Gelingt noch die Wende?

Die Hoffnung der Eisbären liegt auf den Rückkehrern

Drei bis vier Langzeitverletzte könnten in dieser Saison beim EHC noch einmal zum Einsatz kommen. Das soll neuen Schwung geben.

Die Eisbären (weiß) sind zu schwach in den Zweikämpfen

Die Eisbären (weiß) sind zu schwach in den Zweikämpfen

Foto: Matthias Balk / dpa

Berlin.  Stéphane Richer will sich von der Tendenz nicht beirren lassen. Die geht zwar eher in die andere Richtung, doch der Sportdirektor des EHC Eisbären orieniert sich an bekannten Plänen. „Ziel bleiben die Top sechs“, beharrt er. Doch der Abstand zu den sicheren Viertelfinalplätzen der Deutschen Eishockey Liga (DEL), derzeit sieben Zähler, will seit Wochen nicht schrumpfen. Wie soll er auch, wenn die Berliner mehr verlieren als gewinnen? Dafür nähern sie sich konstant Platz zehn an, der nach dem 2:6 bei den Krefeld Pinguinen nur noch zwei Punkte entfernt ist.

Die Mannschaft des siebenfachen DEL-Titelträgers und Vizemeisters gibt gerade ein trauriges Bild ab. „Laufen und kämpfen ist das Mindeste, was man erwarten kann“, resümierte etwa der enttäuschte Geschäftsführer Peter John Lee, der selbst das in Krefeld vermisste. „Wir verlieren zu viele Zweikämpfe, überall auf dem Spielfeld.“ Obwohl sein Team im Moment wenig Anlass zur Hoffnung bietet, will auch er die Saison nicht abschreiben. Warum nicht, dafür lieferten die Berliner vor zwei Jahren selbst ein gutes Beispiel. Nach einer verkorksten Hauptrunde kämpften sie sich durch Pre-Play-off sowie Viertelfinale und lieferten im Halbfinale Serienmeister München einen großen Kampf.

Wissmann vielleicht schon Ende Januar dabei

Die Rückkehr verletzter Spieler und zwei spät verpflichtete Profis waren damals der Schlüssel. Zwar könnten die Eisbären noch eine Lizenz vergeben, doch dazu wird es vorerst nicht kommen. Dafür setzen sie umso mehr darauf, dass einige Verletze in der Schlussphase der Saison noch eingreifen können und dem Team neuen Schub verleihen.

Am ehesten wird Verteidiger Kai Wissmann zurückerwartet. Er brach sich im siebten Spiel einen Finger, zum zweiten Mal an derselben Stelle. Vielleicht, so Richer, könne er sogar noch Ende Januar wieder spielen. Mark Olver schied nach neun Spielen mit kompzierten Problemen an Hand und Handgelenk aus. Nach einer Operation und drei Monaten mit Gips werden im Donnerstag die Schrauben entfernt. „Gerade mit seiner Zweikampfstärke fehlt er“, so Richer. Wie bei Verteidiger Florian Kettemer (Bänderiss im Knöchel vor Jahreswechsel) gehen die Eisbären davon aus, dass er nach der Februar-Pause zurückkehrt.

Constantin Braun beginnt mit dem Training

Stürmer Thomas Oppenheimer, der sich im ersten Saisonspiel verletzte, wird in den nächsten Tagen nach einer zweiten Operation am Schlüsselbein geröngt. Ob er noch einmal eingreifen kann, ist ungewiss. Gleiches gilt für Verteidiger Constantin Braun, der wegen eines Alkoholentzugs noch gar nicht spielte, jetzt aber wieder mit dem Training anfängt. „Bei ihm braucht es nicht viel, bis er fit ist. Aber wichtiger ist, dass er seinen Rhythmus im Leben findet“, so Richer, der wohl bis zum Saisonende auch als Trainer fungieren wird („Wir schauen bei der Suche nach einem Coach langfristig.“). Für Mark Cundari (Kreuzbandriss) ist die Saison beendet.

Drei bis vier Spieler sollten die Berliner also demnächst verstärken. Um die Top sechs noch zu erreichen, könnte ihr Einsatz zu spät kommen. Für ein interessantes Play-off aber genau richtig.