Eishockey

Bei den Eisbären Berlin macht sich Resignation breit

Die Eisbären Berlin verlieren mit 0:7 gegen Mannheim. Für die Berliner ist es schon die fünfte Niederlage in Folge.

Schieflage bei den Eisbären: Baxmann fährt das Tor von Torwart Poulin um.

Schieflage bei den Eisbären: Baxmann fährt das Tor von Torwart Poulin um.

Foto: Bernd König/imago

Berlin. Akustik und Optik wirkten erst ab der 41. Minute wieder normal. Da wurden die Trommeln herausgeholt, die Fahnen geschwenkt, die Banner gehalten. Zuvor verzichteten die Stimmungsmacher aus der Fankurve des EHC Eisbären auf ihre Standardutensilien. Was ziemlich befremdlich war. Doch die Anhänger wollten ihrer Sorge um den gefährdeten Bestand des Fanbogens, einem Fan-Treff, Ausdruck verleihen. Als die Unterstützung in der Mercedes-Benz Arena wieder gewohnte Ausmaße annahm, hatte das aber nur noch den Charakter eines Selbst-Amüsements. Das Spiel bot nichts Erbauliches, die Berliner unterlagen den Adler Mannheim 0:7 (0:2, 0:2, 0:3). Damit verloren die Eisbären zum fünften Mal in Folge in der Deutschen Eishockey Liga (DEL).

Alles andere hätte gegen den Tabellenführer fast schon sensationelle Züge angenommen. Die Verletzungsmisere setzt dem Vizemeister unaufhörlich zu, gegen Mannheim fehlten acht Profis. Dafür gab es erneut ein DEL-Debüt, der 17-jährige Nino Kinder durfte mitwirken. Mit sieben Nachwuchsspielern versuchte Trainer Stéphane Richer, die Lücken zu stopfen. Doch mehr als ein paar zarte Ansätze in den ersten Minuten brachten die Eisbären kaum zu Stande. Die Mannschaft ist überfordert mit der Situation, mit jedem Gegentreffer verflüchtigte sich die Entschlossenheit vor den 14.200 Besuchern in der ausverkauften Arena ein wenig mehr. Das Stellungsspiel wurde immer schwächer, das Körperspiel immer ausdrucksloser.

Gegen einen solchen Gegner mussten die Mannheimer nicht einmal das zeigen, was sie können. Ihre Tore durch Garrett Festerling (10.), David Wolf (13., 52.), Luke Adam (30.), Denis Reul (37.), Benjamin Smith (55.) und Brendan Mikkelson (56.) erzielten sie mit minimalem Aufwand. Der einzige, der noch die Energie aufbrachte, sich emotional gegen die nächste Pleite zu wehren, war Torhüter Kevin Poulin. Er tobte nach dem vierten Gegentreffer, der Rest resignierte. In Gedanken sicher mit dem bangen Blick nach unten in der Tabelle. In der änderte sich zum Glück für den Neunten, der im letzten Drittel auch noch ohne Louis-Marc Aubry auskommen musste nach einer Spieldauerstrafe wegen Stockschlags, aber nichts. Und auf den Rängen sangen die Fans: „Wir haben die Schnauze voll!“

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