Eishockey

Eisbären spielen gegen Krise und Vergangenheit

Die ehemaligen Eisbären-Trainer Don Jackson und Clement Jodoin treten mit Red Bull München zum DEL-Spiel in Berlin an.

Da ist er ja wieder: Clement Jodoin kehrt als Assistenztrainer von Don Jackson mit Red Bull München in die Mercedes-Benz Arena zurück.

Da ist er ja wieder: Clement Jodoin kehrt als Assistenztrainer von Don Jackson mit Red Bull München in die Mercedes-Benz Arena zurück.

Foto: Matthias Balk / dpa

Berlin.  Nach zuletzt drei Auswärtsspielen in Folge dürfen die Eisbären am Dienstag endlich wieder einmal vor heimischem Publikum antreten. Eine Reise wird die Partie gegen Meister Red Bull München (19.30 Uhr, Mercedes-Benz Arena) dennoch: und zwar in die eigene Vergangenheit. Schließlich haben auf der Münchener Trainerbank seit Neuestem gleich drei ehemalige Berliner das Sagen. Da wäre zum einen Coach Don Jackson, der als Trainer des Hauptstadtklubs fünf Mal Meister wurde und einen weiteren Titel als Co-Trainer einfuhr; außerdem dessen Assistent Matt McIlvane, dereinst Spieler beim EHC.

Zu Weihnachten gefeuert, schnell wieder im Job

Zu ihnen hat sich kürzlich nun als weiterer Co-Trainer Clément Jodoin gesellt, der kurz vor Weihnachten in Berlin entlassen und bald darauf von den Münchenern verpflichtet worden war. Jodoin hat bei Red Bull die Nachfolge von Toni Söderholm angetreten, der seit Anfang des Jahres Bundestrainer ist.

Während Jodoin also umgehend wieder einen Platz bei einem Verein an der Spitze gefunden hat, der zudem in der Champions Hockey League im Endspiel steht, ist der Weg dorthin für sein früheres Team noch lang. Immerhin durften die Eisbären am Sonntag beim 5:4 in Bremerhaven nach zuvor sieben Spielen hintereinander ohne Sieg endlich wieder jubeln. Dreimal waren sie an der Nordseeküste in Rückstand geraten. Doch jedes Mal schlugen sie zurück und stellten schließlich mit drei Treffern im letzten Drittel den Auswärtserfolg her, mit dem sie sich im Kampf um die Pre-Play-off-Plätze etwas Luft verschafften. „Ich bin stolz auf meine Jungs“, sagte Trainer Stéphane Richer. „Genau so, mit viel Kampf, müssen wir auch die nächsten Spiele angehen.“

Noebels, Buchwieser, Smith beenden Durststrecken

Zum Sieg am Sonntag trugen mit ihren Treffern mehrere Spieler bei, die länger nicht getroffen hatten. Marcel Noebels beendete nach 24 Partien ohne Torerfolg ebenso seine lange Durststrecke wie Martin Buchwieser und Colin Smith, die im Oktober beziehungsweise sogar schon Ende September zuletzt als Torschütze in Erscheinung getreten waren. Beide sind eher Ergänzungsspieler, doch angesichts der Ausfälle von neun verletzten Spielern – darunter fast komplett die ersten beiden Sturmreihen – springen sie nun in die Bresche. Genau das war es, was Trainer Richer meinte, als er zuletzt davon sprach, die Routiniers müssten in dieser Situation mit gutem Beispiel vorangehen.

Gegen München wollen die Eisbären den Schwung aus dem Bremerhaven-Spiel mitnehmen. So lang ist’s noch gar nicht her: In der vergangenen Saison hatten beide Klubs das Finale um die deutsche Meisterschaft erreicht. Die Berliner hätten wohl nichts dagegen, wenn sie am Dienstag auch in dieser Hinsicht einen weiteren Schritt voran in Richtung Vergangenheit machen könnten.

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