Die Krise setzt sich fort

73 Sekunden fehlen den Eisbären zu einem Punkt

Beim 2:3 in Wolfsburg kassiert der EHC die sechste Niederlage in Serie. Die Tore von Adam und DuPont reichen den Berlinern nicht.

Nach dem Spiel gegen Mannheim zeigten sich die Berliner (l.) in Wolfsburg engagierter

Nach dem Spiel gegen Mannheim zeigten sich die Berliner (l.) in Wolfsburg engagierter

Foto: nordphoto / Engler / picture alliance / nordphoto

So ganz haben die Fans den Glauben an ihre Mannschaft offenbar noch nicht verloren. Gleich etwa 800 Berliner reisten am Sonntag nach Wolfsburg, um dort die Eisbären im Duell mit den Grizzlys zu sehen. Nach den fünf Niederlagen zuletzt mit dem unrühmlichen 0:7 am Freitag daheim gegen Mannheim war das nicht unbedingt selbstverständlich. Aber irgendwann musste die schwarze Serie des EHC in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) ja mal reißen. In Wolfsburg tat sie das noch nicht, obwohl die Berliner insgesamt besser auftraten. Mit 2:3 (2:1, 0:0, 0:2) unterlagen die Eisbären und müssen immer mehr darum zittern, ihren Vorsprung auf Platz elf zu behaupten, der auf sechs Punkte geschrumpft ist (dazu hat Nürnberg auch noch zwei Spiele weniger ausgetragen), und in den Pre-Play-off-Rängen zu bleiben.

Immerhin mit einer deutlich anderen Einstellung als gegen Mannheim präsentierten sich Berliner in Wolfsburg, wo sie vor einer Woche 2:4 verloren hatten. Zwar waren die Grizzlys, aufgeputscht von zuletzt zwei Siegen, darunter am Freitag das 7:0 gegen Nürnberg, anfangs deutlich bissiger. Die Berliner aber besannen sich darauf, mit Elan in die Zweikämpfe zu gehen und Tempo in ihr Spiel zu bringen. Einen Konter schloss Maximilan Adam dann mit seinem ersten DEL-Tor zur Führung ab (6.). „Ich bin glücklich, dass es endlich geklappt hat“, so Adam.

Späte Patzer in der Defensive kosten den möglichen Sieg

Der baldige Ausgleich durch Petr Pohl (10.) stellte diesmal kein Problem dar. Die Eisbären ließen nach dem Gegentreffer nicht wie so oft den Kopf hängen, sondern blieben bei ihrer Linie. Sie zeigten die Bereitschaft, hart dafür zu arbeiten, die Krise endlich zu beenden. Nach einem guten Querpass von Sean Backman lenkte Micki DuPont den Puck zum 2:1 ins Netz (16.). Danach sortierten sich die Berliner gut, verwehrten Wolfsburg oft den Weg zum Tor.

Allerdings verlegten sich die Eisbären, denen erneut acht Profis verletzt fehlten und die mit Daniel Richmond während der Partie einen weiteren Spieler verloren, schließlich zu sehr darauf, das Ergebnis zu verwalten und spielten nicht mehr so intensiv. So konnten die jeweils frei vor dem Tor stehenden Marius Möchel (48.) und Spencer Machacek mit einem Treffer 73 Sekunden vor Schluss die Partie drehen. „Wir haben es nicht mehr geschafft, richtig vor das Tor zu kommen. Am Ende hat uns etwas die Kraft gefehlt“, so der für den angeschlagenen Kevin Poulin eingesetzte Torhüter Maximilian Franzreb.