Eishockey

Spielen die Eisbären bald im Olympiastadion?

Die Pleite in Wolfsburg verschärft Krise und Zuschauerschwund. Ausgerechnet jetzt überrascht die DEL mit dem Plan fürs Wintergame 2021.

Nach dem Spiel im Kölner Fußballstadion plant die DEL für 2021 mit Berlin oder Augsburg

Nach dem Spiel im Kölner Fußballstadion plant die DEL für 2021 mit Berlin oder Augsburg

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Wo sonst die Eisbären spielen, grassiert derzeit Handball-Euphorie. Doch dem WM-Fieber des konkurrierenden Teamsports in der Mercedes-Benz Arena und auch im Fernsehen wollten die Eishockey-Funktionäre an diesem Wochenende den größten Höhepunkt seit dem olympischen Silbercoup vor elf Monaten entgegensetzen. Und obwohl 47.011 Zuschauer zum Derby zwischen Kölner Haien und Düsseldorfer EG ins Müngersdorfer Fußballstadion gelockt wurden, herrscht derzeit nur bedingt Euphorie on Ice. Weil an den beiden zuschauerträchtigsten Standorten der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) viel Frust produziert wird, der den Olympiaeffekt verpuffen lässt.

Die Haie verloren am verregneten Samstagabend 2:3 nach Verlängerung gegen den Erzrivalen, für den ausgerechnet der aus Köln verjagte Philip Gogulla doppelt in der Großarena traf. „40-minütiges Versagen im Kerngeschäft“ monierte der „Kölner Express“ nach dem Freiluftspektakel, dabei liegen die Haie als Sechster doch wenigstens auf direktem Play-off-Kurs.

Die Berliner Eisbären dürfen seit Sonntag nicht mal mehr auf Heimvorteil im Pre-Play-off hoffen, nach dem 2:4 beim zuvor sechs Mal sieglosen Tabellenletzten in Wolfsburg nähert sich der Meisterschaftszweite des Vorjahres langsam Rang zehn. Die Berliner Tore von Sean Backman (54.) und André Rankel (58.) fielen viel zu spät. „Der Puck geht derzeit einfach nicht in unsere Richtung. Aber wir dürfen die Köpfe nicht hängen lassen“, sagte Rankel nach der vierten Pleite in Folge: „Wir müssen konsequenter auftreten über 60 Minuten, dann werden wir irgendwann auch wieder belohnt.“

Fürs nächste Wintergame in einem Stadion 2021 nannte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke neben Augsburg übrigens auch Berlin als Kandidaten. So lange sollte Eishockey-Euphorie nicht auf sich warten lassen in der Hauptstadt. Die Zuschauerzahlen sinken hier jetzt schon zu dramatisch (nur 11.500 im Schnitt derzeit). Und wenn, dann will man doch ins Olympiastadion – und nicht in die Alte Försterei...