Kampf gegen die Krise

EHC mit offenem Brief und guten Erinnerungen nach Mannheim

Die Eisbären bekommen ein paar Worte von den Fans mit auf den Weg zum Tabellenführer der Deutschen Eishockey Liga.

Eisbären-Torwart Kevin Poulin erwartet wieder Schwerstarbeit in Mannheim.

Eisbären-Torwart Kevin Poulin erwartet wieder Schwerstarbeit in Mannheim.

Foto: Carmen Jaspersen / dpa

Berlin.  André Rankel erhielt nach dem Training am Mittwoch ein ungewöhnliches Schriftstück. Ein Fan des EHC Eisbären übergab dem Kapitän des Vizemeisters der Deutschen Eishockey Liga (DEL) einen offenen Brief. Tenor: Die Mannschaft spiele schlecht und ohne Leidenschaft, das möge sich doch bitte ändern. Eine nur zu verständliche Forderung seitens des Anhangs der Berliner, die kurz davor sind, auf den zehnten Platz der Tabelle abzurutschen.

Aber am Donnerstag geht es ja nach Mannheim (19.30 Uhr, Telekomsport), zum Spitzenreiter. Hört sich eher schlecht an, doch ausgerechnet gegen die Kurpfälzer gelangen in beiden bisherigen Duellen Siege. Zuletzt am 2. Dezember in Mannheim (3:2) zeigten die Eisbären wohl ihr bestes Saisonspiel. „Wenn wir wieder in Mannheim punkten wollen, müssen wir wie beim letzten Mal spielen: von Anfang an mit viel Einsatz und mit Präsenz über sechzig Minuten“, sagt Sportdirektor Stéphane Richer.

Nach Mannheim begann das Drama

Nach dem Erfolg bei den Adlern rief der damalige Trainer Clément Jodoin bessere Zeiten aus nach einer durchwachsenen Startphase. Doch mit neun Niederlagen in seither 13 Spielen kam es ganz anders. Richer trainiert nun das Team. „Wir müssen besser werden. Das schulden wir uns und den Fans“, sagt Stürmer Louis-Marc Aubry. Bis zum Ende der Hauptrunde sind es noch 15 Partien, genug Zeit, um das drohende Pre-Play-off gegen die direkte Viertelfinal-Qualifikation zu tauschen.

Vor allem daheim benötigen die Berliner dazu eine Steigerung. „Wenn du so eine Saison hast wie wir, spielt das Team zu Hause mit mehr Druck“, so Richer. Auswärtspartien, speziell gegen Spitzenteams, liegen den Berlinern gerade deutlich besser. Vielleicht passt Mannheim jetzt also ganz gut als Gegner. Womöglich steigert der Brief an den Kapitän noch einmal die Einsatzbereitschaft. Und eventuell ist Mannheim ja diesmal tatsächlich der Startpunkt für die besseren Zeiten, die Jodoin zu früh erwartet hatte.