Eishockey

Bei den Eisbären ist die Lust am Spiel zurück

Die Berliner zeigen oft zwei Gesichter. Es wird Zeit, dass auch die Fans in eigener Halle mal wieder einen Auftritt wie in Köln sehen.

Louis-Marc Aubry traf in Köln doppelt

Louis-Marc Aubry traf in Köln doppelt

Foto: Andreas Gora / picture alliance / Andreas Gora

Berlin.  Es war das heitere Gesicht, das Gesicht, das selbst andere zum Lächeln animiert. Weil es Freude vermittelt. Und den Spaß an dem, was sie tun, einfach deutlich erkennen lässt. Die Mannschaft des EHC Eisbären war am Sonntag in Köln einfach nicht aufzuhalten, mit großer Lust am Spiel dominierten die Berliner die Partie bei den Haien, bestimmten zu jeder Phase das Geschehen. Ganz so traten sie auf, als wäre diese Leichtigkeit selbstverständlich.

Mit einem 5:2 beendeten die Eisbären ihren Einsatz im Rheinland, ein Resultat, das höher hätte ausfallen können. Ein Ergebnis aber auch, bei dem der Sieg zählt, nicht dessen Höhe. „Wichtig war uns die Art und Weise“, sagt André Rankel. Seine Mannschaft ließ kaum Wünsche offen, arbeitete stets energisch daran, möglichst schnell in Puckbesitz zu kommen und die Angriffe zügig abzuschließen. Jeder arbeitete für jeden. „Alles hat gepasst. So wie wir es besprochen hatten, haben wir auch gespielt“, erzählt der Kapitän. In seinen Worten klingt das Gefühl der Erlösung durch.

Viel zu oft nämlich hatten die Berliner in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) zuletzt ein anderes Gesicht gezeigt. Eines, das hilflos erscheint, das einen zurücklässt mit Fragen. Drei Niederlagen gegen Teams aus dem Tabellenkeller setzte es, zuletzt auch drei Heimniederlagen in Folge mit 2:11 Toren und jeder Menge Pfiffen von den Fans. „Wir waren da viel zu verkrampft. Durch schlechte Phasen im Spiel ergab sich dann eine gewisse Dynamik“, sagt Rankel. Ursprünglich hatte man sich vorgenommen, ein paar Dinge weiter zu verbessern. Stattdessen blieb aber der Fokus auf das Wesentliche dabei auf der Strecke.

Nürnberg feierte zuletzt zwei hohe Siege

Das wurde jüngst angesprochen innerhalb der Mannschaft. „Wir haben uns vorgenommen, einfach zu spielen und wieder zu zeigen, dass wir Spaß daran haben“, so der Stürmer. Die Leistung, die daraus entstand, ist für weit mehr gut als Platz acht in der Tabelle. Gerade die nächsten Partien gegen die derzeit gut aufgelegten Nürnberger am Dienstag und Augsburger am Freitag (jeweils 19.30 Uhr, Mercedes-Benz Arena) sowie bei den Düsseldorfern am Sonntag sind allerdings echte Herausforderungen.

Mit mehr als Nürnberg, das jüngst zwei hohe Siege feierte, mag sich der Kapitän nicht auseinandersetzen. „Es geht nur um den nächsten Schritt. Wir müssen das Spiel nun bestätigen und dürfen nicht in alte Muster verfallen. Wir brauchen mehr Konstanz“, sagt Rankel, dessen Team seine neue Lust am Spiel unbedingt den eigenen Fans präsentieren muss, um die miese Heimspielserie zu brechen. Und daraus Energie und Selbstbewusstsein für die kommenden Wochen zu ziehen. Denn vor den Berlinern liegt die letzte Chance, noch einmal einzugreifen in den Kampf um Platz vier und ein mögliches Heimrecht im Play-off. Mit zwei Gesichtern wird ihnen das nicht gelingen, sondern nur mit dem Anblick, den sie in Köln boten.