Eishockey

Das Eisbären-Puzzle geht auf

Brendan Ranford harmoniert mit seinen Sturmkollegen Smith und Buchwieser und ist bester Eisbären-Torschütze.

Brendan Ranford (vorn) trifft zuverlässig

Brendan Ranford (vorn) trifft zuverlässig

Foto: dpa Picture-Alliance / Andreas Gora / picture alliance / Andreas Gora

Zwei Tore und noch etliche blaue Flecken mehr nahm Stürmer Brendan Ranford vom jüngsten Eisbären-Erfolg gegen Straubing (4:0) mit nach Hause. Kurz vor Spielende war der Kanadier in eine üble Rauferei mit Straubings Sena Acolatse hineingeraten, der ihm gleich mehrere harte Schläge in den Nacken verpasst hatte. Die Trainer der Berliner waren danach zurecht erzürnt, doch Ranford selbst nahm die ganze Angelegenheit erstaunlich gelassen zur Kenntnis. „So etwas passiert, das muss man abhaken“, sagt er.

Immerhin kann man die Attacke in gewisser Weise ja auch als Auszeichnung verstehen. Offenbar haben auch die Gegner inzwischen eingesehen, dass Brendan Ranford in dieser Saison einer der besten Berliner ist, auf den sie deshalb ganz besonders achtgeben müssen. Fünf Tore hat der 26-Jährige in den sieben November-Partien erzielt, insgesamt sind es jetzt sogar schon deren zehn – damit ist er aktuell der erfolgreichste Torschütze bei den Eisbären.

„Immer wenn er auf dem Eis ist, wird es für den Gegner gefährlich“, sagt Coach Clément Jodoin. Dabei hatte die Saison für den Neffen von Torwartlegende Bill Ranford zunächst eher schleppend begonnen, manch einer sprach sogar schon von einem Fehleinkauf. „Ich musste mich erst an die größere Eisfläche gewöhnen“, sagt Ranford. Sein Trainer erklärt: „Man hat zwar mehr Platz, um Chancen zu kreieren, aber man muss dafür eben auch mehr skaten.“

Köln als nächster Gegner am Freitag

Längst hat sich Ranford an das europäische Eishockey angepasst. Auf seine Torjägerqualitäten wird es auch am Freitag (19.30 Uhr, Mercedes-Benz Arena) im Heimspiel gegen die Kölner Haie ankommen. Die Eisbären haben sieben der letzten neun Partien gewonnen und gehen mit viel Selbstvertrauen in das Duell mit den Rheinländern. „Die einzelnen Puzzleteile passen immer besser zusammen“, sagt Jodoin. Ganz besonders gilt das für die Angriffsreihe mit Brendan Ranford, Colin Smith und Martin Buchwieser.

„Wir haben eine richtig gute Chemie“, sagt Ranford über seine Mitspieler. Bei Smith dufte man das erwarten, schließlich spielten beide schon als Schüler zusammen und verstehen sich blind. „Erst seine starken Pässe ermöglichen mir überhaupt so viele Chancen. Ich versuche einfach, am richtigen Platz zu stehen, am besten direkt vor dem gegnerischen Kasten – von dort erzielt man die meisten Tore“, so Ranford. Doch erst seit Buchwieser ihnen den Rücken freihält, können Smith und er ihr offensives Potenzial richtig entfalten. „In jeder Reihe braucht es einen Arbeiter, einen Spielmacher und einen Torjäger“, sagt Jodoin. Angesichts der jüngsten Zahlen steht wohl außer Frage, welche Rolle Brendan Ranford dabei momentan zufällt.

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.