorgeschmack auf das Pre-Play-off. Die Tigers sind gerade Achter und wären aktuell dort der Gegner. Auch Bremerhaven und selbst Ingolstadt könnten es noch werden.

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