Eishockey

Eisbären zeigen in Mannheim, dass sie lernfähig sind

Die Berliner spielen am Wochenende mit zwei Gesichtern. Gegen den Tabellenführer verdeutlichen sie dabei ihr großes Potenzial.

Eisbär Jamie MacQueen (l.) im Duell mit David Wolf

Eisbär Jamie MacQueen (l.) im Duell mit David Wolf

Foto: Michael Ruffler / masterpress / imago/masterpress

Berlin.  Es sah ziemlich übel aus, als Eisbären-Stürmer Jamie MacQueen eine Viertelstunde vor Ende der Partie gegen die Adler Mannheim den Schläger von Sinan Akdag voll ins Gesicht bekam. Doch MacQueen schüttelte sich nur einmal kurz und stand gleich im anschließenden Powerplay schon wieder auf dem Eis, so als wäre nichts gewesen. Die Szene war exemplarisch für den Berliner Auftritt beim 3:2 gegen den Erzrivalen. Nach der peinlichen Heimpleite gegen die Kölner Haie (0:4) sind die Eisbären wieder aufgestanden und haben sich mit dem Erfolg beim Spitzenreiter der Deutschen Eishockey Liga (DEL) eindrucksvoll zurückgemeldet.

Wer gedacht hatte, dass die Mannschaft nach dem Köln-Spiel womöglich mental angeschlagen sei, der wurde am Sonntag eines Besseren belehrt. Die Eisbären haben inzwischen gelernt, solche Rückschläge abzuschütteln und sich davon nicht nachhaltig beeinflussen zu lassen. Stattdessen vertrauen sie auf ihre eigene Stärke und finden dabei immer häufiger auch spielerisch die passende Antwort.

In der Tabelle geht es sehr eng zu

Am Sonntag in Mannheim standen sie im ersten Drittel mächtig unter Druck, doch sie verfielen deswegen nicht gleich in Nervosität. Stattdessen besann sich das Team seiner Qualität im Powerplay, welches im zweiten Drittel gleich zweimal erfolgreich war. „Ich habe den Spielern gesagt, dass ein Profi in jedem Wechsel arbeiten muss. Nur so kommt man auf den richtigen Weg“, so Trainer Clément Jodoin.

Auch als die Mannheimer nach dem Ausgleich erneut drückten und knapp drei Minuten vor dem Ende ihrerseits in Überzahl die große Chance zum Sieg hatten, zeigten sich Berliner davon unbeeindruckt. 18 Sekunden vor dem Ende gelang Florian Busch der entscheidende Treffer. Zu diesem Zeitpunkt wussten die Eisbären noch nicht, dass der Sieg nicht nur psychologisch wertvoll war. Die drei Punkte waren auch deshalb bedeutsam, weil sämtliche Mannschaften, die in der Tabelle knapp vor oder hinter dem EHC liegen, ebenfalls erfolgreich waren. Bei einer Niederlage wären die Berliner wieder ins Hintertreffen geraten, so aber dürfen sie den Blick nach oben richten.

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