Nach zwei Siegen in Folge

Eisbären fahren mit neuem Selbstvertrauen zum Meister

Aber vor dem Spiel in München häufen sich die Ausfälle. Sechs Spieler fehlen. Doch die jüngsten Erfolge sollen Schwung geben.

Eisbären-Stürmer Florian Busch (r.) muss gerade in der Abwehr aushelfen

Eisbären-Stürmer Florian Busch (r.) muss gerade in der Abwehr aushelfen

Foto: Matthias Balk / picture alliance/dpa

Berlin.  Die Ehrenrunden fühlten sich wie ein Ritual an, das aus einer anderen Zeit stammt. Einen Monat lang gab es keine Heimsiege beim EHC Eisbären, dafür viele Pfiffe von den Tribünen, dazu eine Trainerentlassung. Insofern schienen es die Spieler der Berliner am Mittwoch sehr zu genießen, sich nach einem Spiel wieder feiern lassen zu dürfen. „Da kann man sich schnell wieder dran gewöhnen“, sagte Florian Busch nach dem 5:3 gegen Bremerhaven und dem ersten Heimerfolg nach zuvor fünf Niederlagen in eigener Halle.

Spielerisch stellte die Partie den Trainer zwar nur bedingt zufrieden, doch nach schweren Wochen zählen für die Berliner in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) schon kleine Verbesserungen als wichtige Schritte. „Wir haben getan, was wir uns vorgestellt haben“, sagte Stéphane Richer und meinte damit das geradlinige Spiel zum Tor, das die Eisbären vor allem zu Beginn zeigten. Wie sie mit ihrem 3:0-Vorsprung umgingen, war allerdings weniger clever. Diesen Mangel kompensierten sie jedoch mit einer guten Einstellung. „Die Jungs haben nicht aufgehört zu kämpfen. Das ist für mich wichtig“, so Richer. Eine zweifelhafte Arbeitsmoral hatte zur Demission von Clément Jodoin beigetragen.

Kapitän Rankel verlängert die Verletzenliste

Eine verstärkte Motivation löste Richer offenbar auch mit Veränderungen aus, die bislang undenkbar schienen. So musste Stürmer Sean Backman nach enttäuschenden Vorstellungen zuletzt in der vierten Reihe auflaufen – und traf gegen Bremerhaven. „Er hat eine Reaktion gezeigt“, sagt der Trainer, dem bezüglich solcher Maßnahmen in den nächsten Tagen und Wochen wohl wieder die Hände gebunden sein werden. Nach den Verteidigern Florian Kettemer (Fuß) und Mark Cundari (Knie) musste nun auch Stürmer André Rankel (Oberkörper) verletzt ausscheiden. Baldige Einsätze sind fraglich. Damit fehlen dem EHC insgesamt wieder sechs Profis.

Um weiter die direkte Viertelfinal-Qualifikation anpeilen zu können, müssen die Berliner die personellen Defizite auffangen. Vielleicht mit einem gesteigerten Selbstbewusstsein. Düsseldorf (5:4 n.P. auswärts) und Bremerhaven wurden zuletzt geschlagen. „Mit zwei Siegen in Folge, vor allem gegen zwei so gute Mannschaften, ist das Selbstvertrauen da. Das braucht man in München“, sagt Busch vor dem Spiel beim Meister am Freitag (19.30 Uhr, telekomsport.de).

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